Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Rick Santorum ist nicht mehr als Kommentator bei CNN angestellt.
+
Rick Santorum ist nicht mehr als Kommentator bei CNN angestellt.

Republikaner bei CNN

Aus für „rechte Stimme“ bei CNN: Rick Santorum stolpert über Native Americans-Sprüche

  • VonMirko Schmid
    schließen

Rick Santorum, ehemals Senator und Kandidat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, ist nicht länger CNN-Kommentator.

New York - CNN gilt in den USA als eher gemäßigter, im Zweifel den Demokraten zugewandter TV-Sender. Und doch bietet das New Yorker Network auch konservativen Stimmen Platz – so zum Beispiel dem ehemaligen Senator Rick Santorum, erzkatholischer Christ und politisch im äußerst rechten politischen Spektrum der USA beheimatet. Doch zumindest mit Santorum als bezahltem Kommentator ist jetzt Schluss.

Santorums Rauswurf ist jedoch nicht als Abkehr des Ideals eines breiten Meinungsspektrums des Kabelsenders zu verstehen, vielmehr sah CNN sich genötigt, den ehemaligen Präsidentschaftsbewerber der Republikaner vor die Tür zu setzen, nachdem sich dieser im Rahmen einer Konferenz des extrem rechten Netzwerks „Young America‘s Foundation“ im Ton vergriffen hatte. Dabei ging es um die Kultur der „Native Americans“, genannten Ureinwohner der USA, und ihrer Rolle in der Geschichte der Nation.

„Wir haben eine Nation aus dem Nichts geboren. Ich meine, hier war nichts“, sagte Santorum vor den größtenteils rechten Studierenden während seiner Rede als Gast der Young America‘s Foundation. „Ich meine, ja, wir haben Native Americans, aber ehrlich gesagt gibt es in der amerikanischen Kultur nicht viel ihrer Kultur.“ Damit sprach er der Meinung eines großen Teils der politischen Kommentator:innen in den USA den Ureinwohnern des Kontinents ab, einen Anteil am Aufbau der Nation zu haben.

Indigene Organisationen fordern CNN zur Entlassung von Rick Santorum auf

Daraufhin forderten prominente indigene Organisationen, darunter der „National Congress of American Indians“ (NCAI), wochenlang Santorums Entlassung bei CNN aufgrund seiner Äußerungen. Diverse Bürgerrechtsgruppen schlossen sich der Forderung umgehend an . CNN zog es zunächst vor, zu dieser Angelegenheit zu schweigen.

Doch nun teilte ein leitender CNN-Angestellter gegenüber „HuffPost“ mit, dass das Netzwerk im Laufe der Woche den Vertrag mit Santorum stillschweigend beendet habe. Dieser Manager begründete die Entscheidung des Senders, die Beziehungen zu Santorum zu kappen, mit weiteren Einlassungen des Republikaners, die in der Shows „Cuomo Prime Time“ kurz nach seinen „rassistischen Kommentaren“ gefallen waren. „Santorum hat es vermasselt“, so der Manager, danach habe ihn niemand im Netzwerk mehr halten wollen.

NameRichard John „Rick“ Santorum
ParteiRepublikaner
Höchste PositionUS-Senator (Pennsylvania)
Alter63 Jahre (10. Mai 1958)
GeburtsortWinchester, Virginia, USA

Im Rahmen dieses Aufritts versuchte sich Rick Santorum herauszureden und verwies auf einen „Versprecher“: „Nur um das klarzustellen, ich habe nicht gesagt, dass die Kultur der Native Americans... ich habe mich versprochen. Ich habe über die Gründung unserer Nation gesprochen. Ich habe eine lange Rede über die Verfassung, die Unabhängigkeitserklärung und die Ideen dahinter gehalten.“ Eine Entschuldigung kam Santorum indes nicht von den Lippen, dafür deutete er an, dass seine Worte aus dem Zusammenhang gerissen worden seien.

Rick Santorum und CNN: Hollywoodstars um Joaquin Phoenix schließen sich der Rauswurf-Forderung an

„Ich denke, nach diesem Auftritt war es ziemlich klar, dass wir ihn nicht wieder einladen konnten“, begründete der CNN-Manager den Rauswurf. Kein Moderator des Senders habe mehr mit Santorum arbeiten wollen. CNN reagiert damit auch auf den Ärger der Native Americans-Community, der sich zunehmend auf den Sender selbst gerichtet hatte. NCAI-Präsident Fawn Sharp wählte bereits im April Worte scharfer Kritik: „Rick Santorum ist ein unbeholfener und peinlicher Rassist, der CNN und jedes andere Medienunternehmen, das ihm eine Plattform bietet, in Ungnade fallen lässt.“

Weiter sagte Fawn Sharp: „Jemanden mit seinen Ansichten zum Völkermord an den amerikanischen Ureinwohnern im Fernsehen zu reden zu lassen, ist im Grunde nichts anderes, als einen bekennenden Nazi im Fernsehen Platz zu bieten, um den Holocaust zu rechtfertigen.“ Er kündigte außerdem an, „mehr als 500 Stammesnationen“ zum Boykott aller TV-Sender aufzurufen, welche Santorum weiter eine Plattform böten.

Als CNN weiter an Rick Santorum festhielt, schlossen sich mehrere indigene Gruppierungen mit prominenten Hollywood-Gesichtern zusammen, um gemeinsam das Aus des Republikaners beim New Yorker Kabelsender zu fordern. Flankiert wurde die Aktion durch einen „Tweet-Storm“ auf Twitter unter dem Hashtag „#RemoveRick“ und einen gemeinsamen Brief an CNN, den unter anderem Joaquin Phoenix, Ed Helms, Mark Ruffalo, Piper Perabo und Sarah Silverman unterschrieben hatten. (Mirko Schmid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare