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Armin Laschet (CDU) mit Blick in die Zukunft.
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Armin Laschet (CDU) mit Blick in die Zukunft.

Debakel der Union

Große Mehrheit der Wähler:innen kritisiert Armin Laschets Griff nach Kanzleramt

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
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  • Sandra Kathe
    Sandra Kathe
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In der Union werden Forderungen nach Laschets Rücktritt laut. Einer Umfrage zufolge kommt Laschets „Regierungsanspruch“ bei den Deutschen nicht gut ans.

Update vom Dienstag, 28.09.2021, 06.30 Uhr: Eine große Mehrheit der Befragten in Deutschland ist laut einer Umfrage dagegen, dass CDU-Chef Armin Laschet versuchen will, trotz der Unionsverluste bei der Bundestagswahl eine Regierung zu bilden. 71 Prozent halten das für eindeutig oder zumindest eher falsch, wie die repräsentative Umfrage des Civey-Instituts für die Augsburger Allgemeine (Dienstag) ergab. 22 Prozent der 5031 online Befragten befürworteten Laschets Ankündigung.

Weniger drastisch ist das Verhältnis unter den Unionsanhängern. Von ihnen stellen sich im Kampf um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel 55 Prozent hinter Laschet. 32 Prozent halten es für falsch, dass der Unionskanzlerkandidat die nächste Regierung anführen möchte.

„Treten Sie zurück“: Rücktrittsforderungen aus Union – Luft für Laschet wird dünner

+++ 20.00 Uhr: Nach Vertreter:innen der Jungen Union in Bayern haben nun auch Mitglieder des CDU-Nachwuchses in Sachsen Armin Laschet für das desaströse Wahlergebnis der CDU verantwortlich gemacht – und seinen Rücktritt als CDU-Chef und Kanzlerkandidat der Union gefordert: „Wir brauchen einen echten Neuanfang. Dieser kann nur erfolgreich sein, wenn unser Bundesvorsitzender und Kanzlerkandidat, Armin Laschet, die Konsequenzen aus diesem Vertrauensverlust zieht und zurücktritt“, forderte der Landesvorsitzende Marcus Mündlein am Montag in Dresden.

Die Wähler:innen hätten ein klares Signal gesendet, eine Regierung ohne die Union zu wollen. „Als Demokraten haben wir dies zu akzeptieren und sollten die Zeit in der Opposition zur inhaltlichen Neuaufstellung nutzen.“

+++ 18.15 Uhr: Mit dem ehemaligen hessischen Justizminister Christean Wagner hat der nächste prominente Unionspolitiker den Rücktritt von CDU-Chef Armin Laschet gefordert. Wagner betonte, dass Laschet die Verantwortung für das beispiellose Debakel bei der Bundestagswahl 2021 übernehmen müsse. Das sagte er im Interview mit der Lokalzeitung Heilbronner Stimme – und mahnte: „Wir brauchen einen Neustart, personell wie inhaltlich. Laschet sollte die politische Verantwortung für diesen Absturz und diese Katastrophe übernehmen.“

Bundestagswahl 2021: Erste Forderungen nach Rücktritt von Armin Laschet

+++ 16.25 Uhr: Die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Ellen Demuth, hat CDU-Chef Armin Laschet scharf kritisiert – und dessen sofortigen Rücktritt gefordert: „Ich wünschte, dieser Tweet wäre überflüssig. Ich wünschte, es gäbe eine Selbsterkenntnis“, leitete die 39-jährige Politikerin ihre Forderung ein.

Nach der „bedenklichen“ Pressekonferenz am Montag bliebe Demuth jedoch nur zu sagen „Armin Laschet, Sie haben verloren. Bitte haben Sie Einsicht. Wenden Sie weiteren Schaden von der CDU ab und treten Sie zurück.“

Laschet hatte in der Pressekonferenz betonte, dass auf „allen Ebenen“ der Partei nun eine Überprüfung stattfinden müsse. Zu möglichen personellen Konsequenzen nannte er keinerlei Details.

Update vom 27.09.2021, 13.00 Uhr: Nach dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) häufen sich nun auch aus der CSU-Spitze die Reaktionen auf die schlechten Wahlergebnisse der Union. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur äußerte sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt am Montag kritisch gegenüber Kurs, Kampagne und Kandidat der CDU.

In einer Vorstandssitzung der CSU soll Landesgruppenchef Alexander Dobrindt die Kampagne der Union schwer kritisiert haben.

Christian Doleschal, Vorsitzender der Jungen Union in Bayern, forderte von der Parteiführung das ehrliche Eingeständnis, dass die Union die Bundestagswahl nicht gewonnen habe. Das liege vor allem am Kandidaten, findet Doleschal, denn Laschet habe bis zum Wahltag kein Fettnäpfchen ausgelassen.

Enges Ergebnis nach der Bundestagswahl: Kretschmer sieht Regierungsauftrag nicht bei Union

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber sprach intern demnach von einem bitteren Ergebnis für die Union - und erinnerte daran, dass CSU-Chef Markus Söder im Frühjahr das Angebot gemacht hatte, selbst Kanzlerkandidat zu werden. Mit ihm hätte die Union, laut der Einschätzung Webers, wesentlich abgeschnitten.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kommt zu den Gremiensitzungen der Partei nach der Bundestagswahl 2021 im Konrad-Adenauer-Haus.

Erstmeldung vom 27.09.2021, 12.38 Uhr: Leipzig – Obwohl die CDU/CSU bei der Bundestagswahl 2021 eine historische Niederlage einstecken musste, erkannte CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet am Sonntagabend (26.09.2021) trotzdem einen Regierungsauftrag. Inzwischen hat Laschet zwar laut Medienberichten zurückgerudert, doch es wird weiterhin für ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP plädiert. Die meisten seiner Unions-Kolleg:innen sehen das auch so, Laschet muss Kanzler werden, so Markus Söder (CSU) in der Elefantenrunde am Sonntagabend.

Laschet hat die Parteiführung weiter hinter sich und das trotz verkorkster Kampagnen, verkorksten Auftritten, verkorksten Umfragen – und nun infolge dessen einer desaströsen Bundestagswahl mit einem Stimmenverlust von 8,9 Prozent im Vergleich zur Bundestagswahl 2017.

Michael Kretschmer (CDU) nach Bundestagswahl: Union diesmal nicht erste Wahl

Doch diese Regierungsanspruchs-Kampagne der Union läuft wohl sehr zu deren Ärger nicht völlig ohne Kritik aus der CDU selbst. Am Montagmorgen meldet sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit klaren Worten: Er sehe nach der Wahlschlappe seiner Partei bei der Bundestagswahl keinen klaren Regierungsauftrag für die Union. „Ich sehe einen klaren Wählerwillen, der deutlich gemacht hat, die Union ist dieses Mal nicht die erste Wahl“, sagte Kretschmer am Montag im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).

Kretschmer betonte, das bedeute nicht, dass die Union nicht in Gespräche über eine Regierungsbildung eintreten könne. Was er aber am Wahlsonntag in der CDU-Zentrale in Berlin zum Teil gehört habe, sei ein „Weiter-wie-bisher“. Am Wahlabend müsse aber zunächst deutlich werden, dass die CDU verstanden habe, dass sie große Fehler gemacht habe „in den vergangenen Monaten, vielleicht auch Jahren“. Die müssten geklärt werden. Nur dann könne Vertrauen zurückgewonnen werden.

Der Wahlausgang sei „ein Erdbeben“ gewesen und eine klare Entscheidung gegen die Union. Ihm gehe es darum, „dass man diese Niederlage mit Demut annimmt“, sagte der CDU-Politiker.

Forderungen innerhalb der CDU für personelle Konsequenzen

Vereinzelt trauen sich auch weitere Kritiker:innen an die Öffentlichkeit. Christian Baldauf etwa, CDU-Fraktionschef in Rheinland-Pfalz, sagte dem Spiegel: „Es muss alles schonungslos aufgearbeitet werden. Die Partei hat sich nicht mehr mitgenommen gefühlt.“ Noch schärfer äußert sich Gitta Connemann, Vizechefin der Unionsfraktion. Gegenüber t-online sagt sie: „Die Partei braucht eine Erneuerung. Dazu gehören auch personelle Konsequenzen.“

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Die Union erzielte bei der Bundestagswahl mit 24,1 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis und lag damit hinter der SPD mit 25,7 Prozent. Sowohl SPD als auch Union bekundeten nach der Wahl am Sonntag den Willen, die neue Regierung zu bilden. Die Sozialdemokraten wollen eine Ampel-Koalition mit Grünen und FDP bilden. (Sonja Thomaser mit dpa)

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