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Nach Anschlag in Colorado: Neue Hetze gegen LGBTQ-Gemeinde

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Von: Daniel Dillmann

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Donald Trumps Kandidat für den Senatssitz in Georgia wettert wenige Tage nach dem Anschlag auf eine LGTBQ-Bar gegen gendergerechte Sprache.

Carrollton – Am Samstag (19. November) ereignete sich in Colorado Springs das nächste Hassverbrechen in den USA gegen Angehörige der LGBTQ-Gemeinde. Ein 22 Jahre alter Mann tötete fünf Menschen und verletzte 22 weitere. Die Zahl der Morde an Transgender-Personen ist seit 2021 auf einem nie dagewesenen Niveau. Auch dafür steht sinnbildlich der Anschlag auf den Club Q in Colorado Springs.

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Republikaner brachten nach dem Anschlag in Colorado ihr Beileid zum Ausdruck. Selbst überzeugte Waffenliebhaberinnen wie Lauren Boebert beteten laut USA Today für die Opfer des 34. Massenmords mit einer Feuerwaffe in den USA. Doch nicht alle zeigten sich so mitfühlend.

Herschel Walker hetzt gegen Transgender-Gemeinde nach Anschlag in Colorado

Herschel Walker zum Beispiel erwähnte den Anschlag in Colorado in einer Rede mit keinem Wort. Der handverlesene Kandidat von Donald Trump muss nach den Midterms in den USA im Bundesstaat Georgia in die Stichwahl. Favorit auf den offenen Sitz im Senat ist sein Gegner Raphael Warnock. Um den Vorsprung des Demokraten wegzumachen, betreibt Walker intensiven Wahlkampf und schreckt dabei offenbar vor nichts zurück.

Herschel Walker im Wahlkampf vor der Stichwahl in Georgia.
Herschel Walker im Wahlkampf vor der Stichwahl in Georgia. © IMAGO/Robin Rayne

In der Kleinstadt Carrollton trat Herschel Walker gemeinsam mit Parteikollegen Mark Robinson auf. Robinson ist der Vizegouverneur des Bundesstaats North Carolina. Im Jahr 2021 war er in die Kritik geraten, weil er Homosexualität als „Dreck“ bezeichnet hatte. Ginge es nach Robinson, würden „keine Kinder in den USA etwas von Transgenderismus oder Homosexualität oder so einem Dreck je hören“.

Herschel Walker: Donald Trumps Kandidat muss in die Stichwahl

In ein ähnliches Horn blies nun auch Herschel Walker. Donald Trumps Kandidat attackierte seinen demokratischen Rivalen, der sich dafür einsetzen würde, dass auch beim Militär eine gendergerechte Sprache Einzug halten würde. „Pronomen. Was zur Hölle ist ein Pronomen? Ich kann Ihnen sagen, Granaten wissen nichts über Pronomen. Kugeln wissen nichts über Pronomen. Aber sie reden über Pronomen.“ Statt also über gendergerechte Sprache zu diskutieren, sollten die Soldat:innen lieber „Liegestütze und Sit-ups. Ich mache immer noch Liegestütze und Sit-ups. Das müssen sie machen, nicht Pronomen!“

Ob Herschel Walkers Tirade gegen die Transgender-Gemeinde zum Stimmenfang taugt, das wird sich zeigen - frühestens am 6. Dezember 2022, wenn die Stichwahl in Georgia stattfindet. (Daniel Dillmann)

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