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CDU-Parteitag: Streit über interne Frauenquote bahnt sich an

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Von: Moritz Serif

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Carsten Linnemann, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU. Foto: Michael Kappeler/Archiv
Carsten Linnemann, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU. Foto: Michael Kappeler/Archiv © Michael Kappeler

Nach der Frauen-Parität würden Quoten für „Migranten, Homosexuelle, Queers oder Eltern folgen“, sagt ein CDU-Politiker.

Hannover – Kracht es bald auf dem CDU-Parteitag in Hannover wegen einer internen Frauenquote? Darauf verdichten sich die Anzeichen. Andreas Rödder, Leiter der Grundwertekommission der Partei und Historiker, sagte dem Spiegel, dass er gegen die Pläne das Wort ergreifen werde.

„Die Parität ist ein Geschäftsmodell für Frauen, die schon in der CDU sind, aber kein Instrument, um neue Frauen zu gewinnen“, sagt Rödder. Als Nächstes würden Quoten für „Migranten, Homosexuelle, Queers oder Eltern folgen“, so der Historiker. Dadurch drohe die Partei zur Ständevertretung zu verkommen.

CDU-Parteitag: Interne Frauenquote sorgt für Diskussionen

CDU-Vize Carsten Linnemann spricht der internen Frauenquote sogar die gesellschaftliche Relevanz ab. Es handele sich daher nicht um die richtige Themensetzung. „Nein. Das ärgert mich auch. Meine Sorge ist, dass das Thema den Parteitag dominiert“, so Linnemann gegenüber den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Diese parteiinterne Debatte würde „die Menschen im Land nicht umtreiben“, meint er. Unzufrieden zeigte sich Linnemann auch über die aktuellen Umfragewerte seiner Partei.

„Ich hätte mir zu diesem Zeitpunkt im Bund auch schon mehr Prozente gewünscht und erwartet“, sagte er den Zeitungen. „Wir müssen eher Richtung 35 Prozent marschieren als Richtung 30. Wir haben viele Wähler, die sich selbst als bürgerlich bezeichnen würden, verloren. Um die müssen wir werben und ihnen ein entsprechendes Profil anbieten“, ergänzt der CDU-Politiker.

CDU-VIze Linnemann: Frauenquote nicht wirkliches Problem der Menschen

Allerdings habe der Partei-Vize die Hoffnung, dass die Quotenfrage schnell ausdiskutiert sei und sich die Partei dann „wieder den Problemen der Menschen widmen“ werde. Die CDU kommt am 9. und 10. September zu ihrem Parteitag in Hannover zusammen. Die parteiinterne Frauenquote wird bei dem Treffen ein zentrales Thema sein. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag der Parteispitze, bis 2025 schrittweise eine 50-prozentige Quote für Parteivorstände ab der Kreisebene einzuführen. Dies soll zunächst fünf Jahre lang gelten. Das Thema ist in der CDU sehr umstritten, auch Parteichef Friedrich Merz ist bekanntlich kein Fan der Quote. (mse/AFP)

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