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Donald Trumps enge Verbindung zur Firma Regeneron

  • Ines Alberti
    vonInes Alberti
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Donald Trump schreibt die Genesung von seiner Corona-Infektion einem bestimmten Medikament zu. Mit dem Hersteller von Regeneron verbindet den US-Präsidenten auch Privates.

Washington/New York - US-Präsident Donald Trump scheint sich von seiner Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 wieder erholt zu haben. Glaubt man ihm, hat das vor allem mit der Verabreichung eines bestimmtes Medikamentes zu tun: REGN-COV2 von der Biotechnologie-Firma Regeneron. Als Heilmittel bezeichnete der US-Präsident das Präparat in einem Video vom 7. Oktober. Seine Infektion sei „Glück im Unglück“ und ein „Segen Gottes“ gewesen, denn ohne sie hätte er das Präparat, das seinen Zustand binnen 24 Stunden verbessert habe, nicht entdeckt.

Donald Trump pries das nicht zugelassene Medikament an und versprach, es in kürzester Zeit kostenlos für die breite Masse zur Behandlung von Covid-19 zur Verfügung stellen zu wollen: „Ich möchte, dass jeder dieselbe Behandlung bekommen kann wie euer Präsident“, so Trump. So wirklich kann aber auch er eigentlich gar nicht nachvollziehen, welches der ihm verabreichten Präparate - es waren verschiedene, darunter auch in Deutschland angewandte - ihm nun zur Genesung verholfen hat.

Corona bei Donald Trump: Medikament der Firma Regeneron soll ihm geholfen haben

Bei dem Medikament REGN-COV2 von Regeneron handelt es sich um ein Antikörper-Präparat, das auch in den USA noch nicht zugelassen ist. Trumps Ärzteteam habe aber auf seinen Vorschlag hin bei Regeneron nachgefragt, ob er das Medikament dennoch bekommen könne. Bei Regeneron sei man „der Bitte gerne nachgekommen“, wie Gründer Leonard „Len“ Schleifer der „New York Times“ sagte.

Warum aber ist Donald Trump so überzeugt von der Wirkung des Medikamentes und warum geht er das Risiko ein, das mit einem nicht zugelassenen Präparat einhergeht? In die Entscheidung könnte die Tatsache hineingespielt haben, dass Donald Trump und Regeneron-Chef Len Schleifer sich privat kennen. Medienberichten zufolge ist Schleifer Mitglied in Trumps Golfclub im Bundesstaat New York, der mit dem Auto gerade mal eine Viertelstunde vom Regeneron-Hauptsitz entfernt liegt. Trump soll außerdem Aktien von Regeneron besessen haben. Laut „DailyMail“ verkaufte er diese aber 2017.

Trump und Regeneron-Chef Schleifer kennen sich privat

Trumps Corona-Infektion ist nicht das erste Mal in der Pandemie, dass er und der Regeneron-Chef im Zusammenhang stehen. Noch zu Beginn der Corona-Krise in den USA im März war Schleifer mit weiteren Wissenschaftlern zu einem Treffen der Corona-Taskforce ins Weiße Haus eingeladen. Wie nahe sich der Präsident und der Neurologe und Unternehmer wohl stehen, wird etwa bei diesem Termin deutlich, als Trump Schleifer zum Sprechen auffordert und ihn ganz informell „Lenny“ nennt.

Donald Trump bekam bei der Behandlung seiner Corona-Erkrankung ein Medikament des Biotechnologie-Unternehmens Regeneron.

Nach Trumps Werbung für das Medikament REG-COV2 stiegen die Aktienkurse von Regeneron und auch die der Firma Eli Lily, die ein ähnliches Produkt entwickelt, an. Zudem beantragte die Firma der „New York Times“ zufolge innerhalb weniger Stunden nach Donald Trumps Videobotschaft die Anmeldung des Medikaments bei der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel, der FDA. Allerdings warnen Ärzte in einem Reuters-Bericht, dass noch nicht genug Testdaten vorliegen, um feststellen zu können, ob die Präparate bei der Behandlung von Covid-19 tatsächlich helfen können. (ial)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/dpa

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