Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Friedrich Merz zur Bundestagswahl

Bundestagswahl: Friedrich Merz kritisiert „denkfaule“ CDU, die thematisch arbeiten „verlernt“ hat

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
    schließen

Nach der Bundestagswahl spart CDU-Politiker Friedrich Merz nicht mit Kritik an seiner Partei und fordert eine Erneuerung der Union.

Berlin - Auch wenn er einer Jamaika-Koalition zwischen Union, Grünen und FDP eher geringe Chancen zurechnet, hat CDU-Politiker Friedrich Merz im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe seine Unterstützung gegenüber CDU-Vorsitzendem Armin Laschet betont. „Wenn wir einen Vorsitzenden gewählt haben, dann unterstütze ich ihn, solange er eine Chance hat, seine Aufgaben auch zu erfüllen“, betonte Merz. Der CDU-Wirtschaftsexperte spricht sich somit vorerst nicht für einen Rücktritt Laschets aus, der von vielen Seiten gefordert wird.

Mit Kritik an der Arbeit der Union im Wahlkampf sparte Friedrich Merz nach der Schlappe seiner Partei bei der Bundestagswahl 2021 jedoch trotzdem nicht. Zum Wahlausgang sagte Merz, die Union habe einen beachtlichen Teil ihrer Wählerinnen und Wähler über einen längeren Zeitraum verloren. „Übrig geblieben ist ein harter Kern von 24 Prozent, der zu einem großen Teil noch nicht einmal aus Überzeugung, sondern aus purer Angst vor Rot-Grün-Rot die Union gewählt hat. Angst vor den Gegnern ist aber auf Dauer kein tragfähiges Fundament für eine politische Partei, für eine Volkspartei schon gar nicht.“

Noch wirbt CDU-Politiker Friedrich Merz um die Unterstützung von Ex-Konkurrent Armin Laschet.

Merz kritisiert Wahlkampfstragie: Wahlsieg für die Union wäre „kleines Wunder gewesen“

Als einen Grund dafür sehe Merz, der sich Ende 2020 selbst um den Parteivorsitz beworben hatte, dann aber Armin Laschet in der parteiinternen Abstimmung unterlag, die Wahlkampfarbeit und Inhalte seiner Partei: „Die Union hat das thematische Arbeiten verlernt. Das gilt für ihre inhaltliche Ausrichtung wie auch für ihre Präsenz bei den Themen und den Menschen.“ Das müsse jetzt wieder erarbeitet werden - „egal, ob in der Regierung oder in der Opposition“.

Ein Wahlsieg für die Union wäre „schon ein kleines Wunder gewesen“, sagte Merz im Interview und begründete dies neben dem Fehlen von Überschriften, Themen und einer funktionierenden Medienstrategie auch mit einem „Kandidaten mit sehr niedrigen Zustimmungswerten in der Bevölkerung“. „Die CDU ist denkfaul geworden“, urteilte Merz über die Leistungen im Wahlkampf.

Friedrich Merz attestiert Union nach der Bundestagswahl personelle Probleme

Aber auch in den personellen Entscheidungen sehe Merz einige Fehler: „Es wäre besser gewesen, wir hätten die ordnungsgemäße Übergabe von Partei und Kanzleramt frühzeitig vollzogen“, urteilt Merz über die Situation in der Union, nicht mit dem Amtsbonus von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Wahlkampf gehen zu können.

Auch CSU-Vorsitzendem Markus Söder gibt Merz eine Mitschuld an der historischen Wahlpleite: „Zwei Drittel der Wähler in Deutschland haben die Union nach der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten bis zum Tag der Bundestagswahl als zerstritten wahrgenommen“, so Merz. „Wäre dieser Eindruck nicht entstanden, wären wir wenigstens stärkste Fraktion geworden, das erscheint mir ziemlich sicher.“

Wahlpleite der Union nach der Bundestagswahl: Querelen hinter den Kulissen

Neben der öffentlich geäußerten Kritik durch Friedrich Merz an seiner Partei berichtet das Nachrichtenportal Spiegel.de auch über heftige Auseinandersetzungen hinter den Kulissen in der Debatte um die Wiederwahl von CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus. Diesem war zunächst vorgeschlagen worden, für die Zeit der Sondierungsgespräche kommissarisch als Fraktionsvorsitzender der deutlich geschrumpften CDU/CSU-Fraktion im Amt zu bleiben. Berichten zufolge bestand er aber auf eine reguläre Wiederwahl um ein Jahr.

In den Diskussionen zur Causa habe Merz Brinkhaus heftig kritisiert und ihm vorgeworfen, man hätte in der Union gerade andere Probleme als sich tagelang mit der Wiederwahl von Brinkhaus zu beschäftigen, berichtet der Spiegel. Auf Brinkhaus‘ Vorwurf, die Beschuldigung sei „lächerlich“ und seine Ankündigung, sich nicht einschüchtern zu lassen, soll Merz dann im Zorn ein Glas Orangensaft auf den Tisch geknallt haben. (Sandra Kathe mit dpa)

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare