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UN-Sanktionen gegen Nordkorea: Riskante Flugmanöver von Militärjets sorgen für Spannungen mit China

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Von: Sandra Kathe

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Chinas Militärflugzeuge sollen bei ihren Abfangmanövern bis auf wenige Meter Entfernung an die Maschinen aus Australien und Kanada herangekommen sein. (Symbolbild)
Chinas Militärflugzeuge sollen bei ihren Abfangmanövern bis auf wenige Meter Entfernung an die Maschinen aus Australien und Kanada herangekommen sein. (Symbolbild) © AFP

Kanadische und australische Jet-Crews berichten von Fast-Kollisionen mit chinesischen Militärmaschinen, doch China kontert und spricht Warnungen aus.

Ottawa – Seit Wochen sorgen Zwischenfälle unter Militärflugzeugen für verhärtete Fronten zwischen China auf der einen und Kanada und Australien auf der anderen Seite. Hintergrund seien riskante Abfangmanöver mit denen chinesische Kampfjet-Piloten kanadische und australische Militärs in Gefahr gebracht hätten. Die seien in einer Mission der UN im internationalen Luftraum unterwegs, um Sanktionen gegenüber Nordkorea durchzusetzen.

Den Schilderungen aus Kanada und Australien zufolge habe es in den vergangenen Wochen Dutzende gefährliche Situationen gegeben, bei denen Militärflugzeuge der UN-Mission im internationalen Luftraum abgefangen worden waren. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau nannte die chinesischen Militäraktionen „unverantwortlich und provokativ“ und betonte, dass dabei regelmäßig Menschen in Gefahr gebracht würden. Australiens Premier Anthony Albanese nannte das Verhalten der chinesischen Piloten ein „Sicherheitsrisiko“.

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Als Beispiel für das angeprangerte provokante Verhalten erklärte das kanadische Militär vergangene Woche in einer Stellungnahme, dass die kanadischen Pilot:innen in einigen Fällen schnell ihre Flugroute ändern mussten, um einer potenziellen Kollision mit dem Jet aus dem Abfangmanöver auszuweichen, heißt es in einem Artikel des Guardian. Die Abstände zwischen den Militär-Jets sollen in einigen Fällen gerade einmal noch sechs Meter betragen haben, wie der kanadische Nachrichtensender Global News berichtet.

Die Offiziellen in Peking auf der anderen Seite werfen den kanadischen und australischen Jet-Crews provokantes Verhalten vor und warnen vor „schwerwiegenden Folgen“. In der Stellungnahme eines Regierungssprechers betonte das chinesische Militär, die Abfangmanöver seiner Piloten seien „angemessen“, „kraftvoll“ und „professionell“ gewesen und rief Kanada im Gegenzug auf, seine „riskanten und provokativen Aktionen zu unterlassen“.

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Auch für den Vorfall mit der australischen Militärmaschine läge die Schuld nach Angaben der chinesischen Militärsprecher nicht bei den Piloten aus China, wie das US-Nachrichtenmagazin Newsweek berichtet. In einer Stellungnahme aus Peking heißt es, das australische Flugzeug vom Typ P-8 hätte sich bei Aufklärungsflügen unweit der Paracel-Inseln „wiederholt chinesischem Luftraum genähert“ und damit „die Souveränität und Sicherheit Chinas ernsthaft bedroht“.

Der Grund für die Einsätze im internationalen Luftraum über dem Ostchinesischen sowie dem Südchinesischen Meer, zu dem die kanadischen und australischen Pilot:innen von einer japanischen Basis gestartet waren, sind die Sanktionen, die die UN wegen wiederholter verbotener Waffentests gegen Nordkorea verhängt hatte. (ska)

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