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Eine bayerische Idylle neben einer Bayern-Karte.
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Bundestagswahl 2021 in Bayern: Ergebnisse für alle 2056 Gemeinden

Von Abenberg bis Zwiesel

Bundestagswahl in Bayern: Exklusive Karte zeigt alle Ergebnisse aus 2056 Gemeinden - und fünf Erkenntnisse

  • Luisa Billmayer
    VonLuisa Billmayer
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  • Philipp David Pries
    Philipp David Pries
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Alle 2056 bayerischen Gemeinde-Ergebnisse der Bundestagswahl in einer Karte. Außerdem gibt es unerwartete Einsichten aus unserer ersten Analyse.

München - Wenige Tage nach der Wahl sind die 46 bayerischen Wahlkreis-Ergebnisse inzwischen hinlänglich diskutiert. So hat sich gezeigt, dass die CSU seit mehr als 70 Jahren nicht mehr so schlecht abgeschnitten hat wie heuer. Und dennoch hat es am Ende fast überall noch gereicht für die Christsozialen - von einigen grünen Flecken einmal abgesehen. Was aber bei derart großen und gemischten Wahlkreisgebieten völlig verloren geht, ist die Stimmung an der Basis, tief vor Ort in den bayerischen Gemeinden. In diesem Artikel präsentieren wir Ihnen deswegen erstmals eine interaktive Karte mit allen 2056 bayerischen Gemeinde-Ergebnissen, die wir aufwändig für Sie recherchiert haben. Außerdem liegen jetzt alle Ergebnisse der Erst- und Zweitstimmen für alle 11.000 Gemeinden in Deutschland für Sie vor.

Die interaktive Bayern-Karte mit allen Städten und Gemeinden der Bundestagswahl 2021 sieht auf den ersten Blick recht ähnlich zur bekannten Wahlkreis-Ansicht aus. Doch schaut man genauer hin, offenbaren sich die ersten und teilweise kuriosen Unterschiede: So gibt es eine gewisse Anzahl an Gemeinden, in denen die CSU einmal nicht die Nase vorne hat. Es gibt Gemeinden, die eine außergewöhnlich hohe Anzahl an ungültigen Stimmen hatten. Und weitere erste Analyseeinsichten, die wir Ihnen weiter hinten unter der interaktiven Wahlkarte präsentieren.

Interaktive Karte: Alle bayerischen Gemeinde-Ergebnisse

Klicken Sie sich in der Karte durch Bayern und entdecken Sie die bayerischen Gemeinde-Ergebnisse im Detail. Gut zu wissen: Entscheidend für die Zusammensetzung des Bundestags ist am Ende die Wahlkreisebene. Die kommunale Ebene ist dennoch Basis für unsere neue Darstellung, weil sie ein viel tieferes Bild über die Stimmungsverhältnisse vor Ort ermöglicht. Außerdem gut zu wissen: Wir haben inzwischen wie schon im Jahr 2017 zahlreiche weitere Bundesländer integriert. Da dies wegen dutzender unterschiedlicher Datenquellen und teilweise nicht digitalisierter Ergebnisse sehr aufwändig ist, folgen weitere Bundesländer Schritt für Schritt.

Bundestagswahl 2021 in bayerischen Gemeinden: Fünf erste Schlaglichter

1. Jeder nur zwei Kreuze: Mit dem oberpfälzischen Trabitz gibt es eine Gemeinde, in der weit mehr ungültige Stimmen abgegeben wurden als überall sonst in Bayern. Die Ursache ist unbekannt - klar ist aber, dass mehr als vier Prozent der Stimmzettel ungültig waren. Der Durchschnitt lag ansonsten in Bayern bei etwa 0,5 Prozent.

2. Viel Land und wenig Stadt: Bayern ist sehr ländlich geprägt - das zeigt sich auch daran, dass es einem Viertel aller Gemeinden weniger als 1000 Wähler gab. Wie wenig urbanisiert das Bundesland Bayern ist, zeigt sich auch an einem zweiten Umstand: Nur in rund 90 Städten und Gemeinden überhaupt gab es mehr als 10.000 Wähler. Insgesamt verzeichnete Chiemsee mit 137 die wenigsten und München mit rund 740.000 die meisten Wählerinnen und Wähler.

3. Was war denn da los? Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Namen „#parteifrei #Gemeinsam gewinnen! #Gemeinsam verändern! Einfach mal anders: Erststimme Dippel!“? Die Geschichte hinter diesem länglichen Namen ist folgende: Konrad Dippel hat es nun bereits zum fünften Mal versucht, unter diesem Listennamen als parteiloser Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen. Erfolglos, doch ein Trost bleibt: Zumindest in seiner Heimatgemeinde Trabitz überzeugte er damit die Mehrheit der Wähler.

4. CSU, CSU, CSU: Zwar haben die Christsozialen insgesamt eines ihrer schwächsten Ergebnisse bei Bundestagswahlen überhaupt erzielt. Doch in Bayern reichte es fast immer noch für den ersten Platz: Bei der Erststimme in rund 98% der Gemeinden, bei der Zweitstimme sogar bei rund 99%. Kleine grüne Flecken beispielsweise gab es dennoch: So konnten Bündnis 90/Grünen in Buckenhof, Erlangen, Freising, München und Würzburg die meisten Zweitstimmen auf sich vereinen. Und bei der Erststimme waren mit 15 (Freie Wähler) und 31 (SPD) Gemeinden einige Achtungserfolge dabei.

5. Fränkische Musterschüler: Beachtliche Unterschiede gab es auch bei der Wahlbeteiligung. Die fleißigsten Wähler waren in Riedenheim, Sommerach und Hoch Poxdorf unterwegs: jeweils rund 91 Prozent. Das Ende der Wahlbegeisterung markierten hingegen Reichenbach (Oberpfalz), Bruckberg (Niederbayern) und das schwäbische Ursberg. Hier lag die Wahlbeteiligung jeweils nur bei 58 bis 63 Prozent und damit erheblich unter Landesschnitt.

Bayern ist damit auserzählt? Nein. Im ersten Schritt haben wir mit unserem Datenprojekt alle bayerischen Ergebnisse für Sie aufwändig recherchiert und aufbereitet sowie eine erste Analyse angefertigt. Zu einem späteren Zeitpunkt wollen wir diese erweitern und dann auch einzelne Partei- und Kandidatenergebnisse sowie historische Zahlen integrieren. Die Geschichte über Bayern bei den Bundestagswahlen ist also noch lange nicht zu Ende.

Transparenz: Unsere Daten, Quellen und Methoden

Alle Wahlergebnisse in unseren interaktiven Karten stammen aus offiziellen Quellen. Wir erfassen, vereinheitlichen und bereiten diese für Sie auf. In Bayern haben wir dafür eine Reihe verschiedener Datenzugänge genutzt. Darunter sind Ergebnis-Websiten der einzelnen Kommunen, Votemanager- und Elect-Datenangebote und weitere mehr. Gerade in Bayern lagen viele Ergebnisse nicht digital vor. Wir haben sie in diesem Fall vor Ort bei der jeweiligen Kommune recherchiert. Wichtig zu wissen: Wo die Handhabung bekannt ist, haben wir dies in der interaktiven Karte markiert. Ebenso könnte es vorkommen, dass ein einzelnes Ergebnis trotz aller Prüfungen nicht vollständig korrekt hinterlegt ist. In diesem Falle freuen wir uns über einen kurzen Hinweis. Außerdem relevant bei Gemeinde-Ergebnissen: Nicht alle Gemeinden integrieren Briefwahlstimmen in ihr ausgewiesenes Ergebnis oder haben einen eigenen Briefwahlbezirk. Im Einzelfall kann es also zu nicht vergleichbaren Ergebnissen kommen.

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