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Claudia Roth: Arbeiten im Krisenmodus

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Von: Lisa Berins

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Staatsministerin für Kultur: Claudia Roth
Staatsministerin für Kultur: Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen). © afp

Die Staatsministerin für Kultur: Der Antisemitismus-Skandal rund um die Documenta überschattet ihr erstes Jahr.

Es ist ein turbulentes erstes Jahr für Claudia Roth als Kulturstaatsministerin. Schon kurz nach der Amtsübernahme, im Januar 2022, werden die ersten Antisemitismusvorwürfe gegen die documenta fifteen laut. Eine Seite wirft Roth vor, sich zu wenig (oder zu ungeschickt) für das Gelingen der international renommierten Ausstellung einzusetzen – und die andere Seite fürchtet eine Bevormundung durch den Bund. Dieser unterstützt die Schau mit 3,5 Millionen Euro – ist aber in keinem Gremium der Documenta vertreten. Das möchte Roth ändern: Die finanzielle Förderung soll mit einer „unmittelbaren Einbindung in die Strukturen“ der Documenta verbunden werden. Zur Aufarbeitung steht noch ein Gutachten aus.

Und es gibt weitere Kultur-Großbaustellen – das geplante Museum der Moderne in Berlin, das Roth von ihrer Amtsvorgängerin geerbt hat, und dessen als klimaunfreundlich und streitbar geltender Entwurf kostspielig nachgebessert werden muss. Ebenfalls in Roths Einflussbereich: das umstrittene Humboldt-Forum, die lange kriselnde Stiftung Preußischer Kulturbesitz, deren Reform nun beschlossen ist und ein unter der Coronakrise leidender Kultursektor. Neben Erfolgsmeldungen – dem Kauf des Hamburger Bahnhofs und der Rieckhallen, der Restitution von Benin-Bronzen an Nigeria – arbeitet Roth bisher vor allem im Krisenmodus. Für 2023 hat sie den „KulturPass“ für 18-Jährige und die seit langem erwartete Reform der Filmförderung angekündigt.

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