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Wahlkampf der Kanzlerkandidatin der Grünen: Annalena Baerbock.
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Wahlkampf der Kanzlerkandidatin der Grünen: Annalena Baerbock.

RTL/ntv-Trendbarometer

Bundestagswahl: Grüne wieder unter 20 Prozent - Baerbock verliert in der Wählergunst

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Wenige Wochen vor der Bundestagswahl verlieren die Grünen an Boden, hingegen bleiben die Werte der Union konstant. Das sind die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage.

Köln - Im Auftrag des RTL/ntv-Trendbarometers hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa wenige Wochen vor der Bundestagswahl 2021 die politischen Präferenzen der Wahlberechtigten erhoben. Die Grünen liegen demnach aktuell zum ersten Mal seit Anfang März wieder unter der 20-Prozent-Marke und erreichen bei den befragten 19 Prozent. Gegenüber der Vorwoche verlieren Grüne und FDP jeweils einen Prozentpunkt, SPD und AfD können um jeweils einen Prozentpunkt zulegen. Die Union bleibt bei 30 Prozent und somit auch stärkste politische Kraft. Ihr Vorsprung vor den Grünen beträgt 11, vor der SPD 15 Prozentpunkte.

Bundestagswahl 2021: Union käme laut Umfrage aktuell auf 30 Prozent

Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, könnten die Parteien momentan mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 30 Prozent (Bundestagswahl 2017: 32,9%), SPD 15 Prozent (20,5%), FDP 11 Prozent (10,7%), Grüne 19 Prozent (8,9%), Die Linke 7 Prozent (9,2%), AfD 10 Prozent (12,6%). 8 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2%). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt aktuell mit 22 Prozent etwas unter dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8%).

Der Bundestag hätte durch Überhang- und Ausgleichsmandate bei einer aktuellen Wahl 42 Abgeordnete mehr als 2017 und käme auf 751 Sitze. Die Mandatsverteilung sähe so aus: Union 247, Grüne 155, SPD 122, FDP 89, Linke 57 und AfD 81 Abgeordnete. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament könnten die Grünen derzeit nicht das Kanzleramt beanspruchen. Regierungsfähig wären nur zwei Bündnisse unter Führung der CDU/CSU: Schwarz-Grün mit zusammen 402 Mandaten und die so genannten "Deutschland-Koalition" aus Union, SPD und FDP (zusammen 458 Mandate).

Umfrage im Juni 2017 zur Bundestagswahl 2021: Union verlor bis zur Wahl 6, AfD gewann fast 5 Prozentpunkte

Doch was sagt eine Umfrage im Frühsommer über das Wahlergebnis im September aus? Ende Juni 2017 hatten Union und SPD bei Umfragen im Juni besser abgeschnitten als derzeit. Die Union kam damals auf 39 Prozent, neun Prozentpunkte mehr als momentan. Die SPD erreichte 22 Prozent, sieben Prozentpunkte mehr als momentan. Außer der Linken schnitten alle übrigen Parteien bei der Umfrage vor vier Jahren schlechter ab als momentan.

Transparenz

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 29. Juni bis 5. Juli 2021 erhoben. Datenbasis: 2.505 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte.

Bis zur Wahl im September 2017 gab es nach der Sommer-Umfrage in jenem Jahr noch viel Bewegung für die Parteien. Das Wahlergebnis der CDU/CSU war 6,1 Prozentpunkte schlechter als das Umfrageergebnis im Juni, die SPD schnitt 1,5 Prozentpunkte schlechter ab. Die übrigen im Bundestag vertretenen Parteien konnten zulegen: die Grünen plus 0,9 Prozentpunkte, die FDP plus 2,7 Prozentpunkte, die Linke plus 0,2 Prozentpunkte und die AfD plus 4,6 Prozentpunkte.

Bundestagswahl und die Kanzlerfrage: Scholz plus 2, Baerbock minus 2 Prozentpunkte

Wenn es eine Direktwahl fürs Kanzleramt gäbe, würden sich derzeit 25 Prozent für Armin Laschet, den Kanzlerkandidaten der Union, entscheiden - genauso viele wie in der Vorwoche. Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, verliert zwei Prozentpunkte und kommt auf 19 Prozent. Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD, hat zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche und käme jetzt auf 16 Prozent. 40 Prozent würden nach wie vor keinem der drei ihre Stimme geben.

Trendbarometer: Corona nach wie vor größtes Problem

Corona wird von den meisten Befragten nach wie vor als weitaus größtes Problem eingestuft, die Bedeutung der Pandemie schrumpft allerdings. Im März 2021 sahen 72 Prozent Corona als größtes Problem an, Ende Juni waren es noch 52 Prozent. Zurückgegangen ist im selben Zeitraum auch die Sorge um die durch die Pandemie verursachte ökonomische Lage, von 28 auf 23 Prozent. Die Bedeutung von Klima und Umweltschutz wird von den Menschen wieder etwas stärker bewertet - im März hatten 15 Prozent dieses Thema als großes Problem angesehen, jetzt sind es 22 Prozent.

Viele der Befragten sehen außerdem als drängendes Problem an: Bildung 13 Prozent (plus 1 Prozentpunkt gegenüber dem März), soziale Ungerechtigkeit 13 Prozent (plus 4), Rechtsextremismus 9 Prozent (plus 5), Asylpolitik 7 Prozent (plus 2) und Gesundheitsversorgung 6 Prozent (plus 2). 34 Prozent der Befragten sind wie im März unzufrieden mit Parteien und Politikern.

Für 39 Prozent der Grünen-Anhänger:innen sind Klima und Umweltschutz das größte Problem - die Einschätzung teilen nur 6 Prozent der AfD-Anhänger:innen. Für 40 Prozent der AfD-Anhänger ist die Asylpolitik das größte Problem - dieser Einschätzung können sich nur zwischen 4 und 7 Prozent der Anhänger aller anderen Parteien anschließen. (ktho)

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