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Corona: Antikörper-Präparat erhält Notfallzulassung in den USA

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Von: Pamela Dörhöfer

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Das Präparat Bebtelovimab soll einen schweren Corona-Verlauf verhindern. (Symbolbild)
Das Präparat Bebtelovimab soll einen schweren Corona-Verlauf verhindern. (Symbolbild) © Boris Roessler/dpa

Das Medikament Bebtelovimab soll auch die Corona-Variante Omikron neutralisieren. In den USA darf es deshalb jetzt verabreicht werden. Sotrovimab bleibt ebenfalls wirksam.

Frankfurt/Washington, D.C. – Bebtelovimab soll an Covid erkrankte Menschen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf vor Krankenhaus und schlimmstenfalls dem Tod bewahren: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem monoklonalen Antikörper des Pharmakonzerns Lilly (USA) jetzt die Notfallzulassung erteilt. Wie der Hersteller in einer Pressemitteilung schreibt, darf das Medikament fortan bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren eingesetzt werden, die „leicht bis mittelschwer“ an Covid-19 erkrankt sind, noch nicht stationär behandelt werden, aber das Risiko für eine Entwicklung hin zu einer schweren Erkrankung haben.

Bebtelovimab darf aber nur dann gegeben werden, wenn zugelassene Therapien nicht verfügbar sind oder nicht infrage kommen. Anders als die neuen antiviralen Medikamente wie Paxlovid (Pfizer) und Lagevrio (MSD) werden die Antikörper nicht als Tablette eingenommen, sondern intravenös verabreicht. Laut Herstellerangaben soll Bebtelovimab auch die Corona-Variante Omikron neutralisieren, das hätten Versuche mit Pseudoviren (künstlich hergestellte Viren) sowie Tests mit echten Coronaviren gezeigt.

Corona: Manche Antikörper-Mittel wirkungslos geworden

Mit dem Aufkommen von Omikron haben einige monoklonale Antikörper-Präparate ihre Wirksamkeit verloren. Das hat damit zu tun, dass sie auf Antikörpern beruhen, die einstmals mit Sars-CoV-2 Infizierte als Abwehrreaktion gebildet haben – allerdings auf den „Wildtyp“ des Coronavirus. Da Omikron aber im Vergleich zu früheren Varianten viele Mutationen aufweist, darunter etliche am Spike-Protein, greifen diese Antikörper oft nicht mehr. Einige Mittel wie die Kombination Bamlanivimab und Etesevimab, ebenfalls von Lilly, sind deshalb wirkungslos geworden.

Die Daten, auf die sich die Notzulassung des neuen Antikörper-Präparats in den USA stützen, stammen aus einer klinischen Phase-2-Studie sowie aus Laborstudien.

In den klinischen Studien seien laut einem Bericht im „Ärzteblatt“ keine ernsthaften Sicherheitsbedenken aufgetreten, als mögliche Nebenwirkungen werden Überempfindlichkeit, Anaphylaxie (allergischer Schock) und infusionsbedingte Reaktionen genannt. Aber es seien auch Komplikationen bei Patientinnen und Patienten möglich, die zuvor eine Behandlung mit einem anderen monoklonalen Antikörper erhalten hätten.

Corona-Medikament: Wirksamkeit von Sotrovimab reduziert – doch noch immer gegeben

Laut Hersteller hat Lilly mit der US-Regierung eine Vereinbarung über die Lieferung von bis zu 600.000 Dosen des Medikaments für mindestens 720 Millionen Dollar geschlossen. Wie die „Pharmazeutische Zeitung“ berichtet, hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA noch nicht mit der Begutachtung von Bebtelovimab begonnen.

In der EU bereits seit Dezember 2021 zugelassen ist der monoklonale Antikörper Sotrovimab. Das Medikament des kalifornischen Biotechnologie-Unternehmens VIR-Technology und des britischen Pharmakonzerns Glaxo-Smith-Kline (GSK) wird unter dem Handelsnamen Xevudy seit Ende Januar auch in Deutschland eingesetzt. Die Indikation ist die gleiche wie bei Bebtelovimab, und auch Xevudy wird per Infusion verabreicht.

Wie das Paul-Ehrlich-Institut mitteilt, soll die Wirksamkeit zwar nicht mehr so hoch sein wie bei früheren Varianten. Die Daten deuteten darauf hin, dass die Neutralisierung gegenüber der Omikron-Variante des Coronavirus zwar um den Faktor drei reduziert – allerdings immer noch gegeben sei. (Pamela Dörhöfer)

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