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Künftig könnte jeder Kauf in China vom Staat genau nachverfolgt werden.
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Künftig könnte jeder Kauf in China vom Staat genau nachverfolgt werden.

„e-Yuan“

China hat neue staatliche Digitalwährung – mit deutlichen Vorteilen für die Regierung

  • VonFabian Kretschmer
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Eine neue staatliche Digital-Währung wird China nachhaltig verändern – die Bevölkerung kann künftig mit dem „e-Yuan“ noch umfassender überwacht werden.

Peking – Um die neue Währung attraktiv zu machen, hat Chinas Regierung nun die Spendierhosen angezogen: Per virtueller Lotterie werden derzeit 40 Millionen Renminbi (umgerechnet rund fünf Millionen Euro) an die Bürgerinnen und Bürger verteilt. Ausgezahlt werden sie in Form des neuen „e-Yuan“, der weltweit ersten staatlichen Digitalwährung.

Zwar arbeiten etliche Länder an einer zentral herausgegebenen Kryptowährung, doch die Volksrepublik China ist in ihrem Vorhaben mit Abstand führend. Bereits seit 2014 in Planung, wird der „e-Yuan“ mittlerweile in zahlreichen Pilotprojekten im Land getestet. Im Gegensatz zum dezentralisierten Bitcoin wird das chinesische Pendant hingegen von der Zentralbank herausgegeben und kann von der Regierung auch vollständig überwacht werden.

Digitale „e-Yuan“-Geldsummen können in China ein Ablaufdatum erhalten

Die chinesischen Konsumentinnen und Konsumenten werden bei der Umstellung kaum einen Unterschied merken, denn die neue Staatswährung ähnelt in der Benutzung den mobilen Zahldienstleistern wie „WechatPay“ und „Alipay“, die analoges Bargeld ohnehin bereits weitgehend ersetzt haben: Man installiert eine App, die als digitales Portemonnaie dient. Per Smartphone kann man dann schließlich Überweisungen und Zahlungen tätigen. Dafür muss man nicht einmal mehr Internetzugang haben.

Für die chinesische Regierung hingegen ist die Digitalwährung geradezu revolutionär: Denn sie kann damit jede Transaktion überwachen – und könnte auf diesem Wege Steuerhinterziehung, Korruption und Terrorfinanzierung praktisch unmöglich machen.

Gleichzeitig eröffnet die neue Währung auch für die Wirtschaftsplanenden ganz neue Möglichkeiten. Einzelne Zahlungen lassen sich zweckgebunden programmieren. Wenn also beispielsweise eine Lokalregierung zur Belebung der örtlichen Gastwirtschaft Subventionen zahlt, dann aktiviert sich die Geldsumme nur, wenn der entsprechende Rezipient oder die Rezipientin sie auch für den vorgesehenen Zweck ausgibt. Ebenfalls lassen sich Geldsummen mit einem zeitlichen Ablaufdatum versehen – ein praktisches Mittel für Regierungen, um den Binnenkonsum anzukurbeln.

„e-Yuan“ in China: Umfassende Kontrolle möglich

Doch die Kehrseite der Medaille ist offensichtlich: Die Regierung kann mit dem digitalen Yuan nicht nur die Wirtschaft effizient und in Echtzeit steuern, sondern auch die Bevölkerung umfassend überwachen.

Auf internationaler Ebene könnte der „e-Yuan“ dennoch mancherorts Interesse wecken. Insbesondere für Entwicklungsländer wäre die Digitalwährung eine attraktive Alternative, denn mit ihr lassen sich staatenübergreifende Zahlungen ohne Transaktionsgebühren oder Wartezeiten tätigen.

Ob die Digitalwährung in China nur als Alternative zirkulieren oder das analoge Bargeld vollständig ersetzen soll, ist bislang noch nicht abschließend beantwortet. Doch feststeht: Der „e-Yuan“ bleibt an die physikalische Währung gekoppelt. Für jeden digitalen Yuan wird eine analoge Münze eingezogen. (Fabian Kretschmer)

Der „e-Yuan“ ist nicht die einzige Neuerung in der Volksrepublik: Die Regierung von China bricht mit einer jahrzehntealten Politik der Geburtenkontrolle. Die Reaktionen sind verhalten.

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