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Fordert eine umfassende personelle Neuaufstellung des CDU-Präsidiums: Unionspolitiker Friedrich Merz (Archivbild).
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Fordert eine umfassende personelle Neuaufstellung des CDU-Präsidiums: Unionspolitiker Friedrich Merz (Archivbild).

Nach dem Wahldebakel

Friedrich Merz mit drastischer Forderung an die CDU: So soll die Erneuerung gelingen

  • Julian Dorn
    VonJulian Dorn
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Die CDU will sich nach dem Debakel bei der Bundestagswahl 2021 neu aufstellen. Friedrich Merz macht einige drastische Vorschläge, wie das gelingen soll.

Berlin – Der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz sprach sich in der Welt am Sonntag (WamS) für eine umfassende personelle Neuaufstellung des CDU-Präsidiums aus. „Ich sehe die dringende Notwendigkeit, das Präsidium zu einem beachtlichen Teil mit neuen Mitgliedern zu besetzen“, sagte er auf die Frage, ob etwa Baden-Württembergs CDU-Chef Thomas Strobl, Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier noch einmal kandidieren sollten.

„Die CDU muss sich neu aufstellen, das umfasst nicht nur den Vorsitzenden und den Generalsekretär, sondern auch alle anderen Positionen“, sagte Merz. „Es wäre aus meiner Sicht im Übrigen sehr wichtig, dass auch der Osten unter den stellvertretenden Parteivorsitzenden vorkommt“, fügte er hinzu. Bei allen fünf Stellvertretern, zu ihnen zählen noch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Bundestagsabgeordnete Silvia Breher, handelt es sich bisher um Westdeutsche.

Friedrich Merz über die Neuaufstellung der CDU: Unionspolitiker lehnt Doppelspitze ab

Ob Merz selbst für das Präsidium oder den Vorsitzendenposten kandidieren will, hielt er weiter offen. Eine Doppelspitze lehnte er aber ab. „Doppelspitzen sind in der Politik immer sehr kompliziert“, sagte er der WamS.

Generell mahnte Merz zur Eile. „Die CDU sollte Ende des Jahres 2021 wieder aufgestellt und handlungsfähig sein“, sagte er. Er gehe davon aus, dass die „Ampel“ bis Weihnachten im Amt sei. „Dann müssen wir bis dahin unsere Hausaufgaben auch gemacht haben.“

Die CDU nach der Bundestagswahl 2021: Vier Kandidaten für den Posten des CDU-Chefs

Bei der Bundestagswahl 2021 Ende September hatte die Union mit 24,1 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Seitdem sind CDU und CSU Umfragen zufolge in der Wählergunst noch weiter gesunken.

Als Konsequenz aus der Wahlniederlage bei der Bundestagswahl will die CDU bis Anfang kommenden Jahres ihre Spitze neu bestimmen. Ein Sonderparteitag soll die komplette Führungsriege inklusive des Bundesvorstands und des Präsidiums neu wählen.

Für die Nachfolge von CDU-Chef Armin Laschet, der nach der Wahlniederlage seine Bereitschaft zum Rückzug signalisiert hatte, haben sich mehrere Politiker in Stellung gebracht. Dazu zählen:

  • Gesundheitsminister Jens Spahn,
  • Außenpolitiker Norbert Röttgen,
  • Bundestagsfraktionschef Ralph Brinkhaus,
  • und der Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann. 


Die CDU-Politikerin Caroline Lünenschloss, die als Delegierte am Deutschlandtag der Jungen Union Mitte Oktober teilgenommen hatte, kritisierte, dass keine Frau im Gespräch für die Spitzenkandidatur sei. „Daran müssen wir arbeiten und auch über Quoten sprechen“, sagte die Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion in Wuppertal dem Portal Watson. „Wir brauchen neue Köpfe, und das kann Friedrich Merz in meinen Augen nicht sein.“

CDU nach dem Debakel bei der Bundestagswahl 2021: Angela Merkel hofft auf mehr Frauen an der Spitze

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hofft bei der Neuaufstellung ihrer Partei ebenfalls auf mehr Frauen in führenden Positionen. „Es muss weiter daran gearbeitet werden, dass sich Frauen insgesamt mehr zutrauen“, sagte die frühere CDU-Vorsitzende der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenendausgabe, 23./24.10.2021). „Denn selbst wenn welche da sind, ist es ja nicht so, dass sie zum Beispiel um den Parteivorsitz rangeln“, fügte Merkel hinzu.

„Wenn man eine Volkspartei sein will, muss man der Parität nahekommen und sie wollen“, führte die scheidende Kanzlerin weiter aus. „Nur Männer, das passt nicht mehr in die Zeit.“ Auch andere führende CDU-Politikerinnen fordern mehr Einfluss für Frauen in der Partei. (judo/dpa)

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