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Martin Dulig stellt Forderungen.

Sachsen

Die "Chaostage in der CDU beenden"

SPD-Politiker Martin Dulig stellt Bedingungen für die Wahl von Kretschmer zum neuen Regierungschef in Sachsen und fordert eine klare Haltung der CDU zu fremdenfeindlichen Übergriffen.

Der SPD-Politiker Martin Dulig, stellvertretender Ministerpräsident von Sachsen, hat Bedingungen für die Wahl von Michael Kretschmer (CDU) zum neuen Regierungschef gestellt. Zunächst müsse mit der CDU geklärt werden, „wie wir Probleme lösen können und wie wir zu einem neuen politischen Stil in Sachsen kommen“, sagte Dulig am Freitag im Deutschlandfunk. Erst dann könne die SPD der Wahl Kretschmers zustimmen.

Dulig forderte von Kretschmer, der bisher Generalsekretär seiner Partei in Sachsen ist, die „Chaostage in der CDU“ zu beenden. Er wünsche sich eine „klare Haltung der Christdemokraten für Mitmenschlichkeit und Anstand“, sagte der SPD-Landesvorsitzende und Wirtschaftsminister.

Klare Haltung zu Fremdenfeindlichkeit gefordert

In den vergangenen Jahren sei zu beobachten gewesen, welches Bild Sachsen auch durch fremdenfeindliche Übergriffe abgegeben habe. Der noch amtierende Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) habe nach Zögern eine klare Haltung dazu gefunden, aber seine Partei sei ihm nicht gefolgt. Dulig sagte, er erwarte nun von Kretschmer Klarheit.

Dulig bekräftigte, nach dem Debakel der Union bei der Bundestagswahl reiche eine personelle Erneuerung nicht aus. Es müsse auch inhaltliche Konsequenzen geben. Der Vertrauensverlust in Sachsen habe auch mit einem „massiven Staatsabbau“ zu tun, es gebe zu wenige Lehrer und Polizisten. Dafür trage auch die CDU in Sachsen Verantwortung.

Der SPD-Politiker räumte zugleich ein, auch seine Partei müsse Konsequenzen aus dem Ergebnis der Bundestagswahl ziehen und könne nicht nur mit dem Finger auf andere zeigen. „Wir brauchen einen neuen Aufbruch in Sachsen“, sagte Dulig. Es sei auch mehr Eigenverantwortung der Bürger gefragt.

Rückendeckung für Michael Kretschmer

Tillich hatte nach dem schwachen Abschneiden der CDU bei der Bundestagswahl seinen Rücktritt für Dezember angekündigt. Am 24. September war seine Partei mit knappem Abstand zur AfD nur zweitstärkste Kraft geworden. Tillichs schlug Kretschmer als seinen Nachfolger vor.

Kretschmer erhielt inzwischen Rückendeckung vom CDU-Landesvorstand und der Landtagsfraktion. Am Donnerstag kündigte der 42-Jährige an, er wolle die Union im Freistaat weiter auf konservativem Kurs halten, aber auch stärker als bisher mit den Menschen in Sachsen ins Gespräch kommen. (afp)

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