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Bundestagswahl 2021: CDU droht Volkspartei-Status zu verlieren

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Von: Katja Thorwarth

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Armin Laschet auf einer Wahlkampfveranstaltung der Union.
Armin Laschet auf einer Wahlkampfveranstaltung der Union. © Stefan Puchner/dpa

Drei Wochen vor der Bundestagswahl liegt die CDU Umfragen zufolge abgeschlagen hinter der SPD. Was hätte eine Wahlschlappe für Folgen?

Berlin/Frankfurt - Folgt man den aktuellen Meinungsumfragen zur Bundestagswahl 2021, liegt die Union mit 20 Prozent fünf Punkte hinter der SPD. Entsprechend hat Kanzlerkandidat Olaf Scholz offenbar gute Chancen, am 26. September mit der SPD stärkste Kraft zu werden. Den SPD-Mann hatten die wenigsten auf dem Zettel gehabt, sah es doch noch vor wenigen Monaten so aus, als würden die Grünen um Annalena Baerbock und die Union mit ihrem Kandidaten Armin Laschet das Rennen unter sich ausmachen.

Drei Wochen vor der Wahl befassen sich jetzt die ersten Wissenschaftler mit den Konsequenzen für die CDU im Falle einer Niederlage. So rechnet etwa der renommierte Parteienforscher Oskar Niedermayer mit schweren Verwerfungen und Flügelkämpfen in der Union.

CDU droht bei Bundestagswahl 2021 Wahlschlappe

„Es ist ganz klar, dass die CDU an der Schwelle steht, ihren Status als Volkspartei für immer zu verlieren“, sagte Niedermayer dem Tagesspiegel (06.09.2021). Es gebe in der Europäischen Union genug Beispiele für christdemokratische Partien, die nach Wahldesastern zusammengebrochen seien und nie mehr zu alter Stärke zurückgefunden hätten. Als Beispiel nannte Niedermayer die Democrazia Cristiana in Italien.

Es werde als Erstes vor allem in der CDU zu personellen Konsequenzen kommen, betonte Niedermayer. „Ich vermute, dass man einen neuen Parteivorsitzenden braucht, wenn Armin Laschet die Union in die Opposition führt“, führte der Parteienforscher weiter aus. Dringend reformiert werden müsse auch der Auswahlprozess des Kanzlerkandidaten. Schließlich habe die „Führungsriege der CDU hier gegen die Mehrheit der Basis Armin Laschet durchgesetzt“. Es müsste zwischen CDU und CSU „endlich ein klares Auswahlverfahren geben, damit so etwas nicht mehr passieren kann“.

CDU drohen nach der Bundestagswahl Kursdiskussionen

Niedermayer erwartet „lange und harte Kursdiskussionen“. Die Probleme der Union hingen nicht an nur an der Person Armin Laschet, „sondern schlicht und einfach an der inhaltlichen Entkernung der Partei.“ Viele Wähler:innen wüssten nicht mehr, wofür die Union heute eigentlich noch stehe, betonte Niedermayer.

CSU-Chef Markus Söder scheint diese Furcht zu teilen. Söder, der den Meinungsumfragen zufolge eigentlich als Kanzlerkandidat der Union hätte aufgestellt werden müssen, sieht die aktuelle Situation eher negativ. Hatte er sich am 21. August, als die Union den Wahlkampfendspurt einläutete, noch kämpferisch gegeben, vernimmt man derzeit andere Töne. Demnach kämen „schwerste Zeiten“ auf die Union zu, wenn es die Schwesterparteien „nicht in die Regierungsverantwortung“ schafften. (ktho)

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