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Chinesisches Militärflugzeug kommt US-Jet gefährlich nah

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Von: Sebastian Richter

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Bis auf sechs Meter soll ein Flugzeug der chinesischen Luftwaffe einem Patrouillenflug der USA gekommen sein. Die Spannungen in der Region nehmen weiter zu.

Washington – Über dem Südchinesischen Meer kam es zu einem Vorfall zwischen einem US-Flugzeug und einem Jet der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Der chinesische J-11-Pilot kam einem Flugzeug der US-Airforce gefährlich nahe, nur noch 20 Fuß (etwa 6 Meter) sollen die beiden Flugzeuge getrennt haben. Am 29. Dezember veröffentlichte das Indopazifische Kommando der Vereinigten Staaten (USINDOPACOM) ein Video des Vorfalls, der sich demnach bereits am 21. Dezember zugetragen habe.

Der US-Flieger vom Typ RC-135 war auf einer „rechtmäßigen Routineoperationen über dem Südchinesischen Meer im internationalen Luftraum“, wie das Kommando mitteilt. Dabei kam ihm der Jet aus China so nah, dass die RC-135 zu einem Ausweichmanöver gezwungen wurde, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Zwischenfall in der Luft: Kampfflieger der USA und aus China kommen sich gefährlich nah

Weiter heißt es in dem Bericht, dass sich die USINDOPACOM „für eine freie und offene indo-pazifische Region“ einsetze. Weiterhin werde sie „auf See und im internationalen Luftraum unter gebührender Berücksichtigung der Sicherheit aller Schiffe und Flugzeuge nach internationalem Recht fliegen, segeln und operieren“. Dabei erwarte die USINDOPACOM von allen Ländern in der Region, dass sie „den internationalen Luftraum sicher und im Einklang mit dem Völkerrecht nutzen.“

Einen Tag nach dem Manöver betonte die USINDOPACOM in einer weiteren Mitteilung, einen „freien und offenen Indopazifik zu bewahren“, der allen zugutekomme. „Die Vereinigten Staaten setzen ihre Operationen in der Region fort, um Frieden und Stabilität zu wahren, das Völkerrecht, einschließlich der Freiheit der Schifffahrt und des Überflugs, aufrechtzuerhalten und den ungehinderten Handel und andere rechtmäßige Nutzungen des Meeres zu unterstützen.“

Ein chinesischer Kampfjet vom Typ J-11. (Archivfoto)
Ein chinesischer Kampfjet vom Typ J-11. (Archivfoto) © IMAGO/Taiwan Defence Ministry Via Zuma

Spannungen im Südchinesischen Meer nehmen zu

Gemeinsam mit Verbündeten und Partnern in der Region verfolge man „die militärischen Aktivitäten der Volksrepublik China“ im Südchinesischen Meer, im Philippinischen Meer und die laufenden russisch-chinesischen Übungen im Ostchinesischen Meer genau. Militärischer Druck oder Zwang gegen US-Verbündete und Partner in der Region lehne man ab. „Die Vereinigten Staaten haben sich sehr klar ausgedrückt: Wir werden uns weiterhin mit aller Entschiedenheit gegen jedes Verhalten wenden, das die Regeln, auf die sich die internationale Gemeinschaft zur Aufrechterhaltung von Stabilität und Frieden verlassen hat, in Frage stellt und verbiegt.“

Die Situation im Südchinesischen Meer hat sich in den vergangenen Wochen zunehmend angespannt. Die kleine Insel Taiwan fürchtet bereits seit Jahren um seine Unabhängigkeit vom mächtigen China. Vergangene Woche versprachen die USA Taiwan Militärhilfen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar – inklusive Waffenlieferungen. China reagierte mit einer großangelegten Militärübung in der Nähe der Insel. 70 chinesische Kampfflugzeuge steigen in die Luft, 47 davon drangen in die Luftraumüberwachungszone der Insel ein. (spr)

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