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Union, SPD und die Grünen

Bundestagswahl 2021: Die Kanzlerkandidat:innen im Überblick

Zur Bundestagswahl 2021 haben drei Parteien Kandidat:innen für das Kanzler:innen-Amt aufgestellt. Wir haben eine Übersicht zusammengefasst. 

Frankfurt - Seit über 15 Jahren ist Angela Merkel nun Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Jahr ist nun Schluss für die Frau aus der Uckermark. Auch wenn die Nachfolge noch nicht geklärt ist, steht eines fest: Mit der Bundestagswahl 2021 endet die Amtszeit der 67-Jährigen.

In das Rennen um die Nachfolge der CDU-Politikerin schicken die drei aussichtsreichsten Parteien eine:n Kanzlerkandidat:in. Eine dieser drei Personen wird wahrscheinlich die Nachfolge von Angela Merkel im Kanzleramt antreten.

Bundestagswahl 2021: Armin Laschet - Nachfolge aus den Reihen der Union?

Aus den Reihen der Unions-Partei, der Partei der amtierenden Kanzlerin, kamen bisher die meisten Bundeskanzler:innen. Seit 1949 kamen fünf der acht Kanzler:innen aus der Unions-Partei. Bisher herrschte in der Union aus CDU und CSU der Konsens, dass der oder die Vorsitzende:r ein „Vorrecht“ auf die Kandidatur hat. In den Vorbereitungen auf die Bundestagswahl 2021 entbrannte in der CDU/CSU darüber ein Streit.

Es wurde hinterfragt, ob Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz auf eine Person fallen sollten. Der Partei-interne Streit begann Mitte Januar 2021, als Armin Laschet in den Parteivorsitz gewählt wurde. Er endete erst mit einer Abstimmung des Bundesvorstands der CDU am 20. April 2021. Seitdem steht fest, dass Laschet als Kanzlerkandidat der Union zur Bundestagswahl 2021 antritt.

Bundestagswahl 2021: Das steckt hinter dem Frontmann der CDU

Seit 2017 stellt Laschet das Ministerpräsidentenamt in Nordrhein-Westfalen. Dort regiert der CDU-Mann zusammen mit der FDP. Bevor Laschet im Jahr 2005 in die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen wechselte, saß er im Europa-Parlament. Bereits seit 1999 hatte der CDU-Politiker aus dem Wahlkreis Aachen-Stadt dort einen festen Sitz. Zuvor zog Laschet im Jahr 1994 für die CDU als Direktkandidat in den Deutschen Bundestag ein.

Inhaltlich gilt Laschet als Verteidiger der Kohlekraft, also als Energiewenden-Kritiker. In seiner Landespolitik wurde dies bereits mehrfach deutlich. So ließ Laschet beispielsweise im Jahr 2018 den Hambacher Forst räumen und unterstützte einen Ausbau der Braunkohleförderung in Nordrhein-Westfalen. Auch das für das Jahr 2020 geplante Steinkohlekraftwerk Datteln 4 verteidigte der CDU-Kanzlerkandidat.

Bundestagswahl 2021: Die Grünen gehen mit Annalena Baerbock ins Rennen

In der Geschichte der Grünen macht sie den Anfang: Annalena Baerbock. Erstmals seit Bestehen der Partei gehen die Grünen mit einer offiziellen Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl 2021. Grund hierfür sind die aussichtsreichen Chancen für die Partei bei der Bundestagswahl. In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gab es bisher immer nur Kanzler-Kandidat:innen von Unionspartei und SPD. Einzige Ausnahme stellte die Bundestagswahl 2002 dar. Hier kandidierte zum bisher einzigen Mal ein Kanzlerkandidat aus den Reihen der FDP.

„Realo“-Flügel innerhalb des Bündnis90/Die Grünen

Das Bündnis 90/Die Grünen wird in zwei politische Flügel unterteilt. Auf der einen der „Realo“-Flügel, auf der anderen der „Fundi“-Flügel. Dem „Realo“-Flügel werden Politiker:innen zugerechnet, welche eher realpolitische Positionen vertreten. Diese befürworteten beispielsweise eine Regierungsbeteiligung der Grünen. Anfangs existierte dieser Flügel nur außerhalb der parteieigenen Strukturen. Der wohl prominenteste Vertreter ist Joschka Fischer.

Die Opposition hierzu bildet der „Fundi“-Flügel. Diesem werden vor allem Mitglieder zugeschrieben, welche eine fundamentalistischere Einstellung von „grüner-Politik“ vertreten. Eine prominente Vertreterin des „Fundi“-Flügels ist Jutta Ditfurth.

In den 1980er Jahren war der Diskurs innerhalb der Grünen häufig von politischen Kämpfen zwischen den beiden Flügeln durchsetzt. Heute kommt der Flügelzugehörigkeit keine so große Aufmerksamkeit mehr zu.

Baerbock hat seit Januar 2018 zusammen mit Robert Habeck den Vorsitz ihrer Partei inne. Politisch ist die Kanzlerkandidatin der Grünen dem sogenannten „Realo“-Flügel zuzuordnen. Die gebürtige Hannoveranerin ist bereits seit dem Jahr 2008 auf der politischen Bühne zu Hause. Begonnen hat sie mit einem Sprecher:innen-Posten in der „Bundesarbeitsgemeinschaft Europa“. Zwischen 2009 und 2012 war Baerbock Teil des Vorstandes der „Europäischen Grünen Partei“. Fast zeitgleich bekleidete sie zudem das Amt der Landesvorsitzenden in Brandenburg. Seit dem Jahr 2013 sitzt sie für die Grüne-Partei im Deutschen Bundestag.

Bundestagswahl 2021: Annalena Baerbock als politisches Pendant zu Armin Laschet

Die Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen ist die einzige Frau, die zur Bundestagswahl 2021 in das Rennen um die Kanzler:innen-Kandidatur zieht. Sie war zwischen 2013 und 2017 klimapolitische Sprecherin ihrer Partei im Bundestag. Politisch stellt Baerbock, gerade bei klimapolitischen Fragen, ein Pendant zum Unionskandidaten Laschet dar. Sie forderte beispielsweise den Kohleausstieg bis zum Jahr 2030. Auch Inlandsflügen innerhalb der Bundesrepublik hat sie den Kampf angesagt. Diese sollen durch ein verbessertes Bahnnetz bis zum Jahr 2035 überflüssig werden.

Die Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl 2021 ist eine Verfechterin der Frauenquote in Vorständen und Aufsichtsräten. Sie befürwortet zudem eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro. Während der Corona-Pandemie setzte Baerbock sich für eine bessere Pandemiebewältigung für Kinder und Familien ein. Hier forderte Baerbock beispielsweise verschiedene Betreuungsangebote sowie das „Corona-Kindergeld“.

Bundestagswahl 2021: Rettet Olaf Scholz die SPD?

Vor der Bundestagswahl 2021 schafft es die SPD in den meisten Umfragen lediglich auf Platz drei, hinter Union und den Grünen. Sollten sich die Prognosen bei der Bundestagswahl 2021 bewahrheiten, wäre es die erste Bundestagswahl, bei der die SPD nicht als stärkste oder zweitstärkste Kraft hervorgeht. Immerhin stellten die Sozialdemokraten seit 1949 bereits dreimal den Bundeskanzler.

Als vermeintliche Rettung für die aktuelle Parteimisere wird die SPD Olaf Scholz als Kandidaten für das Bundeskanzler:innen-Amt in die Wahl schicken. Der heute 63-Jährige trat bereits 1958, im Alter von 17 Jahren, der SPD bei. Seit dem Jahr 2018 ist er Stellvertreter der amtierenden Bundeskanzlerin Merkel.

Die Kanzlerkandidat:innen bei der Bundestagswahl (von r. nach l.): Annalena Baerbock (Die Grünen), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD).

Bundestagswahl 2021: Die Karriere des Olaf Scholz - zwischen Wirecard und G20

Während seiner politischen Karriere hat Scholz bisher verschiedenste Ämter durchlaufen. Er bekleidete bereits 2001 das Amt des Innensenators von Hamburg. Später, zwischen den Jahren 2011 und 2018, stellte er in Hamburg das Amt des ersten Bürgermeisters. Hier machte Scholz vor allem während der Austragung des G20-Gipfels in der Hansestadt im Jahr 2017 von sich Reden. Mit Sätzen wie „Polizeigewalt hat es nicht gegeben“ und „Seien Sie unbesorgt: Wir können die Sicherheit garantieren“ geriet sein Handeln als Bürgermeister von Hamburg häufig in kontroversen Diskussionen.

Im Jahr 2007 übernahm Scholz den Posten von Franz Müntefering als Bundesminister für Arbeit und Soziales. Seit Bildung der aktuellen Koalition im Deutschen Bundestag ist er Bundesminister für Finanzen. Im Zuge des Wirecard-Skandals geriet auch Scholz in die Kritik. Die Kritiker mahnen an, dass das Bundesfinanzministerium für die Kontrolle Finanzdienstleistungsaufsicht zuständig gewesen wäre. Dieser wird schweres Fehlverhalten vorgeworfen.

Bundestagswahl 2021: Die politische Ausrichtung des Olaf Scholz

Innerhalb der SPD ist Scholz dem konservativen Flügel zuzuschreiben. Er galt als Befürworter der Agendapolitik von Gerhard Schröder, welche die Hartz-4-Reform beinhaltete. In der großen Koalition zwischen 2005 und 2009 setzte er sich für eine Rente ab 67 ein. Aktuell verteidigt Scholz allerdings das Rentenalter gegen Anhebungs-Versuche der CDU.

Der Kanzlerkandidat der SPD bei der Bundestagswahl 2021 setzt sich aktuell, ähnlich wie seine Konkurrentin aus den Reihen der Grünen, für einen Mindestlohn von 12 Euro ein. Scholz strebt bis zum Jahr 2045 die Klimaneutralität an. Während der Corona-Pandemie setzt er sich für eine Einmalzahlung für Familien ein.

Bundestagswahl 2021: Nicht alle haben eine:n Kandidat:in für das Kanzler:innen-Amt

Zur Bundestagswahl 2021 treten mehr Partei als nur CDU/CSU, SPD und Bündnis90/Die Grünen, an. Insgesamt stehen 2021 ganze 53 Parteien zur Wahl.

Allerdings wird nur von den aussichtsreichsten Parteien ein:e Kanzler:innen-Kandidat:in aufgestellt. Die anderen Parteien benennen lediglich Spitzenkandidat:innen. (Lucas Maier)

Rubriklistenbild: © Oliver Ziebe

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