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Ungeimpft
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Aufgrund einer in einigen Kreis verbreiteten Impfskepsis sind noch immer viele ungeimpft. Mehrheitlich würden sie AfD wählen. (Archivfoto)

Bundestagswahl 2021

Corona-Krise: Hälfte der Ungeimpften wählte AfD

  • VonMirko Schmid
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Ungeimpfte wählen in großer Mehrheit rechts der Mitte. Eine Umfrage ergibt klare Tendenzen. Freuen kann sich darüber die AfD.

Berlin – Bereits am 18. Oktober lagen die Ergebnisse vor. Gesundheitsminister Jens Spahn beauftragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa damit, herauszufinden, woher die Impskepsis in manchen Teilen der Bevölkerung rührt. Top-Antwort: „Impfstoffe sind nicht ausreichend erprobt“ mit 74 Prozent. Auch kam heraus, dass sich rund 65 Prozent der Ungeimpften sicher sind, auf keinen Fall zur Impfung gegen Corona gehen zu wollen.

So weit, so bekannt. Interessant wurde die Studie jetzt auf einmal doch noch einmal, nachdem Forsa weitere Datensätze zur Studie öffentlich gemacht hat. Und zwar handelt es sich dabei nach der Frage der Parteienpräferenz der Ungeimpften. Jens Spahn hatte diese Frage nicht beauftragt, weswegen Forsa hier, man hatte die Befragten ja schon am Telefon, beschloss, auf eigene Faust nachzufragen.

Nun sind die Ergebnisse bekannt – und die haben es in sich. Hätten bei der Bundestagswahl ausschließlich Ungeimpfte wählen dürfen: Die AfD hätte durchregieren können. Denn die 3.048 Befragten entschieden sich zu genau 50 Prozent für die Partei am rechten Rand des politischen Spektrums. Direkt darauf folgt mit 15 Prozent die Kleinstpartei „Die Basis“, die sich zu Teilen aus Kreisen der „Querdenken“-Bewegung speist. Und darauf die FDP (10 Prozent) und die Union aus CDU/CSU (6 Prozent).

Von AfD bis FDP: Parteien rechts der Mitte mit Dreiviertel-Mehrheit bei Ungeimpften gegen Corona

Das heißt: Die Parteien rechts der politischen Mitte hätten bei einer Bundestagswahl der Ungeimpften gemeinsam eine Dreiviertel-Mehrheit. Das eher linke Spektrum kommt mit SPD (5 Prozent), Linkspartei (4 Prozent) und Grünen (3 Prozent) auf gemeinsam gerade einmal 12 Prozent.

ParteiErgebnis BundestagswahlErgebnis Ungeimpfte
SPD25,75 (-20,7)
CDU/CSU24,16 (-18,1)
Grüne14,83 (-11,8)
FDP11,510 (-1,5)
AfD10,350 (+39,7)
Linkspartei4,94 (-0,9)
Die Basis1,415 (+13,6)

Die Zahlen sprechen für sich. Die AfD alleine erreicht unter Ungeimpften also rund fünfmal mehr Zustimmung als in der Gesamtbevölkerung (an der Urne zur Bundestagswahl 2021 kam die AfD auf 10,3 Prozent). „Die Basis“ hatte lediglich 1,4 Prozent erreicht, die neu gegründete Protestpartei schnitt im Verhältnis zur gesamten Wählerschaft bei Ungeimpften also mehr als zehnmal besser ab.

Corona: Ampel aus SPD, Grünen und FDP braucht kaum Stimmverlust bei Ungeimpften fürchten

Aus dem Ergebnis könnte durchaus eine gewisse politische Relevanz herausgelesen werden. Da die Ampelparteien aktuell gemeinsam auf gerade einmal 18 Prozent kommen würden, dürften lediglich Ungeimpfte wählen, gibt es auf deren Seite de facto kaum zu verlieren für die wohl künftige Koalition. Die beteiligten Parteien könnten versucht sein, aus wahlstrategischer Sicht weniger Rücksicht auf Ungeimpfte zu nehmen.

SPD, Grüne und FDP könnten sich durch die Zahlen im Gegenteil darin bestätigt fühlen, dass ihre jeweiligen Forderungen nach Coronamaßnahmen in der eigenen weiteren Klientel Anklang finden und eine rigidere Auslegung der Einschränkungen für Ungeimpfte auf fruchtbaren Boden fallen könnte. (Mirko Schmid)

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