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Bundeswehr-General warnt: „Krieg in Europa wieder möglich“

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Von: Helena Gries

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Carsten Breuer, Generalmajor des Heeres der Bundeswehr und Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin.
Bundeswehr-General Carsten Breuer warnt vor Anschlägen in Deutschland. Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage sei ein Krieg in Europa wieder möglich. (Archivbild) © Jens Kalaene/dpa

Bundeswehr-General Carsten Breuer warnt vor Anschlägen auf die kritische Infrastruktur und Cyberangriffen. Die Menschen in Deutschland müssten ihr Verhalten ändern.

Berlin – Mit Blick auf den Ukraine-Krieg hat Bundeswehr-General Carsten Breuer vor etwaigen Anschlägen auf die kritische Infrastruktur in Deutschland gewarnt. „Jede Umspannstation, jedes Kraftwerk, jede Pipeline“ könne angegriffen werden und ein mögliches Ziel sein, sagte der Befehlshaber des neuen territorialen Führungskommandos der Bundeswehr der Bild am Sonntag. Die Bundeswehrführung stelle sich daher „vor allem auf hybride Bedrohungen ein“.

Dazu zählte der General insbesondere „Einflussnahmen, mit Anschlägen auf Infrastruktur und mit Cyberangriffen, oder zum Beispiel Aufklärungsflüge mit Drohnen über Kasernen“. Die Sicherheitsbehörden müssten sich auf diese Bedrohungslage einstellen. „Deutschland muss mit seinen Sicherheitsbehörden ein Auge darauf und ein Ohr daran haben, wogegen mögliche Anschläge geplant werden, was die wahrscheinlichsten Szenarien sind“, sagte er.

Bundeswehr-General mahnt zu Besonnenheit: Hysterie sei „ein schlechter Ratgeber

Hintergrund sei die Sicherheitslage in Europa. Angesichts der neuen Bedrohungslage forderte Breuer alle Deutschen auf, ihr Verhalten zu ändern. Der Ukraine-Konflikt habe gezeigt, dass Krieg in Europa wieder möglich sei. Das habe Konsequenzen für alle: „Jedem sollte klar sein, dass er sein individuelles Verhalten ändern sollte.“ Dazu gehört laut Breuer alles, was „unsere Widerstandskraft“ stärke. Das reiche von der mentalen Einstellung bis zur Vorratshaltung zu Hause für den Fall einer Notlage.

Breuer zeigte sich überzeugt, dass sich Deutschland im Ernstfall verteidigen könne. „Militärisch haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Den Einflussnahmen, denen wir derzeit ausgesetzt sind, können wir jedenfalls sehr viel entgegensetzen“, sagte der General.

Zugleich warnte er davor, die nuklearen Drohungen aus Russland zu unterschätzen. „Unsere Lebensweise, unsere Werte, unsere gesamte Gesellschaft“ seien bedroht. „Wenn wir das nicht alles aufgeben wollen, müssen wir diese Bedrohungen sehr ernst nehmen.“ Breuer rief aber auch dazu auf, „einen kühlen Kopf“ zu bewahren und „besonnen“ zu sein. Hysterie sei „ein schlechter Ratgeber“. (hg/dpa/afp)

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