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Der Tornado ist ein in deutsch-italienisch-britischer Zusammenarbeit entwickelter Kampfjet.

Bundeswehr

Nachfolger für Tornado gesucht

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Die Bundeswehr will atomwaffenfähige Flugzeuge ersetzen.

Es wäre eines der größten Rüstungsprojekte der Bundeswehr: der Ersatz des Jagdbombers Tornado. Seit Jahren wird hin- und herüberlegt und gestritten. Die Luftwaffe drängelt. Nun heißt es aus dem Verteidigungsministerium: Es gibt keine Entscheidung, erst mal wird weiter beraten.

Der Tornado ist ein in deutsch-italienisch-britischer Zusammenarbeit entwickelter Kampfjet. Die Bundeswehr hat davon noch 85 und nutzt sie zum Beispiel für den internationalen Einsatz gegen den „Islamischen Staat“ in Syrien und im Irak. Weitere Tornados stehen im rheinland-pfälzischen Büchel, wo die USA Atomwaffen stationiert hat. Anders als andere Kampfflieger kann der Tornado Atombomben transportieren. Die Bereitschaft zum Transport soll Deutschland die Möglichkeit sichern, in der Nato bei der nuklearen Planung mitzureden – die sogenannte nukleare Teilhabe. Die Kampfflugzeuge gelten aber als zu alt – und damit auch als unsicher. Geliefert wurden die in den 70er Jahren entwickelten Flieger im Zeitraum zwischen 1980 und 1992. Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums können sie noch bis 2025 fliegen. Neue Flugzeuge brauchen einen gewissen zeitlichen Vorlauf, unter anderem weil Verträge ausgehandelt werden müssen. Die Kosten werden nicht genau genannt, dürften sich aber in mehrfacher Milliardenhöhe bewegen.

Die SPD blockiert derzeit die Entscheidung über ein Nachfolgemodell. „Wir wollen jetzt keine Entscheidung über diese Frage treffen“, sagte der Vize-Fraktionsvorsitzende der SPD, Rolf Mützenich. In der derzeitigen angespannten sicherheitspolitischen Lage sei die Anschaffung eines neuen atomwaffenfähigen Flugzeugs ein falsches Signal. Mützenich verweist auf die Verletzung des Abrüstungsabkommens INF durch Russland und auf dessen Aufkündigung durch die USA. Dass die USA ihre Atomwaffen abziehen könnte, wenn es keine Transportflieger mehr gibt, hält Mützenich für kein Drama. In der Nato könne man auch ohne Atomwaffen bei der nuklearen Planung mitreden, das zeige Kanada. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) lässt erst mal weiter prüfen, welche Modelle als Nachfolge in Frage kämen. Dabei sind noch zwei im Spiel: die F18 der US-Firma Boeing und der Eurofighter, des deutsch-französisch-spanischen Airbus-Konzerns. Der von der Luftwaffe ursprünglich favorisierte Tarnkappenbomber F35 der US-Firma Lockheed sowie die F15 der Firma Boeing, sind aussortiert worden. Im Militär ist eine Präferenz für die F18 erkennbar. Das liegt unter anderem daran, dass eine Vorgängerversion des aktuellen Modells schon die nötige Zulassung für den Atombombentransport hatte. Das könnte bedeuten, dass das Flugzeug schneller verfügbar wäre.

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