+
Christian Hirte, 43, musste Anfang Februar als Ostbeauftragter der Bundesregierung zurücktreten.

CDU Thüringen

Christian Hirte könnte auf Mike Mohring folgen

  • schließen

Der ehemalige Ostbeauftragte der Bundesregierung erwägt eine Kandidatur als Thüringer CDU-Chef. Der Posten ist frei, weil Mike Mohring nicht mehr antreten wird.

Gut fünf Wochen nach seinem Rücktritt als Ostbeauftragter der Bundesregierung spielt Christian Hirte mit dem Gedanken an eine neue Aufgabe: Der 43-Jährige erwägt eine Kandidatur für den Vorsitz der CDU in Thüringen. „Die CDU muss schauen, wie sie sich bestmöglich für die Zukunft aufstellt; wir haben in einem Jahr Neuwahlen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wichtig ist, dass nicht nur eine Person, sondern die ganze Breite der Partei deutlich wird im neuen Landesvorstand.“ Hirte fügte hinzu: „Ich selbst werde von vielen angesprochen und mache mir Gedanken darüber, ob ich antrete. Wir werden das intern gemeinsam besprechen.“

Der bisherige CDU-Landesvorsitzende Mike Mohring hatte unter dem Druck aus der eigenen Partei seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt. Er war wegen des schlechten Abschneidens bei der Landtagswahl und anschließenden Taktierens bei der Regierungsbildung in die Kritik geraten. Seither ist Hirte, derzeit stellvertretender Landesvorsitzender, im Gespräch. Mohrings Nachfolger an der Spitze der CDU-Landtagsfraktion ist Mario Voigt.

Hirte stammt aus Bad Salzungen in Südthüringen und war vom Frühjahr 2018 bis Anfang Februar 2020 Ostbeauftragter. Via Twitter hatte er dem FDP-Politiker Thomas Kemmerich zur Ministerpräsidenten-Wahl mit Stimmen von CDU und AfD gratuliert und geschrieben: „Herzlichen Glückwunsch, Thomas Kemmerich! Deine Wahl als Kandidat der Mitte zeigt noch einmal, dass die Thüringer RotRotGrün abgewählt haben. Viel Erfolg für diese schwierige Aufgabe zum Wohle des Freistaats Thüringen.“

Daraufhin hatten Politiker von Linken, SPD und Grünen seinen Rückzug gefordert. Nachdem er den Glückwunsch nicht zurücknahm, musste Hirte auf Veranlassung von Kanzlerin Angela Merkel schließlich zurücktreten. Sein Nachfolger als Ostbeauftragter wurde der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz.

Hirte zog schon häufiger den Zorn politischer Gegner auf sich – vor allem den der Linken. Die mache Ostdeutschland seit jeher immer nur schlecht und sei deshalb für den Aufstieg der AfD mitverantwortlich, sagte er. Daraufhin hatte Parteichefin Katja Kipping die Absetzung Hirtes gefordert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion