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CDU-Parteivorsitz

Jens Spahn (CDU): Gesundheitsminister dementiert Gerüchte um Kanzlerkandidatur

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Kurz vor dem CDU-Parteitag soll Jens Spahn (CDU) seine Chancen für eine Kanzlerkandidatur ausgelotet haben. Das verneint der Gesundheitsminister.

  • CDU-Vorsitz: Jens Spahn (CDU) tritt für den Partei-Vize im Tandem mit Armin Laschet (CDU) an.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Hat Jens Spahn seine Chancen für eine Kanzlerkandidatur bei der CDU sondiert?
  • Jens Spahn und Armin Laschet dementieren und demonstrieren kurz vor dem CDU-Parteitag Einigkeit.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) tritt für den Vize-CDU-Vorsitz als Tandem-Partner mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei der Wahl des CDU-Parteichefs beim CDU-Parteitag am kommenden Freitag (15.01.2021) an. Für Spekulationen sorgte in den letzten Tagen, dass Jens Spahn seine Möglichkeiten für eine Kanzlerkandidatur sondiert habe. Dies berichteten kurz vor der Wahl des CDU-Vorsitzenden beim CDU-Parteitag u.a. Der Spiegel. 

Befeuert wurden die Spekulationen auch dadurch, dass Spahns Umfragewerte stiegen und Armin Laschet mit seinen hinter Spahn zurückfiel. Deshalb hätten ihm laut Medienberichten insbesondere junge CDU-Parteikolleg:innen dazu geraten, auch seine persönlichen Chancen unabhängig von Armin Laschet zu nutzen. Jens Spahn habe seine Möglichkeiten im Vorfeld bei Parteikolleg:innen sondiert, hieß es weiter.

Nun dementierte der CDU-Politiker allerdings. „Ich werbe für Armin Laschet und für unser Team-Angebot“, sagte Spahn der „Welt am Sonntag“. Er selbst kandidiere als Stellvertreter. Wer die Union in die nächste Wahl führe, würden CDU und CSU gemeinsam besprechen, so Spahn außerdem über die Frage der Kanzlerkandidatur.

Jens Spahn (l.) tritt mit Parteikollege Armin Laschet als Tandem für den CDU-Vorsitz an.

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Bewerber für den CDU-Vorsitz, verneinte ebenfalls, dass es Spannungen zwischen ihm und Jens Spahn gebe. Laschet sprach sich allerdings dafür aus, dass entweder der Parteichef der CDU oder der Vorsitzende der CSU Kanzlerkandidat werden sollte. „Das ist erfolgreiche Tradition bei den Unionsparteien“, sagte Laschet der „Bild am Sonntag“. Laschet rede nach eigenen Angaben Tag für Tag mit Jens Spahn, auch über Medienberichte. „Oft müssen wir dabei schmunzeln“, so Laschet. Er fühle sich von Spahn nicht hintergangen.

Jens Spahn: Am Corona-Krisenmanagement des Bundesgesundheitsministers kam Kritik auf

Zuvor war Kritik an dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wegen seines Impfstoffmanagements und Corona-Krisenmanagements aufgekommen. Dass die Kritik auch von der SPD aufgenommen wurde, ordnete die Politologin Ursula Münch in dem Kontext ein, dass Jens Spahn als Kanzlerkandidat der SPD gefährlicher werden könnte als Armin Laschet, Friedrich Merz (CDU), Norbert Röttgen (CDU) oder womöglich Markus Söder (CSU). Anders könne man ihres Erachtens die Aufregung, die die SPD im Augenblick verbreite, die versuche, sich ein bisschen auf den Bundesgesundheitsminister in seiner Eigenschaft als CDU-Politiker einzuschießen, nicht erklären, so Münch im Deutschlandfunk. „Die scheinen das tatsächlich so wahrzunehmen: Hoppla, da kommt einer, und hoppla, der könnte uns gefährlich werden“, sagte Münch außerdem.

Zu seinen persönlichen Umfragewerten, die schlechter sind als die von Spahn oder CSU-Chef Markus Söder, verwies Armin Laschet auf die Landtagswahl 2017 in NRW. Damals habe seine SPD-Konkurrentin Hannelore Kraft als unschlagbar gegolten, aber er habe die Wahl letztendlich gewonnen. „Man darf sich bei politischen Überzeugungen nicht von Umfragen leiten lassen“, so Laschet.

Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Carsten Linnemann sieht in Jens Spahn einen großen Hoffnungsträger für die CDU, der „ein Glücksfall“ für die Partei sei. „Wir brauchen solche Typen wie Jens Spahn, die zukunftsgerichtet sind“, sagte Linnemann bei phoenix. „Ich bin guter Dinge, dass Jens Spahn auch in Zukunft eine wichtige Rolle in unserer Partei spielen wird.“

Linnemann, der Friedrich Merz bei dessen Kandidatur für den CDU-Vorsitz unterstützt, wollte sich nicht festlegen, wer am Freitag den Wettbewerb um den CDU-Vorsitz für sich entscheiden werde: „Meine Prognose ist die, dass es heute noch nicht feststeht und dass viele Delegierte wirklich am Wochenende entscheiden.“ Deutlich machte er jedoch, dass für ihn der neu gewählte CDU-Parteivorsitzende den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur habe: „Natürlich hat derjenige, der einer Partei vorsteht, ob im Kreis oder im Bund, erstmal ein Recht, zu kandidieren - und auch die besten Chancen. In der Formel 1 nennt man das Pole Position.“ Bis zur Wahl eines Kanzlerkandidaten im Frühjahr sei es noch Zeit. (Delia Friess mit dpa)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini / dpa

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