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Chinesische und Russische Bomber bedrohen Japans Luftraum

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Von: Lukas Zigo

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Russischer Bomber
Russischer Tu-95-Bomber auf einer Parade. © Yuri Kochetkov/dpa

Russische und Chinesische Bomber nähern sich Japan, während in Tokio die Staats- und Regierungschefs der USA, Australien, Inden und Japans tagen.

Tokio – Die Staats- und Regierungschefs der Quad-Gruppe trafen sich am Dienstag (25. Mai 2022) in Tokio. Währenddessen haben russische und chinesische Militärflugzeuge gemeinsame Übungen in der Nähe Japans durchgeführt. Das bestätigte der japanische Verteidigungsminister Nobuo Kishi. Er bezeichnete dies als „Provokation“.

„Zwei chinesische Bomber haben sich zwei russischen Bombern im Japanischen Meer (in Südkorea als Ostmeer bekannt) angeschlossen und einen gemeinsamen Flug ins Ostchinesische Meer unternommen“, sagte Kishi am Dienstag gegenüber Reportern. Die Flugzeuge hätten den japanischen Luftraum nicht verletzt, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Quad-Gipfel: Staats- und Regierungschefs der USA, Japan, Indien und Australien in Tokyo

Während sich die Kampfflugzeuge dem japanischen Luftraum näherten, empfing die Regierung Japans in Tokio die Staats- und Regierungschefs der Quad-Ländergruppe – USA, Indien, Australien und Japan. Die japanische Luftwaffe ließ ihre Flugzeuge starten, um die Bomber aus China und Russland im Notfall abzufangen.

US-Präsident Joe Biden, der indische Premierminister Narendra Modi, der japanische Premierminister Fumio Kishida und der neu gewählte australische Regierungschef Anthony Albanese kamen in der japanischen Hauptstadt zum Quad-Gipfel zusammen, der dem Einfluss Chinas im asiatisch-pazifischen Raum entgegenwirken soll.

Taiwan: Quad warnt China davor, „den Status quo mit Gewalt zu verändern“

Der sogenannte Quad-Block warnte in einer gemeinsamen Erklärung vor Versuchen, „den Status quo mit Gewalt zu verändern“, da die Sorge wächst, dass China in das demokratisch selbstverwaltete Taiwan einmarschieren könnte. In der Erklärung wurden direkte Hinweise auf Russland oder China jedoch vermieden.

Biden hatte Peking am Montag (23. Mai 2022) verärgert, als er sich bereit erklärte, zu Verteidigung Taiwans auch Gewalt anzuwenden. Später erklärte er jedoch, die Politik der USA gegenüber der selbstverwalteten demokratischen Insel habe sich nicht geändert. China betrachtete Taiwan als ein unveräußerlichen Teil seines Territoriums, der mit dem Festland wiedervereinigt werden soll.

Bei einem Briefing am Dienstag sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, die gemeinsame Militärübung zeige, dass die Partnerschaften zwischen den beiden Ländern „sehr wohl lebendig und wohl auf“ seien.

Chinas-Verteidigungsministerium: Aktion ist eine jährliche Militärübung

Die gemeinsame Luftpatrouille über dem Japanischen Meer, dem Ostchinesischen Meer und dem Westpazifik wurde vom chinesischen Verteidigungsministerium bestätigt. Sie sei Teil einer jährlichen Militärübung. „Am 24. Mai haben die Luftstreitkräfte beider Länder eine routinemäßige gemeinsame strategische Luftpatrouille im Luftraum über dem Japanischen Meer, dem Ostchinesischen Meer und dem Westpazifik organisiert und durchgeführt“, so das Verteidigungsministerium in einer Erklärung.

Das russische Verteidigungsministerium teilte in einer Erklärung mit, dass die gemeinsame Patrouille 13 Stunden dauerte und russische Tu-95-Bomber und chinesische Xian H-6-Jets beteiligt gewesen seien.

China-Russland-Provokation: Japan äußert Bedenken „auf diplomatischen Wege“

Japan habe „auf diplomatischem Wege unsere ernsten Bedenken im Hinblick auf die Sicherheit unseres Landes und der Region mitgeteilt“, erklärte der japanische Verteidigungsminister „Wir glauben, dass die Tatsache, dass diese Aktion während des Quad-Gipfels stattfand, sie noch provokativer macht als in der Vergangenheit“, sagte er und fügte hinzu, dass dies der vierte Vorfall dieser Art seit November war.

„Währen die internationale Gemeinschaft auf Russlands Aggression gegen die Ukraine reagiert, gibt die Tatsache, dass China eine solche Aktion in Zusammenarbeit mit Russland, dem Aggressor, durchgeführt hat, Anlass zur Sorge. Das darf nicht übersehen werden.“

Vor Ukraine-Einmarsch: China und Russland bekräftigen „grenzenlose“ Partnerschaft

Dies wolle Kishi klarmachen, und führte ein weiters Beispiel an. Am Dienstag sei ein russisches Aufklärungsflugzeug auch von Nord-Hokkaido zur Halbinsel Noto in Zentraljapan geflogen, was angesichts des Gipfels in Tokio als besonders „provokativ“ bezeichnete.

Nur wenige Wochen bevor der russische Präsident Wladimir Putin den Einmarsch in die Ukraine befahl, erklärten Peking und Moskau eine „grenzenlose“ Partnerschaft. China weigert sich bis heute, den Schritt Russlands zu verurteilen. (lz)

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