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CHRONIK DEUTSCHER HERBST

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SAMSTAG, 17.9.1977

SAMSTAG, 17.9.1977

"Schleyer muss geopfert werden", meint der Schweizer Schrift-steller Friedrich Dürrenmatt ineinem Interview mit der Züricher Zeitung Die Tat. "Würde Schleyer ausgetauscht, müsste in Zukunft jeder gegen jeden Verbrecherausgetauscht werden."

Staatsminister Hans-JürgenWischnewski fliegt am Nach-mittag nach Bagdad und Aden. Offiziell soll es wieder um eine mögliche Aufnahme der freige-lassenen RAF-Terroristen gehen.

CSU-Chef Franz

Josef Strauß poltert auf einer Veranstaltung der JungenUnion in Bayern: Wenn derTerrorismus nicht unter Kontrolle gebracht wird, muss die BRD damit rechnen, vom Ausland als Gefahrenherd für einen "Weltbürgerkrieg" kritisiert zu werden. Er (Bild) vergleicht in seiner Rede diese Gefahr mit der deutschen Schuld an den beiden Weltkriegen.

Willy Brandt warnt davor, diekritische Intelligenz in derBundesrepublik pauschal alsSympathisanten von Terroristen zu verdächtigen. Der SPD-Vor-sitzende kontert damit CSU-Chef Strauß, der die Linke als geistige Heimat der RAF gegeißelt hatte.

Was sonst geschah:

Italiens VerteidigungsministerVito Lattanzio wird entlassen. Sein Rücktritt war wegen der Flucht des verurteilten NS-Kriegsverbrechers HerbertKappler aus einem italienischen Militärhospitals gefordertworden.

Die Bonner Regierung kauft nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft 13. August 90 politische Häftlinge aus der DDR frei. Für jeden Dissidenten erhält Ost-Berlin 50 000 D-Mark. erb

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