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Kanzlerin über Corona-Lage

ARD-Interview: Angela Merkel wehrt sich gegen Impfstoff-Kritik – und will vorerst nicht lockern

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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  • Tobias Utz
    Tobias Utz
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Angela Merkel bezieht in einem ARD-Interview überraschend Stellung zur Corona-Lage in Deutschland. Die Kanzlerin verteidigt die Impfstrategie.

  • Am Dienstagabend überträgt die ARD überraschend ein Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
  • Merkel stellt sich den Fragen rund um die Corona-Krise, den Lockdown und der Impfstrategie.
  • Die Kanzlerin verteidigt die Impfstrategie.

+++ 20.23 Uhr: In der ARD-Sendung „Farbe bekennen“ hat sich Angela Merkel grundsätzlich offen für die Anwendung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V auch in Deutschland gezeigt. Jeder Impfstoff sei in der EU herzlich willkommen“, aber zugelassen werde er nur, wenn er der zuständigen EU-Behörde EMA die notwendigen Daten vorlege, so die Bundeskanzlerin. Merkel erwähnte die „guten Daten“ des russischen Impfstoffs Sputnik V, der laut einer Studie zu mehr als 90 Prozent wirksam ist.

Zu den am 10. Februar anstehenden neuen Bund-Länder-Gesprächen und möglichen Lockerungen der Corona-Auflagen sagte Merkel, eine Öffnungsperspektive werde sich nicht an einem Datum orientieren können, sondern an Werten. Es gehe um die Infektionszahlen, die Auslastung der Intensivstationen und um die Frage, welchen Prozentsatz die Mutationen einnehmen.

Merkel bittet im ARD-Interview alle Menschen „noch eine Weile durchzuhalten“

„Die Werte gehen erfreulicherweise runter“, sagte Angela Merkel im Interview mit der ARD. Inzwischen gebe es 50 Landkreise oder Städte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50. „Dort sieht die Sache natürlich wieder anders aus als da, wo wir eine Inzidenz von 200 haben.“ Es gehe darum, dass die Gesundheitsämter die Infektionen wieder nachverfolgen können. Gebraucht werde ein „nachhaltiger Weg aus der Pandemie“.

Im ARD-Interview wehrt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen Kritik an der Impfstoff-Strategie der Regierung. (Archivbild)

Auf die Frage, ob an Ostern wieder Treffen mit mehr Menschen möglich sein werden, gab die Kanzlerin keine klare Antwort. Sie verwies auf die Notwendigkeit, die Maßnahmen einzuhalten und wirklich vorsichtig zu sein. „Wenn wir das noch eine Weile durchhalten, dann wird das besser werden“, sagte Merkel. Sie verwies auf den vergangenen Sommer, als die Infektionszahlen zurückgegangen waren und „eine Menge normales Leben“ möglich gewesen sei.

Angela Merkel bat alle Menschen „noch eine Weile durchzuhalten“. Zwar gebe es jetzt bundesweit eine Inzidenz von unter 100. „Das ist eine gute Leistung, da waren wir lange nicht. Aber damit haben wir noch nicht wieder die Kontrolle über das Virus durch die Gesundheitsämter.“ Daran müsse weiter gearbeitet werden, betonte Merkel. Corona-Lockerungen werde es aber nicht erst geben, wenn alle Bürger geimpft seien. „Das ist nicht der Weg, den wir anstreben.“

Merkel im TV-Interview: „Können keinen starren Impfplan machen“

Update vom Dienstag, 02.02.2021, 18.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für Verständnis für den Ablauf der Corona-Impfungen in Deutschland geworben. „Wir können keinen starren Impfplan machen“, sagte Merkel am Dienstag in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“. Die TV-Sendung wurde vorproduziert und wird am Dienstagabend um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

Die Hersteller hätten den Regierungschefs von Bund und Ländern bei dem Spitzengespräch zum Thema am Vortag erläutert, dass die Impfstoffe unter Hochdruck produziert würden und exakte Voraussagen über die genauen Mengen nicht lange im Voraus getroffen werden könnten. „Wir müssen das modellieren, wir müssen das dynamisch anpassen.“ 

Bis zum Ende des Sommers solle jede und jeder ein Impfangebot erhalten, bekräftigte Merkel. Jeder solle dann zumindest die erste der zwei nötigen Impfungen bekommen können. Bisher sei im Großen und Ganzen nichts schiefgelaufen bei der Impfkampagne. Wenn weitere Impfstoffe zugelassen würden, könne sich dieses Datum nach vorne verschieben. Es gebe aber auch Risiken: Wenn eine Virus-Mutation ein Impfstoff unwirksam machen würde, „würde die Sache anders ausschauen“, so Merkel. 

Corona-Krise in Deutschland: Merkel verteidigt Impfstrategie

Merkel erläuterte, warum in den USA, Israel und Großbritannien die Impfstoffe schon bei größeren Anteilen der jeweiligen Bevölkerung angekommen seien. So habe es in Großbritannien für den Impfstoff von Astrazeneca eine Notzulassung gegeben. In Europa sei der Impfstoff mit der Gründlichkeit der normalen Zulassung geprüft worden. „Das war kein Fehler, wir sind auf das Vertrauen angewiesen.“ Amerika exportiere so gut wie keinen Impfstoff, sondern verwende das dort produzierte Serum nahezu komplett selbst. Deshalb seien die Europäer auf ihre eigene Produktion angewiesen. 

Die Hersteller hätten auch zur Frage Stellung zugegangen, ob es mehr Impfstoffe geben würde, wenn mehr bezahlt worden wäre. „Die Antwort war Nein“, stellte Merkel fest. Die EU habe zudem nicht die gesamte Haftung übernehmen wollen für den Fall, das etwas passiere mit so einem Impfstoff

Erstmeldung vom Dienstag, 02.02.2021, 16.45 Uhr: Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt sich am Dienstagabend (02.02.2021) den drängenden Fragen in der Corona-Krise. Sie will „Farbe bekennen“, heißt es im Vorfeld. Die ARD überträgt das Kanzler-Interview überraschend um 20.15 Uhr, zur besten Sendezeit.

Dabei handelt es sich laut Angaben des TV-Senders um eine 15-minütige Sondersendung. Thematisch soll sich die ARD-Sendung vor allem um den Corona-Lockdown und die Impfstrategie drehen. Vor allem nach dem Impfgipfel am Montagabend drängen sich Fragen auf. Auf der Agenda steht laut Medienberichten ein nationaler Impfplan für Deutschland.

Kanzlerin Angela Merkel. (Archivfoto)

Corona in Deutschland – Kanzlerin ngela Merkel stellt sich der Öffentlichkeit

Möglicherweise wird Merkel dazu Stellung beziehen und erste Details verraten. Was hingegen nach dem Impfgipfel klar wurde, war, dass in Zukunft zahlreiche Szenarien modelliert werden sollen, um die Impfstoff-Mengen besser abschätzen zu können. (tu/dpa)

Rubriklistenbild: © John Macdougall/dpa

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