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COP26 in Glasgow

100 Staaten sagen auf Klimakonferenz Entwaldungsstopp zu - auch Brasilien

Die COP26 in Glasgow beginnt mit einem starken Appell. Am dritten Tag gehen die hochrangigen Beratungen der Ländervertreter weiter. Die Erwartungen sind hoch.

Glasgow - Bei der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow (COP26) kommen nach drastischen Klimaschutz-Appellen am Vortag am Dienstag (2.11.2021) erneut zahlreiche Staats- und Regierungschefs zu Wort. Zudem wird eine Initiative von 100 Staaten vorgestellt, die bis 2030 die Zerstörung von Wäldern und anderen Landschaften stoppen wollen. Wie die britische Regierung, die der UN-Konferenz vorsitzt, bekannt gab, repräsentieren die beteiligten Länder 85 Prozent der weltweiten Waldfläche, also etwa 34 Millionen Quadratkilometer.

Mit dabei sind Deutschland und die gesamte EU, aber auch die Staaten mit den größten Wäldern überhaupt - also Kanada, Russland, Brasilien, Kolumbien, Indonesien sowie China, Norwegen und die Demokratische Republik Kongo. Für das Vorhaben werden demnach bis 2025 etwa 12 Milliarden US-Dollar (rund 10,3 Milliarden Euro) an öffentlichen Geldern mobilisiert. Hinzu kommen 7,2 Milliarden US-Dollar private Investitionen.

COP26: Schutz der Wälder beschlossen

Wälder gelten als die Lunge der Erde, sie nehmen etwa ein Drittel der jährlich vom Menschen ausgestoßenen CO2-Emissionen auf. Doch schrumpfen sie bedenklich, wie es in der Mitteilung weiter hieß: Jede Minute gehe eine Fläche von etwa 27 Fußballfeldern verloren.

Der britische Premierminister Boris Johnson sprach der Mitteilung zufolge von Wäldern als „Kathedralen der Natur“ und erklärte: „Sie sind unverzichtbar für unser Überleben.“

In Glasgow ringen in den kommenden zwei Wochen rund 200 Staaten darum, wie das in Paris beschlossene 1,5 Grad-Ziel noch erreicht und konkret umgesetzt werden kann. Die bisherigen Pläne der Staaten reichen dazu noch bei weitem nicht aus.

COP26: Was passiert am Dienstag auf der Weltklimakonferenz?

Zu Wort melden sich am Dienstag im Plenum unter anderen neben den Präsidenten einiger EU-Staaten auch lateinamerikanische Staatschefs und hochrangige Vertreter ärmerer Länder wie Sierra Leone oder Ruanda. Auch die Staats- und Regierungschefs von Inselstaaten wie den Bahamas oder Barbados, die besonders von den Folgen der Erderhitzung bedroht sind, stehen auf der Rednerliste.

Auf der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow spricht auch Kanzlerin Merkel.

Am Vortag waren bereits Dutzende Staats- und Regierungschefs zur feierlichen Auftaktveranstaltung zusammengekommen, darunter auch Vertreter bedeutender Industrienationen wie Deutschland, Frankreich oder die USA.

Zum Stand der Menschheit beim Klimaschutz fanden die Staatenvertreter teils düstere Worte. UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte vor einem Versagen der Menschheit im Kampf gegen die Erderwärmung. Sämtliche bereits zugesagten Anstrengungen beim Klimaschutz reichten hinten und vorne nicht aus, um eine Katastrophe abzuwenden, sagte er beim feierlichen Auftakt. „Wir schaufeln uns unser eigenes Grab.“

COP26: Kanzlerin Merkel fordert mehr Tempo beim Klimaschutz

Auch die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte mehr Tempo beim Klimaschutz und warnte vor „verheerenden Auswirkungen“ der Erderwärmung. „Wir sind nicht da, wo wir hinmüssen“, sagte sie. Nötig für die unumgängliche „umfassende Transformation“ unseres Arbeitens und Wirtschaftens sei ein weltweiter Preis auf den Ausstoß von Kohlendioxid.

Merkel kündigte außerdem eine neue Energie-Partnerschaft Deutschlands mit Südafrika an, die Vorbild für weitere afrikanische Länder werden solle. Der geschäftsführende Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass sich neben Deutschland auch Großbritannien, die USA, Frankreich und die EU dieser Partnerschaft mit Südafrika angeschlossen hätten. Ziel sei es, das Land dabei zu unterstützen, aus der Kohleverstromung auszusteigen. Zurzeit gewinne Südafrika seinen Strom noch fast zu 90 Prozent aus Kohle, erklärte Müller. Weitere Details zu dieser neuen Kooperation wollte sein Ministerium am Dienstag parallel zu den Beratungen der Staats- und Regierungschefs in Glasgow bekanntgeben. (ktho/dpa)

Rubriklistenbild: © Guido Bergmann/dpa

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