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China: Forschende simulieren Atomangriff auf Satelliten

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Von: Helena Gries

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Raketen des Typs Dongfeng-5B werden während einer Militärparade in China präsentiert.
Raketen des Typs Dongfeng-5B werden während einer Militärparade in China präsentiert. Forschende in Xian haben in einem Experiment simuliert, wie Atomwaffen zur Zerstörung von Satelliten eingesetzt werden können. © Rolex Dela Pena/dpa

Forschende aus China sollen mit einem virtuellen Experiment die Auswirkung einer nuklearen Explosion auf Satelliten und Raumschiffe getestet haben.

Xian – Kann man Satelliten mit Atomwaffen zerstören? Diese Frage stellen sich derzeit chinesische Forschende. Wie die South China Morning Post (SCMP) berichtet, simulierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem Computerexperiment eine virtuelle nukleare Explosion, um zu testen, wie man mit Atomwaffen Satelliten in der Erdumlaufbahn ausschalten kann.

Offenbar sollte mit diesem Experiment, welches am Nordwest Institut für nukleare Technologie in Xian durchgeführt worden sein soll, eine radioaktive Wolke simuliert werden. Medienberichten zufolge soll das Computermodell in der Lage sein, Angriffe in mehreren Höhen und unterschiedlichen Stärken zu simulieren. Dies hat einen ernsten Hintergrund.

China: Simulation einer atomaren Explosion in 80 Kilometer Höhe

Die Ergebnisse der Forschenden sind laut SCMP im chinesischen Fachmagazin Nuclear Techniques veröffentlicht worden. Demnach könne ein Zehn-Tonnen-Sprengkopf nach einer Explosion in 80 Kilometer Höhe Flugkörper im All stark gefährden, da Luftmoleküle zu radioaktiven Teilchen werden könnten. Bei einer Explosion könnte die entstehende Wolke binnen kurzer Zeit eine Größe von 140.000 Quadratkilometern erreichen.

China simuliert Atomangriff: Schwere Schäden an Raumschiffen und Satelliten

Die Forschenden aus China vermuten, dass radioaktive Teilchen schwere Schäden an Raumschiffen und Satelliten anrichten könnten. Bei den Forschungen handele es sich jedoch vorerst nur um eine Computerberechnung. Hintergrund für das Experiment: Eine Studie aus Peking hatte im Mai das Starlink-Satellitennetzwerk von Elon Musks Firma SpaceX als mögliche Gefahr angesehen. Berichten der SCMP zufolge gebe es die Befürchtung, einige der zahlreichen kleinen Satelliten von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX könnten im Kriegsfall gegen China eingesetzt werden. Erst im vergangenen Jahr hatte China wegen zweier Vorfälle mit Satelliten von Musks US-Raumfahrtfirma bei der Uno Beschwerde eingereicht.

Bereits in den 1950er Jahren hatten die USA eine Atombombe in einer Höhe von 77 Kilometern über dem Johnston-Atoll südwestlich von Hawaii gezündet. Die Ergebnisse dieses Experiments würden nach chinesischen Angaben die jetzigen Simulationen bestätigen. (hg)

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