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Bachelet fordert eine unabhängige Untersuchung der „exzessiven Polizeigewalt in Hongkong“.

Hongkong

China wirft UN-Kommissarin Einmischung vor

Bachelet kritisiert Polizeigewalt in Hongkong.

UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat mit einem Meinungsbeitrag in der „South China Morning Post“ den Zorn der chinesischen Regierung auf sich gezogen. Darin fordert Bachelet eine unabhängige Untersuchung der „exzessiven Polizeigewalt in Hongkong“. Die chinesische UN-Vertretung warf ihr daraufhin vor, sie ermutige die „Randalierer zu weiterer schwerer und radikaler Gewalt“. Ihr Beitrag sei zudem eine „unangemessene Einmischung“ in interne Angelegenheiten.

In Hongkong setzten Aktivisten ihre Protestaktionen am Wochenende fort. Medien berichteten, rund 200 Menschen hätten am Samstag nach einer zunächst friedlichen Demonstration eine Straßenblockade errichtet. Zudem wurde der Eingang einer U-Bahn-Station in Brand gesetzt. Am Sonntagmorgen zogen Tausende Menschen durch die Straßen, weitere Aktionen waren geplant. Laut der „South China Morning Post“ setzte die Polizei Tränengas ein.

Angesichts der Berichte über die Verfolgung der uigurischen Minderheit in China wirft Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Bundesregierung in der „Welt am Sonntag“ vor, sie sei „absolut hasenfüßig, wenn sie sich öffentlich kritisch über China äußern soll“. Sie will am heutigen Montag in die Volksrepublik und nach Hongkong reisen.

„Diese Hasenfüßigkeit wirkt sich auf die deutschen Unternehmen aus“, sagte Göring-Eckardt der „Welt am Sonntag“. Der deutschen Wirtschaft bescheinigte sie eine Doppelmoral. „Man kann in Deutschland nicht für Diversity werben und gleichzeitig in China über die schwersten Menschenrechtsverstöße hinweggehen.“ Auf mittlere Sicht müsse sich Deutschland wirtschaftlich von China emanzipieren. (afp/dpa/epd)

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