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Die Demokratin Clinton kam am Samstag in parteiinternen Abstimmungen nach Auszählung von rund zwei Drittel der Wahlbezirke auf 50 Prozent der Stimmen

Präsidentschafts-Vorwahlen

Clinton und Romney gewinnen in Nevada

Die frühere First-Lady der USA, Hillary Clinton, und der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, haben die Präsidentschaftsvorwahlen im US-Staat Nevada für sich entschieden.

Las Vegas (ap) - Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur hat die demokratische Senatorin Hillary Clinton in Nevada einen weiteren Sieg über ihren hartnäckigsten Konkurrenten Barack Obama erzielt - und ihn somit auf Platz zwei verwiesen.

Bei den Republikanern siegte mit klarem Vorsprung der ehemalige Gouverneur Mitt Romney. Ersten Ergebnissen zufolge erhielt die frühere First Lady rund die Hälfte der Stimmen. Obama kam auf etwa 45 Prozent, als abgeschlagener Dritter folgte John Edwards.

Am 8. Januar hatte Clinton die Vorwahlen ihrer Partei in New Hampshire und am vergangenen Dienstag die in Michigan gewonnen. Obama hat bisher in einem Staat, Iowa, gewonnen.

Romney gewann bei Wählerversammlungen im Staat Nevada, nachdem er bereits am Dienstag in Michigan erfolgreich war. Er bezeichnete das Ergebnis als ein Votum für Wandel, für den er stehe.

Romneys Hauptkonkurrenten um die Spitzenkandidatur der Republikaner, Senator John McCain und Exgouverneur Mike Huckabee, kamen bisher auf jeweils einen Sieg. Beide liegen allerdings in Umfragen im Staat South Carolina, wo am Samstag ebenfalls Vorwahlen der Partei stattfanden, vor Romney.

Die Vorwahl der Demokraten in South Carolina findet in einer Woche statt. Angesichts der Turbulenzen an der Aktienbörse und zunehmender Rezessionsangst ist inzwischen die Wirtschaftspolitik ins Zentrum des Wahlkampfs gerückt.

Clinton und auch der Republikaner McCain kritisierten das am Freitag von Präsident George W. Bush in Aussicht gestellte Wirtschaftspaket mit Steuererleichterungen von 145 Milliarden Dollar. Clinton warf dem Präsidenten vor, dass dabei Millionen von armen Amerikanern leer ausgingen.

McCain forderte, dass die Steuererleichterungen nicht allen Haushalten, sondern vor allem Unternehmen zugute kommen sollten. Außerdem kritisierte McCain die hohen Staatsausgaben der Regierung seines Parteifreundes Bush. Obama stieß mit positiven Äußerungen über die Regierungszeit von Ronald Reagan auf Kritik seiner Rivalen.

Der Republikaner habe vor einem Vierteljahrhundert Amerika in einer Weise verändert, wie es der Demokrat Bill Clinton nicht getan habe, sagte Obama in einem Zeitungsinterview. Die Republikaner seien damals die Partei der neuen Ideen gewesen.

Hillary Clinton sagte, sie könne diese Einschätzung der jüngeren Vergangenheit nicht teilen. Es sei kaum eine gute Idee gewesen, die Altersversorgung zu privatisieren, den Mindestlohn abzuschaffen, die Gesundheitsleistungen zu kürzen und den Staat in die Verschuldung zu treiben.

Der bislang drittplatzierte Bewerber John Edwards stellte nach Obamas Äußerungen dessen Positionen in der Arbeits- und Sozialpolitik in Frage. Reagan habe die Gewerkschaften unterdrückt und das Steuersystem zugunsten der reichsten Amerikaner verändert.

Vor vier Jahren gab es bei den Wählerversammlungen der Demokraten in Nevada lediglich 9.000 Teilnehmer.

Diesmal werden 30.000 bis 100.000 Teilnehmer erwartet, wobei 25 Delegierte für den Nominierungsparteitag im August bestimmt werden. Bei den beiden bisherigen Entscheidungen in Iowa und New Hampshire haben Obama und Clinton jeweils einen Sieg erzielt.

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