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CHRONIK DEUTSCHER HERBST

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SONNTAG, 18.9.1977

SONNTAG, 18.9.1977

Ein Teil des Entführerkommandos bereitet sich auf eine Reise nach Bagdad vor. Flüge werden gebucht, Pässe gefälscht. In den Irak aufbrechen sollen unter anderem Brigitte Mohnhaupt, Peter-Jürgen Boock, Susanne Albrecht und Frederike Krabbe. Sie wollen dort Wadi Haddad ("Abu Hani") treffen, Chef der PFLP-SC, des militärischen Zweigs der Volksfront zur Befreiung Palästinas. Mit ihm wollen sie über eine mögliche Unterstützung durch die Palästinenser beraten.

Auch Terroristen hätten das Recht auf einen Verteidiger ihrer Wahl, betont der Hauptgeschäftsgeschäftsführer des Deutschen Anwaltvereins, Heinz Brangsch. Er reagiert damit unter anderem auf den Vorschlag des Historikers Golo Mann, für RAF-Mitglieder nur noch Pflichtverteidiger zu bestellen. Ein "ungutes Beispiel" für diese Art von Verfahren war laut Brangsch der Volksgerichtshof im Dritten Reich, wo nur vom Staat ausgewählte Verteidiger auftreten durften.

Alle Ampeln auf Rot im Falle eines Terroranschlags, fordert der CDU-Bundestagsabgeordnete Benno Erhard. Nach einem Attentat sollte der gesamte Verkehr der betroffenen Stadt stillgelegt werden, damit die Flucht der Terroristen erschwert und gleichzeitig die Bevölkerung gewarnt würde.

Die Frankfurter Rundschau zitiert CDU-Generalsekretär Heiner Geißler zur Debatte über Terrorismusbekämpfung mit den Worten: "Wir müssen nicht bei jeder Maßnahme der Exekutive immer gleich hinterher rechtfertigen, daß dies rechtsstaatliche Maßnahmen gewesen sind."

Was sonst geschah:

Hessens Regierungspartei SPD stimmt auf ihrem Parteitag für einen Baustopp bei Kernkraftwerken. erb

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