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Armin Laschet (CDU) bei einem Wahlkampfauftritt
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Steht unter anderem wegen der Räumung des Hambacher Forstes in der Kritik: Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU).

Hambacher Forst

Bundestagswahl: Kritischer Artikel über Armin Laschet verschoben – Zeitung in Kritik

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Weil sie einen Beitrag über Armin Laschet (CDU) vor der Bundestagswahl 2021 zurückgezogen hat, steht die Rheinische Post in der Kritik. Die Zeitung wehrt sich.

Berlin/Düsseldorf – Steffen Meyn, ein junger Filmemacher, starb vor drei Jahren bei der Räumung des Hambacher Forstes in Nordrhein-Westfalen. Seine Mutter macht dem Ministerpräsidenten des Landes schwere Vorwürfe: dem Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU). Weil die Rheinische Post ein kritisches Interview mit der Mutter des Verstorbenen erst nach der Bundestagswahl 2021 veröffentlichen will, steht die Tageszeitung in der Kritik.

Der WDR-Journalist Jürgen Döschner machte die Entscheidung der in Düsseldorf erscheinenden Zeitung auf dem Kurznachrichtendienst Twitter öffentlich. Die Rheinische Post habe ein langes Interview mit der Mutter von Steffen Meyn, Elisabeth Meyn, geführt. Geplant sei gewesen, dass das Interview am Samstag (25.09.2021) erscheine. Doch am Abend zuvor sei das Interview von einem leitenden Redakteur gestoppt worden, so Döschner.

Hambacher Forst: Kritischer Artikel über Armin Laschet erscheint nicht vor Bundestagswahl 2021

Schriftlich sei der Mutter mitgeteilt worden, dass die Geschichte über ihren verstorbenen Sohn erst „erst nach der Bundestagswahl laufen“ werde, führt Döschner weiter aus. Im Gespräch mit der Rheinischen Post soll Elisabeth Meyn schwere Vorwürfe gegen Armin Laschet wiederholt haben, „dem sie eine Mitverantwortung für die Eskalation seinerzeit im Hambacher Forst gibt“, hieß es in dem Twitter-Beitrag.

Die frühere Erzieherin hatte Armin Laschet zuvor in der Zeit kritisiert. „Laschet hat die Situation eskaliert“, sagte sie und griff den Kanzlerkandidaten an: „Deutschland braucht keine Politiker, die auf Kosten der Bevölkerung, der Umwelt, der Heimat und der Natur die Konzerne bedienen.“ Der Hambacher Forst gilt als Symbol der Auseinandersetzung zwischen Klimaschützer:innen und der Kohlebranche. Im September 2018 war ein massives Polizeiaufgebot angerückt, um die über Jahre hinweg von Kohle-Gegner:innen errichteten Baumhäuser zu räumen. 

Die Räumung des Hambacher Forstes war vom Verwaltungsgericht Köln vor Kurzem als rechtswidrig abgeurteilt worden. Die Landesregierung von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte die Stadt Kerpen und den Kreis Düren zu der Räumung angewiesen, als Grund führte sie Brandschutz-Bestimmungen an. Laut Gerichtsurteil seien diese aber nur vorgeschoben gewesen – das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. „Dieses Gerichtsurteil hat mir noch mal die Tragweite dieser unsinnigen und verantwortungslosen Räumung gezeigt“, sagte Meyn gegenüber der Zeit.

Bundestagswahl 2021: Geschichte über Armin Laschet verschoben – Zeitung weist Vorwürfe zurück

Dass der Artikel mit Meyn in der Rheinischen Post verschoben wurde, ist für den Journalisten Jürgen Döschner zumindest fragwürdig. „Warum die RP ihren Leser:innen wichtige Infos zu dem zur Wahl stehenden #Laschet vorenthält“, müsse die Zeitung erklären. „Ich kann nur hoffen, dass ein Mensch, der darauf bauen kann/muss, dass kritische Berichte über ihn unterdrückt werden, nicht Bundeskanzler wird“, fügte Döschner hinzu.

Der Chefredakteur der in Düsseldorf erscheinenden Tageszeitung, Moritz Döbler, wies die Vorwürfe zurück. „Sie unterstellen @rponline (Anm. d. Red.: Online-Ausgabe der Rheinischen Post) eine politische Motivation, die wir nicht haben. Die Samstagausgabe war voll. Ein Interview in der Größe konnten wir nicht unterbringen. Alternative: radikal kürzen oder schieben. Wir wollen es aber vollständig veröffentlichen, daher nächste Woche“, antwortete Döbler auf Twitter. (tvd)

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