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Fakt ist: Empirisch ist der Ursprung von Corona tatsächlich noch nicht erfasst.
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Fakt ist: Empirisch ist der Ursprung von Corona tatsächlich noch nicht erfasst.

Peking

China: Wir waren es nicht

  • vonFabian Kretschmer
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Eine Studie aus Italien kommt der Pekinger Propaganda entgegen.

Wie umfassend die staatliche Informationskontrolle in China greift, lässt sich dieser Tage besonders anschaulich verfolgen: Zu Beginn des Monats veröffentlichten italienische Wissenschaftler:innen eine umstrittene Studie, die belegen soll, dass das Coronavirus bereits im September in Italien gewütet habe. Seither posaunen Chinas Staatsmedien praktisch täglich die Botschaft unters Volk, das Virus stamme aus dem Ausland.

„Hier ist ein Beweis, warum Covid wahrscheinlich nicht in China begonnen hat“, twittert beispielsweise Peijin Zhang vom Propagandasender CGTN. Und die Volkszeitung, offizielles Organ der Kommunistischen Partei, behauptet ebenfalls, alle Hinweise würden auf einen Ursprung aus dem Ausland deuten.

Dass die Autor:innen der Studie einer solchen Botschaft widersprechen, wird im öffentlichen Diskurs der Volksrepublik verschwiegen. Ausländische Webseiten, die darüber berichten, sind in China meist gesperrt.

Fakt ist: Empirisch ist der Ursprung von Corona tatsächlich noch nicht erfasst. Möglicherweise wird er das auch nie, schließlich ist es eine Sisyphosaufgabe herauszufinden, von welchem konkreten Tier der Lungenerreger erstmals auf den Menschen übergesprungen ist. Beim zunächst vermuteten Ursprungsort in Wuhan – dem Huanan-Wildtiermarkt – haben die Behörden zudem sämtliche Virusspuren vernichten lassen.

Dennoch wird sich bald eine WHO-Delegation der Ursprungsfrage widmen. Erster Stopp: Wuhan. Dabei ist weder zu erwarten, dass die chinesische Führung den ausländischen Fachleuten uneingeschränkten Zugang gibt, noch dass diese offen Kritik an der anfänglichen Intransparenz Pekings üben werden. Denn in der akademischen Gemeinschaft weiß man nur allzu gut um die Spielregeln: Wer gegen China Tacheles redet, steht schon bald vor verschlossenen Türen.

Ohne Frage kann die Staatsführung rund um Xi Jinping stolz sein auf den erfolgreichen Kampf gegen Covid im eigenen Land. Mit drastischen Maßnahmen haben die Behörden sowie eine disziplinierte Bevölkerung die Infektionszahlen de facto auf null gedrückt. Seit Frühjahr gibt es nur noch vereinzelte Infektionscluster, die bisher jedoch stets umgehend mit Hilfe von Massentests und lokalen Lockdowns eingedämmt wurden.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Gleichzeitig verweigert sich China nach wie vor einer Debatte über die Vertuschungen der ersten Wochen. Noch immer sitzen Bürgerjournalist:innen in Haft, die in Wuhan recherchiert haben. Und bis heute versucht die Regierung mit Informationskontrolle und Zensurbehörden das Narrativ über Corona zu kontrollieren. Sie setzt alles daran, dass Wuhan nicht als Ursprungsort einer weltweiten Pandemie in die Geschichte eingeht.

So hieß es bei praktisch jedem Infektionscluster der letzten Monate, dass das Virus aus dem Ausland importiert worden sei – entweder durch illegale Grenzübertritte aus Russland oder etwa durch eine aus Deutschland stammende Schweinshaxe wie zuletzt im ostchinesischen Tianjin. Insbesondere auf Tiefkühlware haben die Staatsmedien zuletzt ihr Augenmerk gelegt. Und die Regierung hat ein QR-System eingeführt, mit dem sich einzelne Importladungen nachverfolgen können, sollten Virusspuren gefunden werden. Doch sind solche Anschuldigungen glaubwürdig? Fachleuten zufolge kann das Virus zwar auf Tiefkühlprodukten überleben – Ansteckungen seien aber nahezu ausgeschlossen.

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