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Russische Soldaten sollen gefallene Kameraden auf Mülldeponie verbrannt haben

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Von: Momir Takac

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Russische Soldaten sollen ihre toten Kameraden auf einer Müllhalde in Cherson entsorgt haben. Anwohner schildern bedrückende Beobachtungen.

Cherson - Wie in einem Krieg leider üblich, ist auch der Ukraine-Krieg nicht arm an Grausamkeiten. In das Gedächtnis gebrannt haben sich die Gräueltaten von Butscha, die von russischen Soldaten an der Zivilbevölkerung verübt worden sein sollen. Aber auch ukrainischen Streitkräften werden Kriegsverbrechen vorgeworfen. So sollen sie sich ergebende russische Soldaten erschossen haben.

Cherson: Anwohner schildern, wie Lkw mit schwarzen Säcken auf Müllkippe fuhren

Doch neben mutmaßlichen Kriegsverbrechen ereignen sich im Ukraine-Konflikt noch andere Abscheulichkeiten. So sollen russische Soldaten ihre Kameraden, die im Kampf um das inzwischen befreite Cherson gefallen waren, auf einer Müllkippe verbannt und entsorgt haben. Das berichtet der britische Guardian, der mit Mitarbeitern der Deponie und Anwohnern gesprochen hat. Unabhängig überprüfbar sind die Behauptungen nicht.

„Jedes Mal, wenn unsere Armee die Russen dort beschoss, brachten sie die Überreste auf die Deponie und verbrannten sie“, sagt die in Cherson wohnende Ukrainerin dem Guardian. Als die Offensive der Ukraine in Cherson Schwung aufnahm, sollen sich in dem Gebiet um die Deponie große, schwarze Rauchwolken sowie Gestank von verbranntem Fleisch gemehrt haben, berichten Anwohner.

Tote Soldaten auf Deponie in Cherson verbrannt? „Es roch nach verbranntem Haar“

Die Müllkippe soll von Besatzern aus Russland zu einer „No-Go-Area“ erklärt worden sein. Eine Frau, die mit ihrem Mann regelmäßig Abfälle zur Deponie fährt, berichtet von einem Kontrollpunkt, den die Russen eingerichtet hätten. „Eines Tages kamen mein Mann und ich zur falschen Zeit an. Wir kamen hierher, während sie ihr ‚Geschäft‘ erledigten, und sie versetzten meinem Mann mit einem Knüppel einen harten Schlag ins Gesicht“, erzählt Svitlana Viktorivna.

Sie habe „die Überreste nicht gesehen“, da sie begraben worden sein sollen. Doch sie ist sich sicher, dass tote russische Soldaten verbrannt wurden. Den Verdacht erhärten auch Aussagen von Anwohnern eines Wohnblocks gegenüber der Mülldeponie. Als die Russen begannen, zu verbrennen, sei „eine große Rauchwolke aufgestiegen“, Verwesungsgeruch habe in der Luft gelegen. „Es war auch beängstigend, weil es nach verbranntem Haar roch“, schildert Olesia Kokorina, die im achten Stock wohnt.

„Weggeworfen und Müll darüber gekippt“: Müllsammler schildert Entsorgung von Leichen

Anwohner und Mitarbeiter der Deponie schilderten auch, wie sie offene Lastwagen mit schwarzen Säcken auf der Ladefläche auf das Gelände fahren sahen. Ob sich darin Leichen von Zivilisten oder Soldaten befanden, hätten sie nicht gesehen. „Glaubst du, jemand wollte sie [die Leichen, Anm. d. Red.] begraben? Sie haben sie weggeworfen und dann den Müll darüber gekippt, und das war‘s“, sagte ein Müllfahrer.

Die Verbrennung von Leichen in Cherson ist nicht der einzige Vorwurf an die russischen Invasoren. So wurden sie bereits kurz nach Kriegsbeginn verdächtigt, tote Zivilisten in mobilen Krematorien verbrannt zu haben, um Kriegsverbrechen zu vertuschen. So etwa laut n-tv geschehen in Mariupol. Auch in Donezk sollen russische Soldaten auf einer Müllhalde entsorgt worden sein, wie aus einem abgehörten Anruf hervorgeht, worüber die ukrainische Online-Zeitung Ukrajinska Prawda im Mai berichtete. (mt)

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