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Die chinesische Bloggerin Zhang Zhan ist seit Mai 2020 inhaftiert. Foto:verdi.
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Die chinesische Bloggerin Zhang Zhan ist seit Mai 2020 inhaftiert.

Twitter-Aktion

Chinesische Bloggerin Zhang Zhan: Im Hungerstreik gegen die Zensur

  • Jakob Maurer
    VonJakob Maurer
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Tausende setzen sich im Netz für die chinesische Bloggerin Zhang Zhan ein. Vor eineinhalb Jahren berichtete sie aus Wuhan – nun soll sie im Gefängnis in Lebensgefahr schweben.

Peking– Ihr letztes Video nimmt Zhang Zhan vor eineinhalb Jahren am nahezu menschenleeren Nordbahnhof in Wuhan auf. Es ist der 13. Mai 2020. Seit drei Monaten berichtet die chinesische Bürgerjournalistin aus der Stadt, die zum Sinnbild für den Beginn der Pandemie geworden ist. Von dort zeigt sie als eine der wenigen unabhängigen Stimmen Tag für Tag die vollen Krankenhausflure oder leeren Geschäfte des ersten bekannten Corona-Hotspots.

Ihr Video vom 13. Mai betitelt sie: „Die Folgen der autoritären Seuchenprävention zeigen sich weiter“ – ihre Berichte sind kritische Beobachtungen, die die Staatsgewalt weder ausgesprochen noch gehört haben will.

China: Journalistin bekommt vier Jahre Gefängnis für freie Berichterstattung

Immer wieder tauchen in Zhangs Videos Polizisten auf, die ihr das Filmen verbieten wollen. „Wenn du das weitermachst, mach ich dein Handy kaputt“, warnt sie einer in einem Video und erhebt drohend den Zeigefinger. Wenig später wird Zhang festgenommen und im Dezember 2020 zu vier Jahren Haft verurteilt. Sie habe „Streit angezettelt und Unruhe provoziert“, heißt es in der Begründung – ein Jahr später soll sie jetzt in Lebensgefahr schweben.

Darauf machten am Montag Tausende Nutzer:innen auf Twitter in einer von der Menschenrechtsorganisation Amnesty Deutschland und der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum initiierten Aktion aufmerksam.

Amnesty International fordert Xi Jinping zur Freilassung von Zhang Zhan auf

Ausgelöst hatte die Sorge um ihr Leben ein Bericht von Angehörigen. Ende Oktober schilderte der Bruder der Inhaftierten, seine Schwester sei nach einem wochenlangen Hungerstreik stark untergewichtig und werde „den kommenden kalten Winter vielleicht nicht überleben“. Demnach verweigere die inzwischen 38-Jährige seit Wochen die Nahrungsaufnahme und werde zwangsernährt.

Mit der Aktion vom Montag fordert Amnesty Deutschland: „Die chinesische Regierung muss Zhang Zhan unverzüglich freilassen, damit sie ihren Teil-Hungerstreik beenden und eine angemessene medizinische Behandlung erhalten kann.“ Zhang Zhan habe sich durch den Mut investigativer Journalist:innen ausgezeichnet, „die die Mächtigen mit der Wahrheit konfrontieren“, heißt es darüber hinaus im Aufruf zur Unterzeichnung einer Petition – gerichtet an Chinas Präsidenten Xi Jinping.

USA: Westliche Welt fordert Freilassung von chinesischer Journalsitin

Auch auf staatlicher Ebene wird die Freilassung gefordert. Das US-Außenministerium äußerte sich Anfang November „sehr besorgt über den Fall“ und „über die Willkür ihrer Inhaftierung und die Misshandlungen“, wie ein Sprecher mitteilte.

Vergangene Woche meldete sich auch die Europäische Union zu Wort: Zhang Zhan müsse unverzüglich und ohne Bedingungen auf freien Fuß gesetzt werden, sagte eine Sprecherin des EU-Außenbeauftragen Josep Borrell in Brüssel. Und aus dem Auswärtigen Amt war zu hören, auch die Deutsche Botschaft in China habe sich an das chinesische Außenministerium gewandt und die „unverzügliche Freilassung“ von Zhang gefordert. (Jakob Maurer)

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