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China: Video von angeketteter Frau in Lehmhütte schockiert das Land

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Von: Nail Akkoyun

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Auf dem Video ist eine angekettete Frau in einer Lehmhütte zu sehen.
Auf dem Video ist eine angekettete Frau in einer Lehmhütte zu sehen. © Twitter/Screenshot

Eine an Schizophrenie leidende Frau wird in einer Hütte angekettet und bei winterlichen Temperaturen sich selbst überlassen. Das Video sorgt in China für Aufruhr.

Xuzhou – Ein Video, welches eine angekettete Frau in einer schmutzigen Lehmhütte zeigt, geht aktuell in China viral und sorgt für reichlich Diskussionsstoff. Neben einer Ermittlungsaufforderung wird auch die Behandlung von Menschen mit psychischen Störungen in China hinterfragt.

Die Aufnahme, welche laut The Guardian am 26. Januar 2021 entstand, wurde am Folgetag auf der Video-Plattform Douyin gepostet. Der Mann, der das Video hochgeladen hatte, zeigte sich schockiert, als er die Frau in Jiangsu, einer ostchinesischen Provinz, entdeckte.

Ehemann von angeketteter Frau: In China „blickt man auf sie hinab“

In der rund zwei Minuten langen Aufnahme sieht man eine Frau, die an ihrem Hals festgekettet ist. Trotz eiskalter Temperaturen ist sie nur leicht bekleidet. Darüber hinaus wirkt die Frau sichtlich benommen und kann kaum sprechen. Kurz darauf lud der mutmaßliche Ehemann ein Video auf Douyin hoch, indem er erklärte, dass die Frau mit ihm gemeinsam mehrere Kinder habe und „andere Menschen auf sie hinab blicken“.

Lokalen Behörden zufolge ist die in der ostchinesischen Stadt Xuzhou lebende Frau seit 1998 mit dem Mann verheiratet und Mutter von acht Kindern. Sie leide unter Schizophrenie, welche in der Vergangenheit häufiger zu Gewaltausbrüchen geführt habe. Zudem sei sie eine Bettlerin.

Nach schockierendem Video aus China: Gründliche Ermittlung in sozialen Netzwerken gefordert

In Chinas sozialen Medien entwickelte sich derweil eine hitzige Debatte über die Behandlung von Personen mit psychischen Erkrankungen. In den ländlichen Regionen von China handelt es sich bei der menschlichen Psyche noch immer um ein fast schon tabuisiertes Thema. Bisher litten die Diskussionen nicht unter der chinesischen Zensur. Auf Weibo, einem sozialen Netzwerk, haben sich bis Montag (31.01.2022) mehr als 25.000 Kommentare unter dem Post über die nachlässige Ermittlung gesammelt.

Gegen den Mann werde zwar ermittelt, allerdings sei mit einer Strafanzeige nicht zu rechnen, heißt es in dem Guardian-Bericht. Auf den Vorwurf des Menschenhandels, den viele erschütterte Weibo-Nutzer:innen aufbrachten, gibt es laut den lokalen Behörden keine Hinweise. Die Frau wird den Angaben zufolge derzeit in einem Krankenhaus behandelt. (Nail Akkoyun)

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