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Wer spendet jetzt eigentlich wem Beifall? Kramp-Karrenbauer (l.) und Merz (r.) in Eslohe.e

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Merz und Kramp-Karrenbauer schließen Pakt: Das Traumpaar aus dem Sauerland

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Die CDU-Granden Merz und Kramp-Karrenbauer schließen einen Pakt für eine gemeinsame Zeit nach Angela Merkel. 

Eslohe, eine 9000-Einwohner-Gemeinde im tiefsten Sauerland, ist ein staatlich anerkannter Luftkurort. Ein beschaulicher Ort also, der sich für eine Demonstration der Harmonie bestens eignet.

Für den Sauerländer Friedrich Merz ist ein Auftritt in Eslohe ein Heimspiel. Eines, bei dem er just am Wochenende gemeinsam mit Annegret Kramp-Karrenbauer aufgetreten ist: also mit der Frau, mit der er erbittert um den CDU-Vorsitz gerungen hat – und der er sich geschlagen geben musste.

„Ich möchte, dass die CDU Deutschlands, dass Annegret Kramp-Karrenbauer als unsere Vorsitzende erfolgreich ist“, hat Merz dort gesagt. „Und dazu möchte ich beitragen“, hat er hinzugefügt. Es sind Sätze, die aufhorchen lassen, wenn doch die Unterstützer von Merz noch immer regelmäßig eine wichtige (Kabinetts-)Rolle für ihn einfordern. Merz versuchte sich in Eslohe sogar gleich noch in einer Art Charmeoffensive, indem er sagt, Treffen mit Kramp-Karrenbauer seien immer „angenehm“.

Der „Spiegel“ berichtet unter Berufung auf Vertraute der Kontrahenten, Kramp-Karrenbauer habe Merz einen Ministerposten in Aussicht gestellt, falls sie mal Kanzlerin Angela Merkel nachfolgen sollte. Wirtschaftsminister Peter Altmaier, ein Vertrauter Merkels, gilt als angeschlagen. Der CDU-Wirtschaftsflügel und auch entsprechende Verbände halten Altmaiers Amtsführung für wenig profiliert und machen auch kein Geheimnis mehr daraus.

Fest steht aber: Sollte es tatsächlich irgendeine Form der Übereinkunft von Kramp-Karrenbauer und Merz über dessen Zukunft geben, dann wäre ihre Verbindlichkeit sehr unterschiedlich interpretierbar. Merz dringe auf einen schnellen Wechsel im Kanzleramt, heißt es im „Spiegel“ – denn unter Merkel wolle er ohnehin nicht dienen.

Der sauerländische CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg, direkt gewählter Abgeordneter in Merz’ früherem Wahlkreis, wird da ziemlich deutlich: „Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Parteivorsitzende. Aber Friedrich Merz ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Da ist an ein Ministerium zu denken.“ Zwar mache Altmaier eine gute Arbeit, beeilt sich Sensburg hinterherzuschieben. Doch Merz habe eine unbestreitbare Wirtschaftskompetenz und sei auch rhetorisch herausragend. Im Team wären Kramp-Karrenbauer und Merz „super“.

Der Spitzenkandidat zur Landtagswahl in Thüringen Ende Oktober, Mike Mohring, begrüßte ausdrücklich eine zukünftig wieder größere Rolle von Merz in der Bundespolitik: „Ich war und bin ein Fan von Friedrich Merz, der über großen ökonomischen Sachverstand verfügt. Er wird schon im Mai zu einer ersten großen Europakonferenz in Thüringen auftreten.“ Die Frage nach einem Ministeramt stelle sich aber gegenwärtig nicht.

Im ZDF-Politbarometer war die Union zuletzt in der Sonntagsfrage nur noch auf 28 Prozent gekommen, ein Verlust von zwei Punkten zum Vormonat. Entsprechend nervös ist man in der Union mit Blick auf die Europawahl Ende Mai. Die Zeitung „Die Welt“ berichtet, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihre Teilnahme an einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung von CDU und CSU am 27. April in Münster abgesagt. Und das, obwohl Kramp-Karrenbauer Merkel um die Teilnahme gebeten habe – und auch fest mit ihrer Zusage rechnete.

Eine CDU-Sprecherin sagte: „In Absprache mit der Parteivorsitzenden wird die Bundeskanzlerin zur Abschlusskundgebung von CDU, CSU und EVP nach München kommen; darüber freuen wir uns. Abgesehen davon ist ihre erfolgreiche Politik für ein starkes Europa die entscheidende Wahlkampfunterstützung für die CDU.“ Aus Parteikreisen verlautete, der Bericht der „Welt“ über eine angebliche Verärgerung Kramp-Karrenbauers treffe nicht zu. 

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