1. Startseite
  2. Politik

USA senden Kriegsschiff durch die Straße von Taiwan

Erstellt:

Von: Lukas Zigo

Kommentare

Der Raketenzerstörer USS Ralph Johnson im Süd-Chinesischen Meer.
Der Raketenzerstörer USS Ralph Johnson im Süd-Chinesischen Meer. © Mc1 Timothy Black/U.S. Navy/Imago Images

Ein US-Kriegsschiff passiert die Straße von Taiwan, um US-amerikanischen Schutz für Taiwan zu bekräftigen. Experten warnen vor einer Eskalation.

Taipeh – Inmitten der Ukraine-Krise hat ein US-Kriegsschiff die Straße von Taiwan durchquert. Dies soll ein Zeichen für Taiwan darstellen, dass die USA trotz des Krieges in der Ukraine zum Schutz Taiwans bereitstehen. Experten warnen jedoch, dies könnte ein falsches Signal sein und nur Spannungen in der Region schüren.

Der Lenkwaffenzerstörer USS Ralph Johnson fuhr am Samstag (26.02.2022) durch die strategische Wasserstraße. Dies veranlasste das chinesische Militär dazu, Kräfte zu organisieren, um die Fahrt des Schiffes zu verfolgen und zu überwachen, wie das Kommando der Chinesischen Streitkräfte mitteilte.

Chinas Militärsprecher: Aktion „sinnlos und heuchlerisch“

Oberstleutnant Shi Yi bezeichnete die US-Aktion als Provokation, die darauf abziele, die separatistischen Kräfte Taiwans zu ermutigen, und nannte sie „heuchlerisch und sinnlos“. Die sich verschärfende Lage in der Ukraine und der Rückzug der USA aus Afghanistan werden von den Einwohner:innen Taiwans genau beobachtet. Die Entscheidung, keine US-Truppen in die Ukraine zu schicken, haben bei der Bevölkerung Taiwans eine öffentliche Diskussion über das Sicherheitsengagement der USA auf der Insel ausgelöst.

Den Höhepunkt erreichte die Diskussion, als in den sozialen Medien zu lesen war, Taiwan befinde sich auf Platz 21 der Weltrangliste der militärischen Stärke 2022, einen Platz vor der Ukraine. Der Beitrag ging viral und rief bei der taiwanesischen Bevölkerung die Formulierung „heute Ukraine, morgen Taiwan“ hervor.

Kriegsangst in Taiwan: Politik versucht gegenzusteuern

Die sezessionsfreundliche demokratische Fortschrittspartei bemühte sich, solche Regungen zu unterdrücken. Dazu gehörte auch Taiwans Regierungschefin Tsai Ing-wen, die in einem Interview sagte, die jüngsten Spekulationen seien das Ergebnis von Fehlinformationen, die von anderen Kräften verbreitet würden.

Der ehemalige Magistrat des Bezirks Tainan in Taiwan, Su Huan-chih, reagierte in den sozialen Medien und bezeichnete Tsais Beitrag als ignorant und gleichbedeutend damit, den Kopf in den Sand zu stecken. Auch bezeichnete Su Tsai als heimtückisch, weil sie die echten Bedenken der Menschen, die Taiwan lieben, als Fehlinformationen und Teil eines Propagandakriegs abtue.

China-USA-Konflikt: Experten sehen Potenzial für eine Eskalation

Ein Professor für Taiwan-Angelegenheiten in Xiamen in der Provinz Fujian, der um Anonymität bat, sagte gegenüber China Daily, dass nach der Eskalation in der Ukraine die Sorgen über einen möglichen bewaffneten Konflikt zwischen dem chinesischen Festland und Taiwan zunahmen.

„Die Menschen sind besorgt, dass, wenn die USA und die separatistischen Kräfte Taiwans weiterhin die Kerninteressen Chinas ignorieren, so wie die USA und die Nato weiterhin die Sicherheitsbelange Russlands ignorieren, ein Krieg sehr wahrscheinlich ist, nachdem alle Optionen für eine friedliche Wiedervereinigung ausgeschöpft sind“, sagte der Experte.

Experte: Durchfahrt eine Absichtserklärung der USA in asiatisch-pazifischer Region aktiv zu bleiben

Gemäß dem Professor für US-Studien an der chinesischen Universität für Auswärtige Angelegenheiten, Li Haidong, soll die Durchfahrt des US-Kriegsschiffs zeigen, dass die USA weiterhin gewillt sind, ihren strategischen Wettbewerb mit China in asiatisch-pazifischen Raum fortzusetzen. Und das, obwohl die Ukraine-Krise aktuell den Großteil der diplomatischen Aufmerksamkeit auf sich zieht.

„In gewisser Weise dient die Durchfahrt dazu, China unter Druck zu setzen, dem Beispiel der USA bei der Bestrafung Russlands zu folgen“, sagte er. „Das derzeitige Chaos in Europa ist nicht genug, jetzt will die USA auch noch die Spannungen in der Straße von Taiwan in diesem kritischen Moment der europäischen Geopolitik schüren“, so der chinesische Professor in Bezug auf die USA. (lz)

Auch interessant

Kommentare