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Christian Lindner stimmt gegen Verbrenner-Aus — und will Kaufprämie für E-Autos streichen

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Von: Moritz Serif

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Christian Lindner hat keinen Bock auf das Verbrenner-Aus. Die Kaufprämie für Elektroautos ist ihm ebenfalls ein Dorn im Auge. Der Politiker hat andere Ideen.

Berlin - Christian Lindner, FDP-Chef, lässt nicht mit sich reden: „Ich halte die Entscheidung, den Verbrennungsmotor zu verbieten, für falsch“, sagte er in einer Rede vor dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Der Politiker kündigte an, dass er gegen das von der EU geplante Verbrenner-Aus ab 2035 stimmen werde.

„Wir in der Bundesregierung werden dieser europäischen Rechtssetzung in dieser Woche nicht zustimmen“, fügte Lindner hinzu. Daraus ergebe sich: „Deutschland wird den Flottengrenzwerten, die ein De-facto-Verbot von Verbrennungsmotoren bedeuten, nicht zustimmen können“, stellte der FDP-Chef dar.

Christian Lindner (FDP) hält dem Verbrenner die Treue - Elektroautos sind ihm ein Dorn im Auge

Lindner merkte an, dass es trotz der Umstellung auf Elektromobilität weiterhin Nischen für den Verbrenner geben werde und müsse. Nicht überall werde der Umstieg zeitnah erfolgen. Der Politiker sprach von „Jahrzehnten“, die noch ins Land ziehen könnten.

Zudem forderte Lindner erneut ein Aus der Kaufprämien für Elektrofahrzeuge. Um diese zu fördern, reichten Steuervorteile für elektrisch betriebene Dienstwagen völlig aus, sagte Lindner. „Wir brauchen nicht auch noch die Kaufprämie“, sagte er. Es gebe ohnehin lange Lieferzeiten für Elektroautos.

Lindner bei Sondierungsgesprächen
FDP-Chef Christian Lindner ist klar gegen ein Verbrenner-Aus (Archivbild). © Michael Kappeler/dpa/picture alliance

Energiekrise: Lindner will Atomkraftwerke weiter laufen lassen

Ein Umsteuern verlangte Lindner auch in der Energiepolitik. „Wir haben noch drei funktionierende laufende Kernkraftwerke“, sagte der FDP-Chef. Man müsse „ideologiefrei“ darüber diskutieren. „Es geht darum, die Energieversorgung für uns zu sichern“, sagte der Finanzminister.

Auch beim Wasserstoff wurde Lindner deutlich. Hier dürfe man „nicht so wählerisch sein“. Es dürfe keine Beschränkung auf regenerativ erzeugten grünen Wasserstoff geben, er sei auch offen für fossil hergestellten „blauen Wasserstoff und auch für roten Wasserstoff, der mit französischem Atomstrom erzeugt wird. Lindners Äußerungen dürften bei seinem Koalitionspartner, den Grünen, nicht unbedingt auf Zustimmung stoßen. (mse mit afp)

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