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Eine Übersicht

Alles Wichtige zum CDU-Parteitag: Wie läuft er ab? Wie ticken Merz, Laschet und Röttgen?

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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Auf dem CDU-Parteitag wird die Frage geklärt, wer neuer Vorsitzender der Christdemokraten wird. Merz, Laschet oder Röttgen? Es steht eine Richtungsentscheidung bevor.

  • Der CDU-Parteitag wird die Frage klären: Wer wird neuer CDU-Vorsitzender?
  • Ins Rennen gehen Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen.
  • Eine Übersicht zum Ablauf des digitalen Parteitags und den drei Bewerbern.

Sie ist bis auf Weiteres die stärkste Partei Deutschlands: die Christlich Demokratische Union (CDU). Auf ihrem ersten komplett digitalen Parteitag wollen die Christdemokraten entscheiden, wer künftig an der Spitze der Partei steht. Die Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden ist eine Richtungsentscheidung – nicht nur für die Union. Sie dürfte auch für die gesamte Bundesrepublik Auswirkungen haben.

Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen stehen auf dem CDU-Parteitag zur Wahl

Auf dem CDU-Parteitag bewerben sich der ehemalige Unionsfraktionsvorsitzende Friedrich Merz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Sie alle wollen CDU-Vorsitzender werden und die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer antreten. Die 58-Jährige war erst Ende 2018 zur Parteichefin gewählt worden, konnte sich aber nicht lange im Amt halten. Im Februar 2020 kündigte sie an, sich vom Vorsitz zurückzuziehen.

Am Freitagabend (15.1.2021) beginnt der 33. CDU-Parteitag mit einer Rede der scheidenden Amtsinhaberin – Grußworte kommen von ihrer Vorgängerin, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder der Schwesterpartei CSU sowie Generalsekretär Paul Ziemiak sprechen zu den Delegierten.

Die Wahl des neuen CDU-Parteivorsitzenden steht direkt am Samstagmorgen an. Nach kurzen Bewerbungsreden der drei Kandidaten müssen die 1001 Delegierten entscheiden: Wer soll künftig an der Spitze der Partei stehen? Auch die fünf stellvertretenden CDU-Vorsitzenden stehen zur Wahl.

Der CDU-Parteitag findet rein digital statt. Digital und anschließend per Briefwahl soll entschieden werden, wer der neue CDU-Vorsitzende wird: Armin Laschet, Norbert Röttgen oder Friedrich Merz.

CDU-Parteitag findet erstmals in der Geschichte digital statt

Erstmals in der Geschichte wird der CDU-Parteitag vollständig digital stattfinden. „Corona macht es nötig – und wir machen es möglich“, heißt es auf der Webseite der Christdemokraten. „Wir senden live aus dem CDU-Studio in Berlin – und von dort aus in die Wohnzimmer im ganzen Land.“ Die Delegierten kommen in einem eigenen „digitalen Plenarsaal“ zusammen. Dort wird beraten und in einer „digitalen Wahlkabine“ gewählt.“

Nur auf das Internet möchte sich die CDU jedoch nicht verlassen. Die Sieger müssen sich noch einer Briefwahl stellen, die ein rechtssicheres Ergebnis garantieren soll. Am 22. Januar werden die Wahlbriefe öffentlich ausgezählt, noch am selben Tag soll der endgültige Ausgang verkündet werden.

Friedrich Merz steht beim CDU-Parteitag zur Wahl: Der Konservative will es im zweiten Anlauf schaffen

Der umstrittenste Kandidat ist und bleibt Favorit für den CDU-Parteivorsitz. Friedrich Merz führt die Umfragewerte mit insgesamt 29 Prozent weiterhin an. Bis vor zwei Jahren war der Jurist aus der Politik praktisch verschwunden.

Der Umstrittene: Friedrich Merz will es nach der AKK-Niederlage im zweiten Anlauf schaffen.

Im Jahr 2009 hatte sich der 65-jährige Sauerländer zurückgezogen und sich auf seine Arbeit als Anwalt einer Wirtschaftskanzlei konzentriert. Von 2016 bis 2020 war Friedrich Merz zudem Aufsichtsratsvorsitzender und Lobbyist für den weltweit größten Vermögensverwalter BlackRock – der Gigant verwaltet rund acht Milliarden US-Dollar. 2018 kehrte Merz dann plötzlich wieder an die politische Oberfläche zurück und bewarb sich nach dem Rückzug Merkels um den CDU-Vorsitz – bei der Abstimmung der Parteibasis unterlag er aber knapp der Saarländerin Kramp-Karrenbauer.

Friedrich Merz will es nun im zweiten Anlauf schaffen. Der Vater von drei Kindern setzt auf seine stark ausgeprägte konservative sowie wirtschaftsliberale Haltung und hofft auf Rückendeckung aus der Parteibasis.

Friedrich Merz ein „Sauerland-Trump“? Der Provokatuer ist umstritten

Immer wieder eckt der Politiker mit provokanten und kontroversen Äußerungen an. Im Dezember, als der Termin des CDU-Parteitags aufgrund hoher Corona-Infektionszahlen verschoben wurde, ätze er gegen das angebliche „Establishment“ innerhalb seiner CDU. Öffentlichkeitswirksam spekulierte er darüber, dass er verhindert werden solle. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bezeichnete Friedrich Merz sogar schon als „Sauerland-Trump“.

Im September 2020 sorgte ein Interview des CDU-Politikers für massive Kritik, da er eine Verbindung zwischen Homosexuellen und Pädophilie herstellte. Auf die Frage, ob er sich einen schwulen Bundeskanzler vorstellen könne, antwortete Merz: „Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht – ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion“.

Kevin Kühnert, damals noch Chef der Jusos, twitterte: „Wer gerne Kanzler werden möchte, der sollte eine Sprache sprechen, die in sensiblen Feldern von Antidiskriminierung und der Gleichberechtigung aller Menschen keinen Platz für Interpretationen und doppelte Böden lässt.“ Friedrich Merz beherrsche diese Sprache nicht.

Bewerber für den CDU-Vorsitz Armin Laschet: Corona-Krisenmanagement kostete ihn Favoritenrolle

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet galt lange Zeit als absoluter Favorit für den Parteivorsitz der CDU. Die Top-Platzierung hat er jedoch im Laufe der Corona-Pandemie verloren. Sein Krisenmanagement galt vielen in der Partei anfangs als zu zögerlich. Laschet sprach sich für Lockerungen aus, während andere strengere Regeln im Kapf gegen das Virus forderten.

Der Routinierte: Sein Krisenmanagement in der Corona-Pandemie ließ Armin Laschets Umfragewerte abstürzen.

In Umfragen nach den unvorteilhaften Corona-Entscheidungen lag der Rheinländer hinter seinen Konkurrenten Friedrich Merz und Norbert Röttgen, nun hat er aber wieder aufgeholt. Meinungsforscher sehen ihn bei 25 Prozent und nur noch knapp hinter Merz. Der Düsseldorfer Regierungschef stand – bis auf seinen anfänglichen Umgang mit der Pandemie – immer loyal an der Seite der Bundeskanzlerin und warb zuletzt auch ausdrücklich damit, den Kurs Merkels fortsetzen zu wollen.

Nach der Niederlage Norbert Röttgens bei der Landtagswahl 2012 in NRW rückte Armin Laschet zum CDU-Landesvorsitzenden und stellvertretenden Bundesvorsitzenden auf. Seit 2017 ist der verheiratete Vater von drei Kindern Ministerpräsident des bevölkerungsreichen Bundeslandes.

CDU-Parteitag: Norbert Röttgen will weder konservativer Knallhartbewerber noch Merkel-Loyalist sein

Norbert Röttgen ist der Überraschungskandidat im Rennen um den CDU-Vorsitz. Lange werteten ihn Beobachter als klaren Außenseiter im Rennen um den Parteivorsitz. Doch in Umfragen holte Röttgen auf, schob sich knapp hinter Merz – alle drei Kandidaten liefern sich nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In den vergangenen Wochen fand er geschickt seine Rolle zwischen dem konservativen Provokateur Merz und dem Merkel-Loyalisten Laschet.

Norbert Röttgen ordnet sich keiner Seite klar zu. Kämpferisch wirbt der 55-jährige Jurist damit, die Union jünger, weiblicher, grüner und digitaler machen zu wollen. Röttgen plädiert für einen ambitionierteren Klimakurs und möchte Umwelt- und Wirtschaftspolitik nicht gegeneinander ausspielen. „Wenn wir in dem Denken bleiben, werden wir den Klimaschutz nicht erreichen, den Klimawandel nicht stoppen, und wir werden die Zukunft der Industrie und der Wirtschaft aushöhlen“, sagte er in einem Online-Forum der CDU vor dem Parteitag.

Der Überraschungskandidat: Norbert Röttgen hat seine Rolle gefunden.

Im Jahr 2012 entließ Kanzlerin Merkel ihn als Umweltminister, nachdem er bei der NRW-Wahl als CDU-Spitzenkandidat krachend verloren hatte. Danach zog er sich zwar nicht aus der Politik zurück, eine Top-Position erreichte er jedoch nach seinem Scheitern vorerst nicht mehr. Er schaffte es, sich wieder hochzuarbeiten – seit 2014 ist er Vorsitzender im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags.

Es geht nur um den CDU-Vorsitz: Die wichtigste Entscheidung bleibt beim Parteitag aus

Der CDU-Parteitag entscheidet nicht darüber, wer Kanzlerkandidat der Union für die baldige Bundestagswahl wird. Weiterhin unklar ist, ob Markus Söder für die Union ins Rennen geht. Eine Entscheidung darüber wird erst im Frühjahr erwartet, CDU und CSU beschließen das weitere Vorgehen gemeinsam.

Jens Spahn sprach sich ebenfalls dafür aus, den Kanzlerkandidaten frühestens im Frühjahr zu bestimmen. „Im März oder April sollten wir uns einigen. Dann reicht die Zeit, um einen auf unseren Kandidaten zugeschnittenen Wahlkampf zu führen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Selbst antreten will der Bundesgesundheitsminister nicht. (Tim Vincent Dicke)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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