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Union im Umfragetief

„Zukunftsteam“ gegen Abwärtstrend: Armin Laschet holt Friedrich Merz ins Boot

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Die Union und ihr Kanzlerkandidat Armin Laschet stehen derzeit massiv unter Druck. Jetzt soll ein sogenanntes Zukunftsteam helfen.

Update, 11.25 Uhr: Armin Laschet steht mit dem Rücken zur Wand. In den Umfragen vor der Bundestagswahl 2021 fällt die Union immer weiter hinter die SPD von Olaf Scholz zurück. Wie also will Laschet das Ruder wieder herumreißen? Mit einem achtköpfigen „Zukunftsteam“ um den früheren Fraktionschef Friedrich Merz.

Das Team spiegele die Vielfalt des Landes und der Partei wider, erklärte Laschet und sprach mit Blick auf die Wahl in drei Wochen von einer „Richtungsentscheidung“. Gemeinsam wolle man dafür kämpfen, „dass es am 26. September nicht zu einem linken Bündnis in Deutschland kommt“.

Laschets (M) „Zukunftsteam“: Andreas Jung (l-r), Dorothee Bär, Peter Neumann, Karin Prien, Barbara Klepsch, Joe Chialo, Silvia Breher und Friedrich Merz.

Merz warb für wirtschaftliche Dynamik, bekannte sich aber auch ausdrücklich zu soliden Staatsfinanzen und zur Schuldenbremse. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende Dorothee Bär repräsentiert den Bereich Digitalisierung und Innovation. „Wir wollen dem Staat ein Update verpassen“ und „einen digitalen Turbo zünden“, kündigte sie bei ihrer Vorstellung an.

Gleichzeitig rief Laschet die SPD auf, nun ihre Persönlichkeiten für eine Regierungsmannschaft zu präsentieren: „Da werden viele im Moment versteckt.“

Armin Laschet holt Friedrich Merz in sein Team

Update, 9.05 Uhr: Auf „Experimente ideologischer Art“ hat Armin Laschet keine Lust. Sagt er zumindest. Fragt sich nur, was das eigentlich genau bedeuten soll. Anscheinend die Dinge, die er bei der Vorstellung seines „Zukunftsteams“ in den Mittelpunkt stellt: „Wachstum statt Abschwung“, „entlasten statt belasten“ und so weiter.

Dann wird es heiter: Armin Laschet stellt seinen Wirtschaftsfachmann Friedrich Merz vor. „Er ist jemand, der den Wechsel von Politik in Wirtschaft vorgelebt hat.“ Und Merz? Was will der Zukunftsmann der Finanzen? Keine neuen Steuern und Abgaben natürlich. Und dann sagt er es frei heraus: „Wir wollen das Land entfesseln.“ Na dann.

Warnt vor einer rot-rot-grünen Koalition nach der Bundestagswahl 2021: Friedrich Merz (CDU).

Bundestagswahl 2021: Merz und „Zukunftsteam“ sollen Laschet aus dem Schlamassel ziehen

Erstmeldung: Berlin - Was nun, Herr Laschet? Die Frage stellt sich schon seit einigen Wochen. Denn nach dem Absturz in den Umfragen steht Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet* gut drei Wochen vor der Bundestagswahl 2021* schwer unter Druck.

Die aktuellen Erhebungen sehen die SPD* inzwischen immerhin mit satten fünf Prozentpunkten vor der Union, die ihre Felle offenbar immer mehr davonschwimmen sieht. Sonst würde sie wohl kaum auf die längst verstaubte „Rote Socken“-Kampagne der 90er-Jahre zurückgreifen. „Auf in die Zukunft ... aber nicht auf roten Socken“ stand damals auf den Wahlplakaten, auf denen, was sonst, rote Socken klebten.

Doch heute verfangen diese alten Kamellen anscheinend nicht mehr. Besonders an Olaf Scholz* beißt sich die Union derzeit die Zähne aus - und das, obwohl der SPD-Kanzlerkandidat allgemein als Langweiler par excellence gilt. Aber die Deutschen sehen in Scholz ganz offenbar den besseren Nachfolger für Angela Merkel* als Armin Laschet. Vielleicht ja auch deshalb, weil Scholz inzwischen auch schon mal mit der berühmten Merkel-Raute um die Ecke kommt.

Bundestagswahl 2021: „Zukunftsteam“ soll Laschet aus dem Umfragetief holen

Guter Rat ist also teuer für Armin Laschet, der alleine die Wende wohl nicht mehr zu schaffen glaubt. Deshalb soll nun ein sogenanntes Zukunftsteam helfen, die bockigen Menschen in Deutschland zu überzeugen. Schon vor der offiziellen Vorstellung heute in der Parteizentrale in Berlin wurden die Namen der Personen bekannt, die für Laschet die Kastanien irgendwie noch aus dem Feuer holen sollen. Es ist davon auszugehen, dass Laschet die Team-Zusammensetzung mit CSU*-Chef Markus Söder* abgesprochen hat.

Das „Zukunftsteam“ besteht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus folgenden Personen:

  • Friedrich Merz, Ex-Unionsfraktionschef
  • Peter Neumann, Terrorismus-Experte
  • Silvia Breher, CDU-Vize
  • Karin Prien, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein
  • Andreas Jung, Vize-Unionsfraktionschef
  • Joe Chialo, Musikmanager
  • Barbara Klepsch, Kultusministerin in Sachsen
  • Dorothee Bär, Digital-Staatsministerin

In der Union wurde betont, dass es sich bei dem Team nicht um ein Schattenkabinett handele. Laschet hatte mehrfach angekündigt, dass in der heißen Phase des Wahlkampfes neben ihm selbst weitere profilierte Köpfe der Union verknüpft mit Themen sichtbar werden sollten.

Nach den dpa-Informationen ist geplant, dass Laschet nach einführenden Worten Merz als Experten für Wirtschaft und Finanzen auf die Bühne in der CDU*-Zentrale holt. Demnach soll Jung für die Themen „Klima und Energie“ zuständig sein, die CSU-Politikerin Bär für „Digitalisierung und Staatsmodernisierung“, Neumann für „Innere und äußere Sicherheit“, Prien für „Bildung“, Breher für „Familie und Generationen“, Chialo für „Kreativwirtschaft und Innovation“ und Klepsch für „Soziales und gleichwertige Lebensverhältnisse“.

Bundestagswahl 2021: Hofreiter wirft Laschet Aktionismus vor

Grünen*-Fraktionschef Anton Hofreiter warf Laschet vor, in „hilflosen Aktionismus“ zu verfallen. Mit Blick auf Merz sagte Hofreiter der „Rheinischen Post“ (Freitag), dieser stehe „für Rückschritt und eine Wirtschaftspolitik des vergangenen Jahrhunderts“. Merz selbst sagte bei einer Wahlkampfveranstaltung in Greifswald am Donnerstagabend (02.09.2021), nach der Vorstellung eines Wahlkampfteams zusammen mit Laschet werde man zeigen, was man könne. „Und dann wird Vollgas gegeben.“ (cs/dpa)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa/picture alliance

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