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ZDF-Sendung „Klartext, Herr Laschet“: Der Zuschauerin reißt nach ihrer Frage der Geduldsfaden.
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ZDF-Sendung „Klartext, Herr Laschet“: Der Zuschauerin reißt nach ihrer Frage der Geduldsfaden.

Bundestagswahl 2021

„Klartext, Herr Laschet!“: Armin Laschet will für Ehe für alle gestimmt haben - und wird entlarvt

  • Luisa Ebbrecht
    VonLuisa Ebbrecht
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In der ZDF-Sendung „Klartext, Herr Laschet!“ kommt Laschet (CDU), Kanzlerkandidat der Union, in die Bredouille. Einer Zuschauerin reißt der Geduldsfaden.

Update vom 11.09.2021, 09.50 Uhr: Nach der ZDF-Sendung „Klartext, Herr Laschet!“ hat sich der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet (CDU), am Freitag (10.09.2021) zu seiner Aussage zur Ehe für alle geäußert. Er habe sich am Donnerstagabend missverständlich ausgedrückt, erklärte der 60-jährige Laschet laut Queer.de gegenüber dem Berliner Tagesspiegel.

Armin Laschet war zu seiner Position zu der vor vier Jahren von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Ehe für alle gefragt worden. „2017 hat die Bundeskanzlerin, das muss man anerkennenswerterweise sagen, überhaupt den Weg dafür frei gemacht, dass abgestimmt wurde, hat aber persönlich dagegen gestimmt. Das finde ich auch respektabel. Ich hätte dafür gestimmt“, sagte der Kanzlerkandidat. 2017 sprach sich Laschet jedoch in Interviews gegen die Ehe-Öffnung aus, die er für grundgesetzwidrig hielt. Auch im Bundesrat verweigerte er als NRW-Ministerpräsident der Ehe für alle seine Zustimmung.

Im Tagesspiegel äußerte sich Laschet nun erneut zum Thema: „Damals hätte ich so gehandelt wie Angela Merkel: Sie hat den Weg freigemacht, aber bei der Abstimmung ihre Bedenken berücksichtigt.“ Nun sei jedoch klar, „dass die juristischen Bedenken weniger Gewicht haben als der gesellschaftliche Frieden und den Respekt, den die Ehe für alle gebracht hat“, so der Kanzlerkandidat. „Unsere Gesellschaft lebt von Verantwortung füreinander. Das drücken Ehe und Familie aus.“ Heute hätte er für das Gesetz gestimmt.

„Klartext, Herr Laschet!“: Aktivistin bringt Laschet in Bedrängnis

Berlin – In der ZDF-Sendung „Klartext, Herr Laschet!“ zur Bundestagswahl 2021 geht es am Donnerstagabend (09.09.2021) schon zu Beginn heiß her. Das Publikum stellt Armin Laschet Fragen zum Klimawandel, der Hochwasserkatastrophe und dem Afghanistan-Truppenabzug.

Die Berlinerin Christina Klitzsch-Eulenburg bringt hingegen ein ganz anderes Thema in die Sendung mit. Wie ZDF-Chefredakteur Peter Frey ankündigt, habe sie einen „sehr eindrucksvollen Fall“ mit in die Sendung gebracht.

„Klartext, Herr Laschet“ im ZDF: Einer Zuschauerin reißt der Geduldsfaden

Im vergangenen Jahr hatte die Ehefrau der Juristin einen Sohn zur Welt gebracht – den gemeinsamen Sohn des Paares, wie Klitzsch-Eulenburg klarmachte. Doch anders als bei heterosexuellen Paaren, kann sie sich nicht auf der Geburtsurkunde eintragen lassen. Zudem ist es ihr nicht möglich, die Elternschaft des Kindes anzuerkennen, was jedoch beispielsweise bei einem unverheirateten Mann möglich wäre.

Nach der „Klartext“-Folge mit Armin Laschet sind auch die beiden anderen Kanzlerkandidat:innen dran: Am 14.09. wird eine Folge mit Olaf Scholz von der SPD und am 16.09. eine Folge mit Annalena Baerbock von den Grünen im ZDF ausgestrahlt werden.

Klitzsch-Eulenberg, die sich auch sonst für die Rechte der LGBTQ-Community einsetzt, zeigt sich im Studio empört: „Kinder wie ihm wird nur ein rechtlicher Elternteil ab seiner Geburt zur Verfügung gestellt. Er hat aber zwei. Meine Frau und mich.“ Sie will von Laschet wissen: „Warum verhindert die Union, dass mein Sohn rechtlich zwei Elternteile an die Seite bekommt und damit genauso gut abgesichert wird wie alle anderen Kinder im Land?“

ZDF-Sendung „Klartext, Herr Laschet“ – Kanzlerkandidat weicht einer Frage aus

Als andere Parteien nach der Einführung der Ehe für alle im Jahr 2017 die rechtliche Situation verändern wollten, habe die Unionsfraktion im Bundestag das blockiert, betont sie. Für diese Feststellung bekommt Klitzsch-Eulenburg breiten Applaus vom Publikum. Erneut gerät Armin Laschet in die Defensive während der Sendung. Der Kanzlerkandidat weicht aus, spricht von einer „Detaildiskussion“ und wiederholt, wie die Abstimmung zur Ehe für alle im Jahr 2017 ablief. Die Aktivistin wird ungeduldig: „Das weiß ich alles“, unterbricht sie den CDU-Chef und wiederholt ihre konkrete Frage: „Wieso verhindert die Union, dass mein Sohn zwei Elternteile bekommt?“.

Nun will Laschet beschwichtigen: „Die Union verhindert es nicht als Ganze!“ – da platzt es erneut aus der Fragestellerin heraus: „Doch! Jedes Mal! Faktencheck!“, fordert sie. Den gibt es am Freitag (10.09.2021) im ZDF. Das Studiopublikum steht hinter ihr, abermals bekommt sie Applaus. Die Frage wird allerdings nicht abschließend beantwortet. Was der Aktivistin Klitzsch-Eulenberg bleibt: zwar keine Antwort, aber jede Menge Aufmerksamkeit für ihr Anliegen. (Luisa Ebbrecht)

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