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Lambrecht gibt zu: Bei der Digitalisierung der Bundeswehr gibt es Nachholbedarf

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Von: Moritz Serif

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Verteidigungsministerin Christine Lambrecht stattet der Bundeswehr einen Besuch ab.
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht stattet der Bundeswehr einen Besuch ab. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa/picture alliance

Christine Lambrecht will sich ein Bild von der Nato-Ostflanke verschaffen. Die Verteidigungsministerin sprach außerdem Klartext über die Bundeswehr.

Münster – Die Zeit drängt: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat auf die Dringlichkeit einer schnelleren Digitalisierung bei der Bundeswehr hingewiesen. Die SPD-Politikerin ließ sich am Montag beim Heer im niedersächsischen Munster einen ferngesteuerten Roboterhund zeigen, der im Einsatz Bilder liefern könnte.

„Die Einsatzmöglichkeiten sind beeindruckend“, sagte die Politikerin. Eine veränderte Sicherheitslage stelle Deutschland vor große Herausforderungen. In Munster begutachtete die Ministerin den „Stab Test und Versuch“ und suchte das Gespräch mit Soldatinnen und Soldaten.

Verteidigungsminister Lambrecht gibt zu: Bei der Digitalisierung haben wir Nachholbedarf

Die Bundeswehr arbeite an verschlüsseltem Sprechfunk und automatisierter Datenübertragung. Lambrecht gab dennoch zu und sprach Klartext: In der Digitalisierung können „wir deutlich besser werden“, sagte die Verteidigungsministerin im Hinblick auf das 100-Milliarden-Sonderprogramm, das Bundestag und Bundesrat als Antwort auf den Ukraine-Krieg beschlossen hatten.

Geplant ist etwa die Anschaffung moderner F-35-Kampfjets, neuer Korvetten für die Marine sowie von Nachfolgern für den Schützenpanzer Marder und den Truppentransporter Fuchs

Lambrecht will sich ein Bild von der Nato-Ostflanke machen

Lambrecht will sich bei ihrer Sommerreise ein Bild von der Einsatzbereitschaft der Stäbe, Einheiten und Verbände vor dem Hintergrund der Bedrohungslage an der Ostflanke der Nato machen. Bis zum Jahresende soll es eine Entscheidung über einen neuen Bundeswehr-Stützpunkt im niedersächsischen Oerbke im Heidekreis geben.

„Wir sind in Gesprächen, sie sind aber noch nicht abgeschlossen“, bestätigte Lambrecht etwaige Pläne für 2024. Nach Informationen des NDR geht es um ein mögliches Panzerpionier-Lehr-Bataillon mit etwa 2000 Soldaten. Zuletzt hatte die Verteidigungsministerin vor einem „Ausplündern“ der Bundeswehr gewarnt.

Verteidigungsministerin warnt vor der Ausplünderung der Bundeswehr

Sie sagte: „Wir unterstützen die Ukraine mit allem, was möglich und verantwortbar ist. Aber wir müssen die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gewährleisten.“ Kanzler Olaf Scholz hatte weitere Waffenlieferungen in die Ukraine im Zuge des sogenannten Ringtauschs für die kommenden Wochen angekündigt. Das Land führt weiter erbitterten Krieg mit Russland.

Die Bundesregierung habe „mit mehreren Ländern diese Vereinbarungen jetzt soweit konkretisiert, dass sie unmittelbar mit Auslieferung verbunden sein werden“, sagte er im Bundestag. Einzelheiten nannte der Kanzler nicht. Vor allem die Bundestagsfraktion der CDU/CSU drängt auf schnelle Waffenlieferungen an die Ukraine. (mse/dpa)

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