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Spannungen wachsen

Taiwan wehrt sich gegen „Wiedervereinigung“ mit China

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Nach dem Aufruf von Chinas Präsident Xi Jinping zur „Wiedervereinigung“ mit Taiwan stellt die Präsidentin des Inselstaats klar: Taiwan wird sich nicht beugen.

Update von Sonntag, 10.10.2021, 11.10 Uhr: Der Forderung des chinesischen Staatschefs Xi Jinping nach einer „Wiedervereinigung“ von China und dem demokratischen Inselstaat Taiwan hat Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen dem eine klare Absage erteilt: „Es sollte absolut keinerlei Illusionen geben, dass sich das taiwanische Volk Druck beugen wird“, sagte Tsai Ing-wen in einer Rede zum Nationalfeiertag Taiwans in Taipeh.

Weiter kündigte die Präsidentin an, die Inselrepublik werde ihre Verteidigung ausbauen, damit niemand Taiwan zwingen könne, den Weg zu nehmen, den Peking vorzeichne. Dieser biete „weder ein freies und demokratisches Leben, noch Souveränität“ für die 23 Millionen Taiwaner. China indessen drohte mit einer gewaltsamen Eroberung Taiwans. Er präferiere eine Vereinigung mit „friedlichen Mitteln“, hatte der chinesische Präsident Xi Jinping am Samstag (09.10.2021) betont, warnte aber, dass eine Abspaltung Taiwans „ein böses Ende“ nehmen werde.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen stellt in einer Rede zum Nationalfeiertag klar: Taiwan wird sich China nicht beugen.

Beziehung zwischen China und Taiwan: So kompliziert wie nie in sieben Jahrzehnten

Taiwans Präsidentin beschrieb in ihrem Auftritt zum Nationalfeiertag die Beziehungen zu China als so kompliziert wie nie zuvor in den vergangenen sieben Jahrzehnten. Damals waren die nationalchinesischen Kuomintang-Truppen nach der Niederlage im Bürgerkrieg gegen die Kommunisten auf die Insel geflüchtet, die von China als „untrennbarer Teil“ der Volksrepublik angesehen wird. Beide Seiten begingen am 10. Oktober 2021 den 110. Jahrestag der Revolution von 1911.

Taiwan hoffe dennoch auf eine Entspannung in den Beziehungen zu China und werde nicht unbesonnen handeln, versicherte Präsidentin Tsai Ing-wen. „Wir rufen dazu auf, den Status quo zu bewahren, und wir werden alles tun, um zu verhindern, dass der Status quo einseitig verändert wird.“

Chinas Präsident Xi verspricht baldige „Wiedervereinigung“ mit Taiwan

Erstmeldung von Samstag 09.10.2021, 12.53 Uhr: Taipeh/Peking - Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen China und dem demokratischen Inselstaat Taiwan steht wieder einmal vor der Zerreißprobe. In seiner Rede zum 110. Jahrestags der chinesischen Revolution am Samstag (09.10.2021) forderte der chinesische Staatspräsident Xi Jinping eine „friedliche“ Wiedervereinigung beider Staaten: Die Unabhängigkeit Taiwans sei das „größte Hindernis für die Wiedervereinigung des Mutterlandes und eine ernsthafte versteckte Gefahr“, warnte Präsident Xi.

Die militärischen Spannungen zwischen Peking und Taipeh hatten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Peking sieht Taiwan, das sich 1949 von China abgespalten hatte, als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. Zuletzt waren Kampfflieger Pekings mehrfach in die Luftverteidigungszone Taiwans eingedrungen.

Chinas Präsident Xi Jinping fordert eine friedliche „Wiedervereinigung“ mit Taiwan - und droht mit Gewalt.

„Wiedervereinigung“ von China und Taiwan: Inselstaat will unabhängig bleiben

Taiwan wies den Vorstoß Chinas entschieden zurück. Die demokratische Inselrepublik sei ein „souveränes und unabhängiges Land und nicht Teil der Volksrepublik China“, betonte der Sprecher von Präsidentin Tsai Ing-wen in Taipeh. Bei der Revolution von 1911 sei eine „demokratische Republik, nicht eine autoritäre Diktatur“ gegründet worden. Auf Taiwan sei diese Demokratie „wahrhaftig verwirklicht“ worden. Der Sprecher bezog sich auf die damals nach dem Sturz der Qing-Dynastie in Peking gegründete Republik China, wie sich Taiwan auch heute noch offiziell nennt.

Unter Hinweis auf die Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie Hongkong 1997 an China, die als Vorbild für eine „Wiedervereinigung“ mit Taiwan genannt wird, warf der Sprecher der kommunistischen Führung auch vor, ihre Versprechen gebrochen zu haben. Dass sich 50 Jahre nichts ändern solle, habe Peking widerrufen. Auch sei der Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ nicht machbar. Die Mehrheit der 23 Millionen Taiwaner lehne das Modell ganz klar ab. Auch verteidigten sie ihren demokratischen und freiheitlichen Lebensstil.

Konflikt zwischen China und Taiwan: Xi Jinping warnt Ausland vor Einmischung

Bei seiner Rede zum Jahrestag der Revolution mahnte Xi Jinping das Ausland, sich aus dem Konflikt zwischen den beiden Staaten herauszuhalten: „Die Taiwan-Frage ist eine rein innere Angelegenheit Chinas, die keine Einmischung von außen zulässt.“ Dies bezieht sich vor allem auf Taiwans engsten Verbündeten, die USA. China hatte angesichts der heimlichen Ausbildung von Truppen in Taiwan durch US-Spezialkräfte vor einem „schweren Schaden“ für die Beziehungen zu den USA gewarnt.

Nach Informationen aus dem Pentagon trainierten etwa 20 US-Soldaten seit mehreren Monaten taiwanische Armee- und Marineangehörige. Als wichtigster Verbündeter Taiwans hatten die USA ihre Waffenlieferungen in den vergangenen Jahren verstärkt. US-Kriegsschiffe durchqueren im Zuge militärischer Übungen immer wieder die Straße von Taiwan, was zu Verärgerung in China führt. (ska/dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Sam Yeh/AFP

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