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„Man muss schon sehr bösartig sein, wenn man dort einen Zusammenhang vermutet“, kommentiert Irmer. „Glauben Sie allen Ernstes, dass ich mir wegen einer einzigen Anzeige etwas in den Pelz setze?“
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Hans-Jürgen Irmer weist den Verdacht vehement zurück: „Glauben Sie allen Ernstes, dass ich mir wegen einer einzigen Anzeige etwas in den Pelz setze?“

Hessen

Masken-Skandal bei der CDU: Abgeordneter Irmer beklagt „Rufmord“

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Der hessische CDU-Abgeordnete Hans-Jürgen Irmer setzte sich bei Minister Jens Spahn für eine Firma ein. Das sorgt für Kritik.

  • Hans-Jürgen Irmer half einer Firma bei Minister Jens Spahn.
  • Der hessische CDU-Abgeordnete wehrt sich gegen Vorwürfe in der Masken-Affäre der Union.
  • Hans-Jürgen Irmer hat früher im Hessischen Landtag häufig für Aufregung gesorgt.

Hans-Jürgen Irmer ist empört, dass sein Name in der Diskussion über Masken-Profiteure aus der Unionsfraktion genannt wird. „Das ist der Versuch von Rufmord“, sagte er der Frankfurter Rundschau am Montag.

Nun ist der 69-jährige Bundestagsabgeordnete aus dem mittelhessischen Wetzlar durchaus gewohnt, dass er polarisiert. Politisch steht Hans-Jürgen Irmer rechts in der Union und provozierte einst sogar die eigene hessische Landtagsfraktion zu Unmut, als er Musliminnen und Muslime unter Generalverdacht stellte.

Masken-Affäre in der CDU: Hans-Jürgen Irmer wehrt sich gegen Vorwürfe

Politischen Streit könne man gerne mit ihm führen, betont Hans-Jürgen Irmer. Aber dass das Magazin „Der Spiegel“ einen möglichen Zusammenhang herstelle zwischen seinem Einsatz bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für „Stone Alliance“, einer Firma aus seinem Wahlkreis, und einem folgenden Inserat aus der gleichen Firmengruppe in seiner Zeitung „Wetzlar-Kurier“? „Man muss schon sehr bösartig sein, wenn man dort einen Zusammenhang vermutet“, kommentiert Hans-Jürgen Irmer. „Glauben Sie allen Ernstes, dass ich mir wegen einer einzigen Anzeige etwas in den Pelz setze?“

Was war geschehen? Zurückhaltend äußert sich die hessische CDU. „Uns liegen keine Informationen vor“, sagt deren Sprecher. Man möge sich an Hans-Jürgen Irmer selbst wenden.

Irmer schildert den Vorgang so: Die Firma habe im Frühjahr Masken ans Bundesgesundheitsministerium geliefert, die aber wochenlang nicht bezahlt worden seien. Daher habe sie sich an ihn als Bundestagsabgeordneten gewandt und gebeten, ob er nachhaken könne. Das habe er im Juni getan, sagt Irmer, „wie ich es ungefähr 500 Mal im Jahr mache“. Es sei schließlich seine Aufgabe, sich für die Menschen und Unternehmen aus seinem Wahlkreis einzusetzen. Wenige Tage später habe er die Nachricht vom Ministerium erhalten, dass die Qualität der Masken in Ordnung sei und die Rechnung beglichen werde.

Hans-Jürgen Irmer und die Masken: SPD Hessen fordert von Volker Bouffier Aufklärung

Im September dann habe eine Immobilienfirma aus der gleichen Unternehmensgruppe wie die Maskenlieferanten eine Anzeige im „Wetzlar-Kurier“ geschaltet, den Irmer seit Jahrzehnten herausgibt. Sie habe für etwa 1000 bis 1200 Euro inseriert und sei nur einer von ungefähr 200 Anzeigenkunden. Irmer hält es für abwegig, daraus eine Verflechtung von Interessen zu konstruieren. „Ich habe noch nie einen einzigen Cent Provision bekommen“, betont er.

Die in Hessen oppositionelle SPD greift den Fall gerne auf. Der hessische CDU-Chef und Bundesvize Volker Bouffier müsse „dringend aufklären, inwieweit hessische Abgeordnete in die Skandale verwickelt sind, und für Konsequenzen sorgen“, schreibt SPD-Generalsekretär Christoph Degen.

CDU: Hans-Jürgen Irmer hat früher im Hessischen Landtag häufig für Aufregung gesorgt

Der schnauzbärtige Bildungspolitiker Hans-Jürgen Irmer hat früher im Hessischen Landtag häufig für Aufregung gesorgt, und oft waren Beiträge oder Anzeigen in seinem „Wetzlar-Kurier“ der Anlass dafür. So legte er 2015 seine Funktionen als bildungspolitischer Sprecher und Fraktionsvize nieder, nachdem sein Blatt eine islamfeindliche Anzeige des Vereins „Die Deutschen Konservativen“ gedruckt hatte.

Nach wiederholten Konflikten in der hessischen Unionsfraktion, der er mehr als 20 Jahre lang angehörte, bewarb sich Hans-Jürgen Irmer 2017 für den Bundestag und holte das Direktmandat im Lahn-Dill-Kreis. Das will er im September wiederholen und für eine weitere Wahlperiode in Berlin agieren. (Pitt von Bebenburg)

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