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Umfragen

Bundestagswahl 2021: Olaf Scholz ist überzeugt, dass sich das Blatt nun wendet

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Olaf Scholz ist von der Wende im Wahlkampf überzeugt.

Berlin ‒ Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl 2021 liegt die SPD bei den Umfragen weiterhin deutlich hinter der Union und den Grünen. Im Kampf um das Amt der Bundeskanzler:in sehen viele daher bereits nur noch ein Duell zwischen Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne). SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz wittert angesichts aktueller Umfragen allerdings Morgenluft für die SPD bei der Wahl im September. „Im Moment bewegt sich die politische Stimmungslage langsam in unsere Richtung, darauf setze ich“, sagte der Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview.

Zuletzt hatten sich Grüne und Sozialdemokraten in mehreren Umfragen zur Bundestagswahl etwas angenähert. Die SPD blieb dennoch hinter den führenden Parteien zurück.

Umfrage nach der Flutkatastrophe: Nur Merkel souveräner als Scholz

Unterstützt wird der Optimismus von Olaf Scholz von einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild am Sonntag. Der Erhebung zufolge, die mit Blick auf die Bundestagswahl im September vom 19. bis zum 23. Juli durchgeführt wurde, bewerten die Bürger sein Auftreten in der Flutkatastrophe deutlich positiver als das von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet und auch das der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Auch im aktuellen ARD-Deutschlandtrend zeigt sich, dass die Grünen insgesamt nicht von der lauten Klima-Debatte infolge der schweren Hochwasser in Westdeutschland profitieren konnten. Sie verloren sogar einen Punkt im Vergleich zur letzten Erhebung des Instituts Infratest dimap.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ist überzeugt: Im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 beginnt das Blatt sich zu wenden.

Laschet hatte vor allem Schlagzeilen gemacht, da er bei einem Besuch in den Katastrophengebieten lacht und feixt, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gerade ein Interview gibt. Auf Twitter trenden an diesem Samstag (17.07.2021) auf Platz 1 #LaschetdarfnichtKanzlerwerden und auf Platz 2 #Laschetlacht. Im Anschluss hatte sich der CDU-Kanzlerkandidat via Twitter entschuldigt und beteuert, ihm und allen Beteiligten liege das Schicksal der Betroffenen der Flutkatastrophe am Herzen.

Besser als Scholz schnitt bei der Umfrage nur die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab.

Bundestagswahl 2021: Olaf Scholz ist beliebter als Laschet oder Baerbock

Es wurde nicht nur das Auftreten im Rahmen der Katastrophe bewertet, Olaf Scholz läge auch bei einer Direktwahl der Kanzler:in - würde es eine geben und wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl - der Insa-Umfrage zufolge vorn. Er erhielte 21 Prozent und damit drei Punkte mehr als in der Vorwoche. Laschet käme auf 15 Prozent (minus fünf Punkte), Annalena Baerbock auf 14 Prozent. 38 Prozent würden keinen der drei Kandidat:innen wählen. Scholz scheint also durchaus in der Wählergunst zu stehen.

Auch beim ARD-Deutschlandtrend vom 1. Juli hätten sich die meisten Befragten bei einer Kanzlerwahl für Olaf Scholz (SPD) entscheiden: 29 Prozent (+3 Punkte im Vergleich zum Vormonat). Für Armin Laschet (CDU) würden 28 Prozent stimmen (-1), Baerbock (Grüne) wäre auf 18 Prozent (+2) gekommen. Ein Viertel der Befragten machte keine Angaben oder antwortete mit „weiß nicht“.

Olaf Scholz
Geburtstag14. Juni 1958 (63)
ParteiSPD
Ämter Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler (beides seit 2018)
EhepartnerBritta Ernst

Allerdings wird der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin in Deutschland nicht direkt gewählt, es wird bei der Bundestagswahl über Parteien abgestimmt. Generell sind Umfragen im Vorfeld einer Wahl mit Unsicherheiten behaftet. Grundsätzlich spiegeln sie nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den tatsächlichen Wahlausgang.

„Wer keinen Plan hat“: SPD-Kanzlerkandidat Scholz warnt vor CDU-geführter Regierung

Klar ist, dass die Bundestagswahl im September 2021 nicht so eindeutig ausgehen muss, wie manche Umfragen es vermuten lassen. Die Zeiten, in der eine Partei wie früher üblich 40 Prozent und mehr bekomme, seien erstmal vorbei, sagte Olaf Scholz. „Alles spricht dafür, dass die nächste Regierung aus drei Partnern bestehen wird.“ Der Vizekanzler betonte: „Die Bürgerinnen und Bürger haben eine Wahl, die viel weitreichender ist als das zuletzt der Fall war.“

Eine CDU-geführte Regierung nach der Bundestagswahl würde Deutschland nach Ansicht von Scholz Wohlstand und Arbeitsplätze kosten. „Wer keinen Plan hat, sich durchwursteln will und sich der industriellen Erneuerung Deutschlands verweigert, setzt hunderttausende Arbeitsplätze aufs Spiel“, sagte der SPD-Politiker. Wenn Deutschland ein erfolgreiches Industrieland bleiben wolle, müsse etwa die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden. Laschet habe diesen Ausbau als NRW-Ministerpräsident aber „mit absurden Abstandsregeln behindert“. Zumindest im Angriff gegen Laschets Klimapolitik scheinen sich SPD und Grüne einig.

Deutschland stehe laut Scholz vor „einer gigantischen Aufgabe, einer zweiten Industriellen Revolution.“ Wenn es gelinge, klimaneutral zu wirtschaften sowie die Industrie und Arbeitsplätze zu erhalten, könnte Deutschland ein Vorbild für andere Nationen sein, den Umstieg zu wagen. (iwe/dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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