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Fast alle Parteien versprechen den Rentnern in Deutschland bessere Zeiten. Doch wie umsetzbar ist das in der Realität?
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Fast alle Parteien versprechen den Rentnern in Deutschland bessere Zeiten. Doch wie umsetzbar ist das in der Realität?

Altersversorgung

Bundestagswahl 2021: SPD und CDU streiten über „stabile Renten“

  • VonYasemin Kamisli
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Wird die zukünftige Bundesregierung für „stabile Renten“ sorgen können? Einige Parteien versprechen dies zumindest. Die Werbung rund um die Altersversorgung wird vermehrt zum Wahlkampfthema der Parteien.

Berlin / Frankfurt – Die BundestagswahI 2021 steht kurz bevor. Auf zahlreichen Wahlplakaten wird mit „stabilen Renten“ (SPD) oder Versprechen wie „Rente hoch, Rentenalter runter“ (Die Linke) geworben. In Deutschland steigt jedoch das Durchschnittsalter immer weiter an, was in der Umsetzung ein stabiles Rentenniveau deutlich erschwert. Die Rente stellt eine Herausforderung dar, welcher sich die neue Bundesregierung stellen werden muss.

Laut Olaf Scholz sollen Rentenniveau sowie Renteneintrittsalter bis 2040 stabil bleiben. Die CDU hält solche Versprechen jedoch für fragwürdig. Die Realität zeige, dass aktuell bereits Millionen Menschen von Altersarmut bedroht seien – und das trotz eines Vollzeitjobs.

Bundestagswahl 2021: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verspricht „stabile Renten“

Wenn es um die Altersversorgung geht, unterscheiden sich SPD und die Union. Dies wurde am vergangenen Sonntag (12.09.2021) beim zweiten TV-Triell der Kanzlerkandidat:innen von ARD und ZDF deutlich. Während Olaf Scholz (SPD) älteren sowie jüngeren Wählern versprach, das Rentenniveau und das Renteneintrittsalter möglichst bis 2040 stabil zu halten, hält Armin Laschet (CDU) dies für „unseriös“. Scholz antwortete selbstbewusst: Dass das Versprechen für stabile Renten unbezahlbar sei, sei „aus meiner Sicht eine Mär.“ Für die Finanzierbarkeit sei entscheidend, „dass möglichst viele eine gute Beschäftigung haben“ und damit in die Rentenkasse einzahlten. Das würde eine sichere Rente garantieren.

Im Triell wurde jedoch nicht thematisiert, dass in Deutschland bereits viele Menschen mit ihrer Rente kaum auskommen. Und das, obwohl sie Jahre lang in die Rentenkassen einzahlten.

Rente in Deutschland: 2,8 Millionen Menschen trotz Vollzeitjob von Altersarmut bedroht

Kurz vor der Bundestagswahl erweisen sich die aktuellen Zahlen rund um die Rente in Deutschland als erschreckend. Rund 2,8 Millionen Menschen sind trotz Vollzeitjob von Altersarmut bedroht – und das nach ganzen 45 Jahren im Berufsleben. Das berichtet nun die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG), welche sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung beruht.

Laut NGG verdienen 13 Prozent aller Vollzeit-Beschäftigten weniger als 2050 Euro brutto im Monat. Demnach müssten sie anhand dieser Zahlen schon mehr als 45 Jahre lang arbeiten, um auf eine Rente oberhalb der Grundsicherungsschwelle zu kommen. Diese liege aktuell bei 835 Euro. Die Gewerkschaft nannte Beschäftigte in Bäckereien oder Gaststätten als Beispiel für Betroffene.„Rentenkürzungen oder Forderungen über ein späteres Eintrittsalter sind der falsche Weg“, stellte Gewerkschaftschef Guido Zeitler klar. Genau diesen möchten für die kommende Legislaturperiode unter anderem die SPD, die Grünen, sowie die Linke entgegenwirken.

Altersvorsorge in Deutschland: 82 Prozent der gesetzlichen Renten unter 1500 Euro

Die bittere Realität der Altersvorsorge ist mittlerweile für viele Menschen in Deutschland alltäglich. Immer mehr fürchten sich vor Altersarmut. Nach Erkenntnis der Partei die Linke belaufen sich 82 Prozent der gesetzlichen Renten in Deutschland auf weniger als 1500 Euro monatlich. Das Bundesarbeitsministerium gab nach einer Anfrage bekannt, dass dagegen 95,1 Prozent der Pensionen von Bundesbeamten über diesem Betrag läge.

In Deutschland sind immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen. Ein Grund zur Sorge – das schon seit längerer Zeit.

Der große Unterschied zwischen Renten und Beamtenpensionen würde sich damit erklären, dass in die Statistik auch Renten eingingen, die etwa aufgrund von geringen Beschäftigungszeiten sehr niedrig ausfielen. Außerdem gab das Bundesarbeitsministerium an, dass die Beamtenversorgung als zweite Säule der Alterssicherung noch eine betriebliche Zusatzsicherung enthalte.

In der Corona-Pandemie stiegen die Renten im Westen um rund 0,7 Prozent, während sie im Osten ebenfalls leicht anstiegen. Laut NGG bedeute die seit dem Jahr 2000 erfolgte Absenkung des Rentenniveaus von damals rund 53 Prozent auf aktuell 48 Prozent, „dass Geringverdiener mit einem Einkommen von weniger als 2050 Euro brutto im Monat statt 42 nun fast 46 Jahre lang arbeiten müssen, um überhaupt noch die Grundsicherungsschwelle im Alter zu erreichen“. (Yasemin Kamisli)

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