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Verteidigte in seiner rede den Irak-Krieg: Präsident George W. Bush.

Bush: Wir bitten nicht

Außenpolitik prägt Rede zur Lage der Nation

Von DIETMAR OSTERMANN

Washington · 21. Januar · In der traditionell wichtigsten Rede des Jahres vor beiden Häusern des Kongresses wies Bush am Dienstagabend (Ortszeit) Kritik am Irak-Krieg entschieden zurück. "Für alle, die die Freiheit und den Frieden lieben, ist die Welt ohne Saddam Husseins Regime ein besserer und sicherer Ort", sagte der Präsident.

Hätten die USA nicht gehandelt, hätte Saddam Programme zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen fortgesetzt, erklärte Bush. Man habe Dutzende von entsprechenden "Aktivitäten" identifiziert, behauptete der Präsident.

Bush verteidigte auch seine Entscheidung, ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrates in den Krieg zu ziehen. Er sprach von den "Einsprüchen einiger weniger". Amerika werde "niemals eine Genehmigung erbitten, um die Sicherheit unseres Volkes zu gewährleisten".

Mit dem Hinweis, die "engsten Verbündeten" seien unerschütterlich geblieben, grenzte Bush indirekt die Kriegsgegner Deutschland und Frankreich aus diesem Kreis aus. Für Schwierigkeiten beim Wiederaufbau Iraks machte der Präsident "Feinde der Freiheit" verantwortlich.

Der Aufbau Iraks sei hart, aber richtig, betonte Bush. Zweiflern an seiner angeblichen Vision eines demokratischen Nahen und Mittleren Ostens hielt Bush entgegen, Gott habe "in jedes Herz den Wunsch gepflanzt, in Freiheit zu leben".

Der Auftritt im Kapitol mit dem starken Akzent auf der Außenpolitik als Hintergrund für die innenpolitischen Themen wurde in den USA als Blaupause für den Wahlkampf gewertet. Bush verteidigte seine Steuersenkungen und mühte sich, unter anderem mit der Ablehnung der Homo-Ehe, um Stimmen aus dem konservativen Lager.

Dossier: Terror gegen den WestenDossier: Irak nach dem Krieg

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