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Hier drückt der Schuh: Bundeswehrsoldaten müssen teils jahrelang auf neue Stiefel warten.

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Britische „Times“ lässt deutsche Wehrmacht auferstehen 

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Der britischen „Times“ unterlief bei der Berichterstattung über den Zustand der deutschen Streitkräfte ein peinlicher Lapsus.

Die Bundeswehr ist in einem ziemlich erbärmlichen Zustand. Das ist nicht ganz neu und auch über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Die letzte Hiobsbotschaft lief erst gestern über die Nachrichtenticker: Die Industrie kommt mit der Lieferung neuer Bundeswehrstiefel nicht hinterher. Die geplante Vollausstattung der Bundeswehr mit neuen Kampfstiefeln verschiebt sich wegen der Lieferschwierigkeiten daher bis ins Jahr 2022. 

„Die vollständige Umsetzung des neuen Kampfschuhsystems Streitkräfte wird nach derzeitiger Planung bis zum Ende des zweiten Quartals 2022 abgeschlossen sein“, hieß es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann. 

„Times“ greift zu tief in die Mottenkiste

Über diesen Engpass an den Füßen der deutschen Soldaten berichtete dann auch die ehrwürdige britische „Times“, griff in ihrem Tweet zum Thema aber beim Namen der deutschen Streitkräfte deutlich zu tief in die Mottenkiste: „Germany's 183.000 Wehrmacht soldiers face a wait of up to 18 months to receive new boots in the latest example of equipment shortages besetting the country's military“ war dort zu lesen.

Übersetzt: „Deutschlands 183.000 Wehrmachtsoldaten müssen mit einer Wartezeit von bis zu 18 Monaten rechnen, um neue Stiefel zu erhalten. Das neueste Beispiel der Ausrüstungsengpässe, die das Militär des Landes belasten.“ 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs die Wehrmacht wieder auferstehen zu lassen, das war bestimmt nicht die Intention der Kolleginnen und Kollegen jenseits des Kanals. 

Bundesverteidigungsministerium reagiert schlagfertig

Freude löste dieser Lapsus zumindest im Bundesverteidigungsministerium aus, wo man zwischen Materialmangel und Berateraffäre sonst nicht allzu oft Grund zum Lachen hat. Und so antwortete man von der Bonner Hardthöhe oder eben aus dem Berliner Bendlerblock an die Adresse der „Times“: „Es ist kein Problem für die Wehrmacht, 75 Jahre auf neue Stiefel zu warten. Für unsere Soldaten der Bundeswehr hätten wir die Stiefel gerne schneller.“

Verlinkt ist eine Pressemitteilung, in der das Ministerium zufrieden konstatiert, wie gut die neuen Stiefel bei den Bundeswehrsoldaten ankommen. Nur etwas gedulden müssen sich einige eben noch. Bis 2022.

Dafür gibt es an einer anderen Front gute Neuigkeiten: So laufen aktuell Überlegungen, Soldaten kostenlos Bahn fahren zu lassen*. Deutlich ernster geht es am Golf zu. FR-Gastautor Eric Chauvistré fordert daher: Kein Bundeswehreinsatz am Golf ohne Exit-Option*.

Tobias Möllers mit dpa

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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