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Cannabis-Legalisierung: Anbau, Verkauf, Eigenbedarf, THC-Gehalt – das ist wichtig

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Von: Moritz Serif

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat die „Eckpunkte“ der geplanten Cannabis-Legalisierung vorgestellt. Einiges bleibt jedoch nach wie vor unklar.

Berlin – Die Legalisierung von Cannabis war eines der Kernthemen von der Ampelkoalition und Gesundheitsminister Karl Lauterbach bei der Bundestagswahl. Vielen Kritikern ging es bislang nicht schnell genug. Außerdem waren viele Fragen offen: Wann gibt es Marihuana zu kaufen? Wie viel darf ich rauchen und wer darf konsumieren?

Lauterbach hat nun die „Eckpunkte“ seines Schlachtplanes bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Wer dachte, dass in Kürze ein entsprechendes Bundesgesetz verabschiedet wird, muss enttäuscht werden. Dazu soll es erst kommen, wenn die EU kein Veto gegen die Cannabis-Freigabe einlegt. Tatsächlich gilt das noch als unsicher.

Cannabis-Legalisierung: Wer darf rauchen?

Konsumenten ab 18 Jahren sollen rauchen dürfen. Lauterbach erklärt das damit, dass 2021 ein Viertel der 18- bis 24-Jährigen geraucht hätten. Man wolle den Schwarzmarkt verdrängen. Unklar ist noch, ob 18- bis 21-jährige Menschen weniger potentes Marihuana rauchen dürfen. Ein THC-Grenzwert könnte für diese Altersgruppe infrage kommen.

Eine blühende Hanfpflanze
Nur in den Blüten der Pflanze befindet sich das berauschende THC. (Symbolfoto) © RAUL ZAMORA/ATONCHILE/Imago

Cannabis-Legalisierung: Wie viel Marihuana ist straffrei?

Erwachsene sollen 20 bis 30 Gramm Cannabis besitzen dürfen. Außerdem dürfen Konsumenten bis zu drei Pflanzen für den privaten Anbau nutzen. Eine generelle Obergrenze für den THC-Wert ist aktuell noch nicht vorgesehen, könnte aber noch kommen, so Lauterbach.

Cannabis-Legalisierung: Was kontrolliert der Staat?

Anbau und Vertrieb sollen staatlich kontrolliert werden, die Produktion soll in Deutschland lizenziert und reguliert werden. Wer gegen Regeln verstößt, verliert seine Lizenz und muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Nicht vorgesehen, aber in Prüfung, ist, ob „andere Darreichungsformen“, etwa „Edibles“, also Nahrungsmittel, die mit Cannabis hergestellt werden, gestattet werden.

Karl Lauterbach am Mittwoch bei seiner Pressekonferenz zu den Cannabis-Plänen der Ampel-Koalition.
Karl Lauterbach am Mittwoch bei seiner Pressekonferenz zu den Cannabis-Plänen der Ampel-Koalition. © Britta Pedersen/dpa

Cannabis-Legalisierung: Wann darf ich Cannabis rauchen?

Entscheidend für den Gesetzgebungsprozess ist, ob Brüssel seine Genehmigung erteilt. Die niederländische Cannabis-Regelung sei „nicht erfolgreich“, erklärte Lauterbach auf eine Journalisten-Frage, man wolle sie explizit nicht nachahmen.

Cannabis-Legalisierung: Wo kann man Marihuana kaufen?

Konsumenten können Cannabis in Fachgeschäften erwerben. Außerdem ist der Konsum in Privaträumen und in der Öffentlichkeit erlaubt.

Cannabis-Legalisierung: Warum könnte die EU die Legalisierung ablehnen?

Der sogenannte EU-Rahmenbeschluss von 2004 sieht vor, dass Herstellung, Anbau, Verkauf, Transport, Versand oder Ein- und Ausfuhr von Drogen in jedem Mitgliedsland unter Strafe gestellt werden müssten. Umstritten ist, ob dieser die Legalisierung verbieten würde. Auch das Schengen-Protokoll könnte einer Legalisierung entgegenstehen. (Moritz Serif)

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