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Peking gibt Änderung bekannt

China beendet Zwei-Kind-Politik - nicht allen gefällt die historische Entscheidung

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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Die Regierung der Volksrepublik China bricht mit einer jahrzehntealten Politik der Geburtenkontrolle. Die Reaktionen sind verhalten.

Peking - China hat eine historische Wende in der Familienpolitik bekannt gegeben. Paaren sind ab sofort bis zu drei Kinder erlaubt. Die Entscheidung hatte das de facto regierende Politbüro der Kommunistischen Partei am Montag bekannt gegeben. Damit reagiert die Partei auf den starken Geburtenrückgang und die daraus resultierende Überalterung der Gesellschaft in China. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Dem Beschluss des Politbüros war eine Volkszählung der Bevölkerung Chinas vorausgegangen. Dem bevölkerungsreichsten Land der Welt mit mehr als 1,4 Millliarden Menschen drohe demnach bereits in wenigen Jahren ein Bevölkerungsrückgang. In den vergangenen zehn Jahren ist Chinas Bevölkerung nur noch um jährlich 0,53 Prozent gewachsen.

China erlaubt Paaren drei Kinder - Ein-Kind-Politik von 1979 beendet

Dieser Rückgang liegt wohl vor allem am Erfolg der Ein-Kind-Politik in China, die von der Regierung unter Deng Xiaoping im Jahr 1979 eingeführt wurde. Präsident Xi Jinping hatte daraus 2015 die Zwei-Kind-Politik gemacht. Daraufhin war die Anzahl der Geburten in der Volksrepublik 2016 wieder gestiegen. In den folgenden Jahren sank die Geburtenrate aber wieder ab.

In China, wie hier in Peking, können Mütter bald bis zu drei Kinder bekommen. (Archivbild)

Die große Bevölkerung Chinas wird von der Kommunistischen Partei als eine der wichtigsten Ressourcen des Landes auf dem Weg vom Schwellenland zur Supermacht betrachtet. Die strikte Geburtenkontrolle wurde lange Jahre als hartes, aber erfolgreiches Konzept angesehen. Zuletzt mehrten sich aber die kritischen Stimmen. Abtreibungen von Mädchen hatten stark zugenommen, vor allem im östlichen, reichen Teil des Landes beklagten sich die Menschen in den sozialen Medien über verwöhnte Einzelkinder. Das „Little Emperor Syndrome“ (Kleiner-Kaiser-Syndrom) wurde immer mehr als Volkskrankheit der Oberschicht wahrgenommen.

China: Bevölkerung steht strenger Geburtenkontrolle gemischt gegenüber

Der als historisch bezeichnete Schritt scheint aber vor allem in dieser Schicht in China nicht nur Begeisterung auszulösen. Wie die britische BBC berichtet, finden sich im chinesischen Pendant zu Facebook namens Weibo auch kritische Stimmen. „Wir können drei Kinder haben, das Problem aber ist, dass ich nicht mal eins will“, schrieb dort ein Nutzer. Die junge Generation innerhalb der Großstädte wie Peking oder Shanghai sei nicht an einer Familiengründung interessiert und wolle stattdessen lieber Karriere machen oder einfach „ihr Leben leben“, wie es ein Bewohner der Hauptstadt gegenüber der BBC sagte. (Daniel Dillmann mit dpa)

Rubriklistenbild: © NICOLAS ASFOURI

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